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16.07.2007 – 11:11

KPMG AG

KPMG: "M&A-Markt verliert langsam an Fahrt"
Hohe Transaktionsvolumina bei rückläufigen Dealzahlen

Hamburg (ots)

Der weltweite M&A-Markt zeigt im ersten Halbjahr
2007 ein uneinheitliches Bild im Vergleich zum Rekordjahr 2006. So 
gab es zwar erneut einen deutlichen Anstieg bei den 
Transaktionsvolumina um 59 Prozent auf nunmehr 2.948 Mrd. USD. Jedoch
scheint der stetige Aufwärtstrend der letzten Jahre in Bezug auf die 
Anzahl der Transaktionen erstmals durchbrochen. Im ersten Halbjahr 
2007 ist die Zahl der angekündigten Transaktionen sogar leicht 
rückläufig: Sie ist um zwei Prozent gesunken auf 16.653 
(Vorjahreszeitraum: 17.060). Das durchschnittliche Volumen einer 
Transaktion stieg um 63 Prozent von 109 Mio. USD auf 176 Mio. USD. 
Grund für diesen deutlichen Anstieg sind die angekündigten Mega-Deals
wie beispielsweise die potenzielle Übernahme der ABN Amro sowie die 
Übernahme der Endesa SA beziehungsweise Kraft Foods. Das ist das 
Ergebnis einer Analyse des Bereichs Corporate Finance von KPMG, die 
auf Daten des Marktforschungsinstitutes Dealogic beruht.
Einen ähnlichen Trend gab es auf der Höhe des Dot-Com-Booms im 
Jahre 2000. Auch damals war die Anzahl der Transaktionen rückläufig, 
während gleichzeitig das Dealvolumen anstieg.
Leif Zierz, Partner im Bereich Corporate Finance und Leiter von 
M&A bei KPMG: "Der M&A-Markt verliert langsam an Fahrt. Der Rückgang 
der Transaktionsanzahl ist auch darauf zurückzuführen, dass die 
Unternehmen gegenwärtig vornehmlich damit beschäftigt sind, die 
zahlreichen Akquisitionen der Vergangenheit erfolgreich zu 
integrieren. Das ansteigende Transaktionsvolumen hat einerseits mit 
der Größe der zu übernehmenden Unternehmen zu tun. Andererseits ist 
auch das Preisniveau bei Übernahmen aufgrund der anhaltend hohen 
Mittelzuflüsse sowie der Verknappung lohnender und renditestarker 
Übernahmeziele gestiegen und wird wahrscheinlich auch noch weiter 
ansteigen. Dennoch wird die überwiegende Zahl der Deals noch über 
Barzahlungen abgewickelt und nicht über den Tausch möglicherweise 
überbewerteter Aktienpakete."
Europäischer M&A-Markt entwickelt sich erneut besser als US-Markt
Im ersten Halbjahr 2007 entwickelte sich insbesondere der 
europäische M&A-Markt vergleichsweise stark. So erhöhte sich 
beispielsweise das Transaktionsvolumen um 521 Mrd. USD auf nunmehr 
1.197 Mrd. USD. Dies entspricht einem Anstieg von 77 Prozent im 
Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Dealvolumen 
stieg um 114 Prozent von 106 Mio. USD auf 228 Mio. USD. In den USA 
betrug der Anstieg dagegen 46 Prozent und im asiatisch-pazifischen 
Raum sogar nur 35 Prozent. Und auch bei der Anzahl der Transaktionen 
liegt Europa mit 5.249 angekündigten Transaktionen im ersten Halbjahr
2007 deutlich vor den USA mit 3.518 Transaktionen.
Finanzdienstleistungen, Bauindustrie und Konsumgüter legen in 
Europa stark zu
Mit einem Gesamtwert von rund 290 Mrd. USD wurde im europäischen 
Finanzdienstleistungssektor erneut das größte Transaktionsvolumen 
angekündigt. Das entspricht einer Steigerung von 207 Prozent im 
Vergleich zum Vorjahreszeitraum (95 Mrd. USD). In diesem Bereich kann
auch die derzeit größte angekündigte Unternehmensübernahme (ABN Amro)
verzeichnet werden. Leif Zierz: "Egal ob Barclays oder das Konsortium
um die Royal Bank of Scotland letztendlich zum Zug kommt, am Ende 
werden wir die größte Übernahme in der Bankengeschichte sehen." 
Insgesamt dynamischer entwickelten sich jedoch die Bauindustrie mit 
einem Wachstum von 230 Prozent auf 74 Mrd. USD und der 
Konsumgüterbereich mit einem Wachstum von sogar 367 Prozent auf 49 
Mrd. USD.
Deutscher M&A-Markt bestätigt weltweiten Trend
KPMG-Partner Leif Zierz: "In Deutschland ist die Anzahl der 
angekündigten Transaktionen sogar noch stärker zurückgegangen als im 
weltweiten Durchschnitt, nämlich um 8 Prozent (von 493 im ersten 
Halbjahr 2006 auf 454 im ersten Halbjahr 2007). Auch die 
Transaktionsvolumina erhöhten sich weniger stark als im weltweiten 
Durchschnitt, nämlich um 41 Prozent (von 67 Mrd. USD auf 95 Mrd. 
USD). Gleichzeitig verbesserte sich Deutschland von Platz 4 auf Platz
3 im europäischen Vergleich der Zielländer für M&A-Aktivitäten und 
liegt jetzt gleich hinter Großbritannien und Spanien.
Fazit und Ausblick
Leif Zierz: "Es gibt erste Anzeichen, dass der weltweite 
M&A-Markt seinen Höhepunkt überschritten hat. Dennoch bleibt aufgrund
der guten Unternehmensdaten ein langsamer und kein abrupter Rückgang 
das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden Jahre."

Pressekontakt:

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
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Marita Reuter/Thomas Blees
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