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Statistisches Bundesamt

ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab , 28.02.2006, 08:00 Uhr
ILO-Arbeitsmarktstatistik Januar 2006

Wiesbaden (ots)

ACHTUNG SENDESPERRFRIST: Weitergabe und Freigabe erst ab , 28.02.2006, 08:00 Uhr
Im Januar 2006 waren nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes 146 000 Personen (– 0,4%) weniger
erwerbstätig als im Vorjahresmonat Januar 2005. Die Zahl der
Erwerbslosen lag im Januar 2006 um 310 000 (– 7,7%) niedriger als ein
Jahr zuvor.
Nach vorläufigen Berechnungen lag die Zahl der Erwerbstätigen mit
Wohnort in Deutschland im Januar 2006 bei 38,19 Millionen Personen.
Die Erwerbstätigenquote als Anteil der Erwerbstätigen an der
Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren betrug 67,3% und lag
somit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres.
Im Vormonatsvergleich ist die Zahl der Erwerbstätigen – wie in
einem Januar üblich – deutlich gesunken. Im Januar 2006 waren 723 000
Personen (– 1,9%) weniger erwerbstätig als im Dezember 2005.
Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der
üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, ist die Zahl der
Erwerbstätigen gegenüber dem Vormonat Dezember 2005 um 50 000
Personen gesunken. Damit fiel im Vormonatsvergleich der
saisonbereinigte Rückgang der Erwerbstätigkeit im Januar 2006 höher
aus als einen Monat zuvor (– 18 000 Personen). Ausschlaggebend
hierfür war zum einen, dass das Januarwetter in diesem Jahr
außergewöhnlich kalt und schneereich war und sich daher besonders
ungünstig auf die Beschäftigung ausgewirkt hat. Zudem wurden im
Januar offensichtlich zahlreiche Arbeitsverhältnisse insbesondere
älterer Arbeitnehmer im Hinblick auf die ab 1. Februar 2006 geltende
gesetzliche Neuregelung der Bezugszeiten von Arbeitslosengeld
beendet.
Nach Ergebnissen der monatlichen Telefonerhebung des Statistischen
Bundesamtes lag die Zahl der Erwerbslosen im Januar 2006 mit rund
3,70 Millionen um 310 000 (– 7,7%) niedriger als im Vorjahresmonat
Januar 2005. Entsprechend war auch die Erwerbslosenquote, gemessen
als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt, mit
8,8% um 0,7 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Der starke
Rückgang der Erwerbslosigkeit erklärt sich vor allem durch besondere
Umstände zum Jahreswechsel 2004/2005. Dies wird deutlich, wenn man
die jeweiligen Entwicklungen zwischen Dezember und Januar im
Vorjahresvergleich gegenüberstellt.
Im Januar 2006 waren rund 330 000 Personen mehr erwerbslos als im
Dezember 2005. Auch in den Vorjahren war ein Anstieg der
Erwerbslosigkeit von Dezember auf Januar zu beobachten. Dazu trägt
zum einen bei, dass Kündigungen häufig zum Jahresende ausgesprochen
werden. Zum anderen entfalten zum Jahresbeginn typischerweise viele
Personen, die im Dezember nicht intensiv nach Arbeit gesucht haben,
neue Suchaktivitäten. Diese Verhaltensänderung erhöht die Zahl der
Erwerbslosen, denn gemäß dem Konzept der International Labour
Organization (ILO) kann eine Person nur dann als erwerbslos
eingestuft werden, wenn sie innerhalb der vergangenen vier Wochen
aktiv nach einer Erwerbstätigkeit gesucht hat.
Ein Jahr zuvor, von Dezember 2004 auf Januar 2005, war der Anstieg
der Erwerbslosigkeit mit einem Plus von 600 000 Erwerbslosen noch
deutlich stärker ausgefallen als in diesem Jahr. Dies war vor allem
eine Auswirkung der damals eingeführten Hartz-IV-Reformen, in deren
Zuge die Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt und alle
erwerbsfähigen Personen verpflichtet wurden, sich der
Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen. Dies hatte eine Zunahme
kurzfristiger Aktivitäten zur Arbeitssuche zur Folge, die inzwischen
– ein Jahr später – nicht mehr in diesem Ausmaß festzustellen sind.
Ein weiterer Grund dafür, dass in diesem Jahr die Aktivierung zur
Arbeitssuche zwischen Dezember und Januar schwächer ausfiel als im
letzten Jahr, war die schon erwähnte ungünstige Witterung.
