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08.07.2019 – 09:29

Roland Berger

Kliniken wollen 30.000 neue Pflegestellen schaffen - trotz sich verschlechternder Wirtschaftslage

Kliniken wollen 30.000 neue Pflegestellen schaffen - trotz sich verschlechternder Wirtschaftslage
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München (ots)

Deutschlands Krankenhäusern fehlen 2019 bereits rund 20.000 Fachkräfte in der Pflege

- Wirtschaftliche Situation der Kliniken verschärft sich deutlich -
  2018 erzielten 32 Prozent ein Defizit, 2019 erwartet fast die
  Hälfte Verluste 
- Investitionen in Digitalisierung schlagen sich bisher nicht positiv
  in den Bilanzen der Krankenhäuser nieder 

Die Krankenhäuser in Deutschland stehen unter großem wirtschaftlichem Druck: Knapp ein Drittel schrieb 2018 Verluste, für 2019 rechnet fast jede zweite Klinik mit einem Defizit (47 Prozent) und nur noch knapp zwei Drittel (65 Prozent) erwarten steigende Umsätze. Im vergangenen Jahr waren es noch 82 Prozent.

Trotz dieser Situation steht der sich verschärfende Fachkräftemangel und nicht Kosten- oder Ergebniszwänge ganz oben auf der Prioritätenliste verantwortlicher Krankenhausmanager. Deutschlandweit wollen sie allein in der Pflege rund 30.000 Stellen bis Ende des Jahres aufbauen. Doch 2018 suchten nur rund 11.000 Fachkräfte eine Arbeitsstelle; Deutschland fehlen also aktuell bereits rund 20.000 qualifizierte Arbeitnehmer für die Pflege im Klinikbereich. Dies geht aus der "Krankenhausstudie 2019" von Roland Berger hervor. Im Rahmen der Analyse haben die Experten der Unternehmensberatung Vorstände und Geschäftsführer der 400 größten deutschen Krankenhäuser befragt.

"Diese Zahlen verdeutlichen den akuten Personalmangel in deutschen Krankenhäusern", sagt Peter Magunia, Partner bei Roland Berger. "Das ist aber bei weitem nicht die einzige Herausforderung für die Kliniken: Demografischer Wandel und der medizinisch-technische Fortschritt haben die Umsätze steigen lassen. Doch diese Ära des Wachstums neigt sich dem Ende entgegen. Stagnierende Fallzahlen werden den Wettbewerb deutlich intensivieren und vermehrt zu Kooperationen oder Fusionen führen."

Attraktivere Ausbildung, gezieltes Marketing und ausländisches Personal für mehr Fachkräfte in der Pflege

Der Fachkräftemangel betrifft sowohl kleinere Häuser in ländlichen Gebieten als auch größere mit Wachstumsambitionen. Den geplanten Stellenaufbau in der Pflege wollen sie mit vielseitigen Maßnahmen vorantreiben: "Verstärktes Marketing, attraktivere Konditionen, mehr Ausbildungsplätze sowie die Suche nach Personal aus dem Ausland stehen im Vordergrund", erklärt Oliver Rong, Partner bei Roland Berger.

Darüber hinaus könnte die "Generalistik"-Reform der Bundesregierung einen positiven Effekt nach sich ziehen. In ihrem Zuge werden ab 2020 drei verschiedene Ausbildungen zusammengelegt. Die Kliniken erhoffen sich so, mehr junge Menschen für die Pflege zu begeistern.

Investitionen in Digitalisierung verfehlen die erhofften Effekte

Allerdings suchen die Kliniken noch nach den geeigneten Mitteln, um sich finanziellen Spielraum für die Ausgaben für Personal und Infrastruktur zu verschaffen. In diesem Kontext blicken die Befragten skeptischer als im Vorjahr auf Digitalisierungsmaßnahmen. Nur 72 Prozent der Verantwortlichen versprechen sich einen positiven Niederschlag in der Bilanz. Im vergangenen Jahr waren es noch ganze 93 Prozent.

"Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Investitionen in die Digitalisierung in den vergangenen Jahren noch nicht den erhofften Erfolg erzielt haben", so Rong. Die digitale Transformation stellt nach Ansicht der Studienteilnehmer eine erhebliche Zusatzbelastung für die Organisation dar. Weiterhin bemängeln die Kliniken fehlende Standardisierung und politische Vorgaben in diesem Kontext.

"Interessant ist, dass die von uns befragten Krankenhäuser das größte Verbesserungspotenzial in ihrer strategischen Ausrichtung sehen, was sich auch mit unseren Erfahrungen deckt", erklärt Magunia. "Gerade Themen wie Standortwahl oder Medizinportfolio stehen hierbei im Fokus. Wollen die Kliniken diese Hebel zur Verbesserung ihrer Ergebnisse ausschöpfen, müssen sie allen voran ihre Ziele klar kommunizieren, um die eigenen Mitarbeiter als Unterstützer zu gewinnen."

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: www.rolandberger.de/pressemitteilungen

Roland Berger, 1967 gegründet, ist die einzige der weltweit führenden Unternehmensberatungen mit deutscher Herkunft und europäischen Wurzeln. Mit rund 2.400 Mitarbeitern in 35 Ländern ist das Unternehmen in allen global wichtigen Märkten erfolgreich aktiv. Die 52 Büros von Roland Berger befinden sich an zentralen Wirtschaftsstandorten weltweit. Das Beratungsunternehmen ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 230 Partnern.

Pressekontakt:

Roland Berger
Claudia Russo
Head of Marketing & Communications
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Tel.: +49 89 9230-8190
E-Mail: Claudia.Russo@rolandberger.com
www.rolandberger.com

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