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24.04.2003 – 10:00

Roland Berger

Roland Berger Strategy Consultants legt europaweite Studie zur Bauindustrie vor

    München (ots)


    - Rahmenbedingungen für das deutsche Bauhauptgewerbe schlechter
        als im übrigen Europa
    - Anhaltender Preisdruck
    - Dringender Handlungsbedarf bei Kooperationen, Risikomanagement
        und Innovationen
    
    Das deutsche Bauhauptgewerbe sieht das Ende der Talfahrt in der
Branche nahezu erreicht. Die Rahmenbedingungen werden im europäischen
Vergleich zwar schlechter eingeschätzt. Hoffungen setzt die
Bauindustrie jedoch vor allem auf wachsende Investitionen der
Privatwirtschaft. Trotz der erwarteten Zunahme der Bautätigkeit wird
der Preiskampf mit Billiganbietern den deutschen Markt weiter prägen.
Entscheidend für den Erfolg der Unternehmen werden künftig
insbesondere Innovationsfähigkeit, aktives Risikomanagement sowie
kundenorientierte Formen der Zusammenarbeit sein. Dies sind die
zentralen Ergebnisse der Studie "Erfolgsfaktoren der Bauindustrie in
Europa" von Roland Berger Strategy Consultants.
    
    Befragt wurden 200 Führungskräfte aus der Bauindustrie in
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien,
Schweden, Italien, Spanien und Portugal, den neun größten Märkten
Europas.
    
    Während in Deutschland die Krise am Bau ins siebte Jahr geht,
verzeichnen andere europäische Länder wie Spanien dauerhaftes
Wachstum. Dies ist auch auf unterschiedliche Rahmenbedingungen
zurückzuführen. Die deutschen Bauunternehmen hoffen vor allem auf
zunehmende Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft. Vom
öffentlichen Bereich erwarten sie dagegen - anders als die Firmen im
übrigen Europa - keine Wachstumsimpulse. Die angespannte Lage der
öffentlichen Haushalte und der wirtschaftspolitische Reformstau
senken das Vertrauen auf zusätzliche staatliche Bauförderung.
Entsprechend negativ fällt das Urteil über die wirtschaftspolitischen
und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland aus. Zudem rechnen
die Bauunternehmen hierzulande mit andauerndem Preisdruck durch
Billiganbieter.
    
    "Viele Baumanager in Deutschland wissen heute, dass Instrumente
der Vergangenheit allein keinen dauerhaften Markterfolg sichern
können", so Dieter Weiss, Partner im Competence Center Operations
Strategy bei Roland Berger Strategy Consultants. "Das Umdenken hat
begonnen, zukunftsweisende Maßnahmen greifen, wenn auch noch zu
langsam."
    
      Erfolgsfaktoren der Zukunft
    
    Noch immer konzentrieren sich viele Bauunternehmen in Deutschland
auf den Schutz vor einer Rezession: Kostensenkung und operatives
Risikomanagement gelten als bevorzugte Hilfsmittel. Um sich vom
Wettbewerb zu differenzieren, setzen die Baufirmen vor allem auf den
Preis. Damit verhält sich die Branche im europäischen Vergleich
konservativ: Strategische Ansätze wie Kooperationen, Innovation und
Diversifizierung gewinnen nur langsam an Bedeutung.
    
    So bleiben Handlungsoptionen in Deutschland häufig ungenutzt, die
der Bauindustrie im europäischen Ausland bereits nachhaltig zu Erfolg
verholfen haben. Dazu zählen
    
    - Innovationen (z.B. Vertragsmodelle, Erneuerungsprozess)
    - Effektives Risikomanagement (nicht nur operativ, sondern auch
        ganzheitlich-strategisch)
    - Zusammenarbeitsmechanismen (z.B. Zulieferer, Subunternehmer)
    - Kundenorientierte Zusammenarbeit (z.B. Kooperation mit
        Auftraggebern, Partnering, Bauteam)
    - Moderne Unternehmensführung (z.B. Vergütungsmodelle)
    
    Europäische Bauunternehmen halten dauerhafte Kooperation mit
Auftraggebern für den wichtigsten Erfolgsfaktor. Dagegen stufen sie
die Kooperation mit Wettbewerbern als weniger wichtig ein.
    
    Steigender Marktdruck erfordert Innovationen, Risikomanagement und
Kooperationen
    
    Der Studie zufolge wächst der Handlungsdruck in Ländern mit
niedriger Marktkonsolidierung. Wo wenige große Unternehmen einen
hohen Anteil des Marktvolumens ausschöpfen (in Schweden, Frankreich
und Spanien liegt der Anteil der 10 größten Unternehmen bei rund 50
Prozent), schätzt das Management den Handlungsbedarf geringer ein. In
Deutschland, Portugal und Italien dagegen liegt die
Marktkonsolidierung bei nur rund 10 Prozent, mit entsprechend
stärkerem Handlungsbedarf.
    
    Konsolidierung reduziert den Wettbewerbsdruck auf den Märkten. In
Deutschland ist derzeit das Gegenteil zu beobachten: Der Markt
"atomisiert" sich zusehens, immer mehr kleine Firmen entstehen, auch
aus den Pleiten von Großunternehmen. Damit steigt der Marktdruck
weiter an.
    
    "Besonders vor diesem Hintergrund darf die deutsche Bauwirtschaft
die strategische Neuausrichtung nicht länger vernachlässigen", so
Dieter Weiss. "Langfristig haben Unternehmen nur dann eine
Perspektive, wenn sie Innovationen fördern, effektives
Risikomanagement betreiben und sich für Kooperationen öffnen."
    
    
ots Originaltext: Roland Berger Strategy Consultants
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Falls Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Susanne Horstmann
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 (0) 89/9230-8349
Fax: +49 (0) 89/9230-8599
e-mail: susanne_horstmann@de.rolandberger.com

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