Weitere Auskünfte geben:
Zum Thema „Erwerbstätigkeit“:
Stephan Lüken,
Telefon: (0611) 75-2016,
E-Mail:  stephan.lueken@destatis.de
Zum Thema „Erwerbslosigkeit“:
Thomas Riede,
Telefon: (0611) 75-2433,
E-Mail:  thomas.riede@destatis.de
ILO-Arbeitsmarktstatistik, monatliche Ergebnisse
Berichts-         Veränderung Januar 2006
 Erwerbs-                 monat          gegenüber      gegenüber
 status            Januar     Dezember     Dezember       Januar
                    2006        2005         2005          2005
in Millionen                  in %
                        Personen
Erwerbstätige 1)    38,19      38,91        – 1,9          – 0,4
Erwerbslose 2)       3,70       3,37          9,7          – 7,7
Erwerbspersonen
  insgesamt         41,88      42,28        - 0,9          – 1,1
Anteile in %              in Prozentpunkten
Erwerbstätigen-
  quote 3)           67,3       68,5        – 1,2          - 0,1
Erwerbslosen-
 quote
   Insgesamt          8,8        8,0          0,8          – 0,7
   Männer             8,8        7,5          1,3          – 0,9
   Frauen             8,9        8,5          0,4          – 0,3
   Personen
     unter
     25 Jahren       13,4       12,5        - 1,1          – 2,0
   Personen
      25 Jahre und
      älter           8,2        7,3          0,9          – 0,4
   Westdeutschland    8,0        7,3          0,7            0,0
   Ostdeutschland
    (einschl.
     Berlin)         12,0       10,3          1,7          – 3,0
ILO-Arbeitsmarktstatistik, Zeitreihen
                  und saisonbereinigte Ergebnisse 4)
Erwerbs-         Erwerbs-        Erwerbslosen-
                     tätige 1)         lose 2)          quote
Jahr    Monat    origi-   saison-  origi-  saison-  origi-  saison-
                 nal      berei-   nal     berei-   nal     berei-
                          nigt             nigt             nigt
in Millionen Personen                in %
2004   Dezem-
        ber     39,050  38,790     3,41     3,91    8,0       9,1
2005   Januar   38,333  38,736     4,01     4,00    9,5       9,4
       Februar  38,356  38,718     4,44     4,01   10,4       9,4
       März     38,400  38,691     4,30     4,04   10,1       9,4
       April    38,488  38,664     4,33     4,08   10,1       9,5
       Mai      38,594  38,667     4,06     3,92    9,5       9,2
       Juni     38,626  38,653     3,86     3,90    9,1       9,2
       Juli     38,568  38,630     3,94     3,82    9,3       9,0
       August   38,618  38,632     3,99     3,94    9,4       9,3
       Septem-
        ber     38,931  38,655     3,35     3,59    7,9       8,5
       Oktober  39,085  38,652     3,55     3,71    8,3       8,8
       November 39,115  38,665     3,50     3,79    8,2       8,9
       Dezember 38,910  38,647     3,37     3,84    8,0       9,0
2006   Januar   38,187  38,597     3,70     3,71    8,8       8,8
1) Ergebnis der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen: Erwerbstätige mit Wohnort in
Deutschland (Inländerkonzept). 2) Ergebnis der Telefonbefragung zum
ILO-Erwerbsstatus: Der einfache Standardfehler für die Zahl der
Erwerbslosen beträgt 2,5%. 3) Anteil der Erwerbstätigen zwischen 15
und 64 Jahren an der gleichaltrigen Bevölkerung. 4)
Census-X-12-ARIMA. Frühere Zeiträume für Erwerbslose zum Teil auf
Basis vorläufig geschätzter Ergebnisse; Saisonbereinigung mit
größeren Unsicherheiten.
Methodische Erläuterungen zur ILO-Arbeitsmarktstatistik im Januar
2006
Die ILO-Arbeitsmarktstatistik des Statistischen Bundesamtes setzt
die international anerkannten und angewandten Kriterien für die
Differenzierung von Personen nach dem Erwerbsstatus um. Die Anwendung
dieser von der International Labour Organization (ILO) mit Sitz in
Genf formulierten Kriterien bildet die Voraussetzung für supra- und
internationale Vergleiche von Arbeitsmärkten.
