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02.01.2003 – 11:00

Reader's Digest Deutschland

Europäer des Jahres
Dieser Mann bringt Hilfe - Simon Panek
Wo immer auf der Welt nach einer Katastrophe Opfer frieren, hungern, sterben - Simon Pánek kümmert sich um sie

Europäer des Jahres / Dieser Mann bringt Hilfe - Simon Panek / Wo
immer auf der Welt nach einer Katastrophe Opfer frieren, hungern,
sterben - Simon Pánek kümmert sich um sie
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    Prag/Stuttgart/Wien (ots)

Das Monatsmagazin Reader's Digest hat
den Gründer der tschechischen Hilfsorganisation ‚People in Need',
Simon Panek, den Ehrentitel "Europäer des Jahres 2003" verliehen.
Reader's Digest ehrt Simon Pánek für seine kreative und engagierte
Führungsarbeit, seine unkonventionelle Methode der humanitären Hilfe
und das außergewöhnliche Vorbild, das er weltweit gegeben hat. Die
Stiftung ‚People in Need' (‚Menschen in Not') ist eine der größten
Hilfsorganisationen Osteuropas. Das tschechische Supermodel Teresa
Maxová wird die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am 28. Januar
2003 in Prag überreichen. Mit dem Preisgeld wird der Europäer des
Jahres einen Hilfsfonds für nepalesische Witwen und Kinder
einrichten, deren Ehemänner und Väter von maoistischen Rebellen
getötet wurden, teilt Reader's Digest in Stuttgart und Wien mit.
    
    Der Tscheche Simon Panek ist der achte Träger des Ehrentitels.
Seit 1996 wählen die Chefredakteure der 19 europäischen Ausgaben von
Reader's Digest Persönlichkeiten zum Europäer des Jahres, die am
besten die Traditionen und Werte Europas verkörpern. Reader's Digest
ist mit 6 Millionen Abonnenten die meistgelesene Zeitschrift Europas.
    
    Kandidaten für den diesjährigen Ehrentitel "Europäer des Jahres"
waren neben Pánek die Chefanklägerin am Internationalen Gerichtshof
für das ehemalige Jugoslawien (Kriegsverbrechertribunal) in Den Haag,
Carla del Ponte, der scheidende tschechische Präsident Václav Havel,
der Gründer der schwedischen Jugendorganisation "Exit", Kent Lindahl,
sowie der in Großbritannien lebende Mediziner Kypros Nicolaides. Zu
den früheren Preisträgern zählten u. a. die französische
Untersuchungsrichterin Eva Joly (2002) und der Erfinder des
Linux-Betriebssystems, Linus Benedict Torvalds (2001).
    
    "Simon Panek und seine Mitarbeiter sind immer dort anzutreffen, wo
ihre Hilfe gebraucht wird, und sie sind häufig die Ersten vor Ort",
zitiert das Magazin Václav Havel, den scheidenden Präsidenten der
Tschechischen Republik, der selbst Kandidat für den Ehrentitel
"Europäer des Jahres 2003" war. "Die solidarische Hilfe von
Organisationen wie ‚People in Need' wird zunehmend wichtig. Kein
Staat ist in der Lage - oder sollte sich gar nicht zum Ziel setzen -
die überaus wichtige Rolle zivilen Engagements zu ersetzen."
    
    Der erst 35-jährige Pánek arbeitet seit anderthalb Jahrzehnten im
Dienst humanitärer Hilfe. Panek studierte Biologie und verließ die
Universität ohne Abschluss, um sich für den Aufbau der ‚People in
Need Foundation' (‚Stiftung Menschen in Not') einzusetzen. Sie
unterstützt Bedürftige in vielen Ländern und Regionen wie
Tschetschenien und Afghanistan und hat bis heute 35 Millionen Euro
für Katastrophenhilfe gesammelt. Davon wurden Krisengebiete in 25
Ländern in den verschiedensten Teilen der Welt mit Nahrungsmitteln,
Kleidung, Medikamenten und Baumaterialien versorgt. Vielerorts hat
Páneks Organisation auch Hilfe beim Wiederaufbau geleistet, wobei sie
unermüdlich soziale Verantwortung und demokratische Werte
vermittelte.
    
    1988 organisierte Panek als Student im Alter von 20 Jahren seinen
ersten Hilfstransport. Als durch ein verheerendes Erdbeben in
Armenien 25.000 Menschen gestorben und 500.000 obdachlos geworden
waren, rüttelte er mit Hilfe des Fernsehens eine breite
Öffentlichkeit auf. Innerhalb von drei Tagen spendete die
tschechische Bevölkerung 70 Tonnen Hilfsgüter. Nach der
Armenien-Aktion kehrte Pánek zurück an die Universität. Als
Studentenführer wurde er zu einer der Schlüsselfiguren der "Samtenen
Revolution" ab November 1989, die das Ende des Kommunismus in der
Tschoslowakei bedeutete. "Nie hatte ich Zweifel, wer meine Feinde
waren", erklärt Pánek.
    
    Die Verhandlungen mit den Kommunisten zur Übergabe der Macht an
eine neue Regierung begleitete Panek an der Seite von Václav Havel.
Bei den ersten freien Parlamentswahlen wurde er mit einem
herausragenden Ergebnis gewählt, trat aber das Mandat nicht an, weil
er sein Studium beenden wollte. Daraus wurde jedoch nichts, als es
1992 zu blutigen Auseinandersetzungen in der armenischen Enklave
Bergkarabach kam. Hunderttausende Zivilisten waren von der Außenwelt
abgeschlossen. Erneut rief Panek zu Spenden auf und organisierte
einen Hilfskonvoi. Nachdem er von Eriwan zurückgekehrt war, schlug
die Geburtsstunde der ‚People in Need Foundation' (‚PINF'). Auch wenn
seitdem die PINF-Konvois bei ihren Fahrten durch die Mongolei,
Jugoslawien, Tschetschenien oder Somalia immer wieder beschossen
wurden, schaften es Pánek und seine Mitstreiter bisher immer
durchzukommen. "Bis jetzt ist noch keiner von uns verletzt worden,"
sagt Pánek und klopft auf Holz.
      
    "Wir haben kein politisches Ziel, außer die Demokratie zu
verbreiten", zitiert Reader's Digest den Europäer des Jahres. Fühlt
er sich dabei in gewisser Weise als Missionar? "Für mich gibt es so
etwas wie einen Auftrag im Leben. Wenn ich irgendwo ein Problem sehe
und glaube, dass ich helfen könnte, habe ich auch die Verantwortung,
es zu tun. Oder es zumindest zu versuchen."
    
    Panek selbst lebt in einer ganz gewöhnlichen Wohnung in Prag, sein
Einkommen entspricht dem durchschnittlichen Monatsgehalt eines
Angestellten der tschechischen Mittelschicht. Titel interessieren ihn
nicht. Seinen Posten als Geschäftsführer trat er 1997 an den jüngeren
Kollegen Tomas Pojar ab. Als Leiter der der humanitären Hilfsaktionen
arbeitet er Vollzeit für ‚People in Need'.
    
    Für Rückfragen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir gerne
zur Verfügung. Nähere Informationen über ‚People in Need' erhalten
Sie über den Link http://www.pinf.cz.
    
    Diese und weitere Pressemitteilungen mit Foto von Simon Panek zum
Download:
    http://www.readersdigest.de. Auf Service für Journalisten klicken
(Rubrik Magazin Reader's Digest)
    
ots Originaltext: Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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