Die ILO folgt einem extensiven Erwerbskonzept. Erwerbstätig ist
danach jede Person im erwerbsfähigen Alter, die im Berichtszeitraum
gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit
gearbeitet hat, gleich in welchem Umfang. Als erwerbslos gilt im
Sinne der durch die EU konkretisierten ILO-Abgrenzung jede Person im
Alter von 15 bis 74 Jahren, die in diesem Zeitraum weder einer mit
Einkommen verbundenen abhängigen Tätigkeit nachgegangen ist noch
selbstständig war, aber in den letzten vier Wochen vor der Befragung
aktiv eine Tätigkeit gesucht hat. Auf den zeitlichen Umfang der
gesuchten Tätigkeit kommt es nicht an. Eine neue Arbeit muss
innerhalb von zwei Wochen aufgenommen werden können. Die Einschaltung
einer Agentur für Arbeit oder eines kommunalen Trägers in die
Suchbemühungen ist nicht erforderlich.
Die für internationale Vergleiche maßgebliche Abgrenzung der
Erwerbslosigkeit nach ILO-Kriterien unterscheidet sich von der
Definition der Zahl der registrierten Arbeitslosen nach dem
Sozialgesetzbuch (SGB), welche der Berichterstattung der
Bundesagentur für Arbeit zu Grunde liegt. So fordert das SGB eine
Meldung bei einer Agentur für Arbeit oder kommunalen Trägern sowie
die Suche nach einer Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden,
um als arbeitslos erfasst zu werden. Andererseits kann nach dem SGB
trotz registrierter Arbeitslosigkeit eine Erwerbstätigkeit mit einem
Umfang unter 15 Stunden als Hinzuverdienstmöglichkeit ausgeübt
werden. Es sind somit in der ILO-Arbeitsmarktstatistik Erwerbslose
enthalten, die die Bundesagentur für Arbeit nicht als arbeitslos
zählt. Zum anderen gelten in der Statistik der Bundesagentur für
Arbeit auch Personen als arbeitslos, die nach Definition der ILO-
Arbeitsmarktstatistik nicht erwerbslos sind.
Bei der Erwerbslosenquote handelt es sich um die Zahl der
Erwerbslosen in Prozent aller Erwerbspersonen (Erwerbslose +
Erwerbstätige).
Bei der Erwerbstätigenquote handelt es sich um den Anteil der
Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren an der gleichaltrigen
Bevölkerung. Diese Altersabgrenzung entspricht den Festlegungen des
EU-Beschäftigungspaktes.
Die ausgewiesenen Quoten und Veränderungsraten basieren auf nicht
gerundeten Werten.
Die vorliegenden Daten über Erwerbslosigkeit  entstammen einer
telefonischen Befragung von 30 000 zufällig ausgewählten Personen im
Alter von 15 bis 74 Jahren gemäß den Definitionen der ILO. Da es sich
hierbei um eine Stichprobenerhebung handelt, ist die Hochrechnung des
Ergebnisses auf die Gesamtbevölkerung mit einem so genannten
Standardfehler behaftet, der bei der Interpretation der Ergebnisse zu
berücksichtigen ist.  Er gibt an, in welcher Größenordnung mit einer
angebbaren Wahrscheinlichkeit das „tatsächliche“ Ergebnis vom
Ergebnis der Stichprobe abweichen kann. Der Standardfehler für die
Zahl der Erwerbslosen wird in der tabellarischen Darstellung der
Daten ausgewiesen. 
Die ILO-Telefonerhebung wurde im Januar 2005 neu eingeführt. Für
den davor liegenden Zeitraum ab dem Jahr 1991 existiert eine
geschätzte Zeitreihe. Als Eckwerte der Schätzung dienen die um einen
Niveaufaktor korrigierten Erwerbslosenzahlen der jährlichen
Arbeitskräfteerhebung (AKE), die im bisherigen Verlauf der
Telefonerhebung beobachteten monatlichen Veränderungen sowie die
Erwerbslosenreihe, die bis Ende 2004 veröffentlicht worden war. Diese
wurde mit Hilfe der Zahl registrierter Arbeitsloser ermittelt. Auf
der aus diesen Eckwerten geschätzten Zeitreihe basiert auch die
Saisonbereinigung der Ergebnisse. Die saisonbereinigten Werte sind
somit mit größeren Unsicherheiten behaftet. Das angewandte
Rückrechnungsverfahren ist in der Ausgabe  Oktober 2005 der
Zeitschrift des Statistischen Bundesamtes „Wirtschaft und Statistik“,
Seite 1049 bis 1070, ausführlich dokumentiert.
Die Angaben zur Erwerbstätigkeit sind Ergebnisse der
Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnungen (VGR).
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