Roland Berger

Neue Roland Berger-Studie: Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Kinofilmproduktion hängt von Förderungen ab

München (ots) -

   - Die deutsche Kinofilmindustrie generiert einen Jahresumsatz von
     fast 1,4 Milliarden Euro, beschäftigt über 10.000 Menschen und
     sorgt für mehr als 170 Millionen Euro Steuereinnahmen 
   - Internationale Kinoproduktionen schätzen den deutschen Standort
   - hohe Qualität und Effizienz der Filmschaffenden und
     hervorragende Infrastruktur als Vorteil 
   - Die Kinofilmindustrie ist aber auf Filmförderung angewiesen:
     Rund 170 Millionen Euro Fördermittel stellt Deutschland jährlich
     für Kinofilme zur Verfügung 
   - Doch die deutsche Filmindustrie verliert an
     Wettbewerbsfähigkeit: Fördersysteme anderer Länder sind deutlich
     attraktiver 

Die Kinofilmproduktion in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. So wurden 2012 über 240 Kinofilme in Deutschland produziert - doppelt so viele wie im Jahr 2004. Dabei spielen internationale Koproduktionen eine immer wichtigere Rolle: Sie machen mittlerweile fast die Hälfte aller deutschen Spielfilme aus. Insgesamt generierte die Produktion von Kinofilmen in Deutschland im Jahr 2012 einen direkten Umsatz von 573 Millionen Euro. Rechnet man auch die indirekten Umsätze der Zulieferer sowie weitere Ausgaben der Industriebeschäftigten hinzu, so belaufen sich die Umsätze der Branche auf rund 1,4 Milliarden Euro.

In der neuen Studie "Volkswirtschaftliche Effekte der Kinofilmproduktion in Deutschland" analysieren die Roland Berger-Experten die deutsche Kinoindustrie und nehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich unter die Lupe. Die Studie, in die u.a. die Ergebnisse einer Online-Befragung unter internationalen Filmproduzenten einfließen, zeigt: Die Kinofilmproduktion in Deutschland beschäftigt mittlerweile rund 10.000 Menschen und generiert Steuereinnahmen von fast 170 Millionen Euro. Darüber hinaus hat sie eine wichtige kulturelle und technologische Bedeutung.

"Deutschland hat als Standort für Kinofilmproduktion eine gute Position", erklärt Ina Wietheger, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Internationale Filmproduktionen schätzen vor allem die hohe Qualität und Produktivität der deutschen Filmschaffenden, die hervorragende Infrastruktur und flexiblen Arbeitsbedingungen."

Attraktivere Filmförderung erforderlich

Im internationalen Wettbewerb um Kinoproduktionen spielen jedoch vor allem Filmförderungen eine sehr wichtige Rolle. "Immer öfter entscheiden Filmproduzenten, in welchem Land sie ihre Filme drehen und produzieren werden, auf Basis der Attraktivität der Filmförderungen", erläutert Ina Wietheger. "Und hier droht Deutschland im internationalen Vergleich an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren."

In Deutschland stellen Bund und Länder rund 170 Millionen Euro Fördermittel für Kinoproduktionen jährlich zur Verfügung - davon stammen rund 100 Millionen Euro aus Steuermitteln. Das ist weit weniger als in anderen Ländern. So hat z.B. Kalifornien seine jährliche Filmförderung vor kurzem verdreifacht - auf 300 Millionen Dollar. Kanada fördert Kinofilmproduktionen für 320 Millionen Dollar pro Jahr.

Auch die so genannte "Kappungsgrenze" pro Film, d.h. der maximale Förderbetrag pro Film liegt in Deutschland niedriger als in anderen Ländern. So beträgt die Fördergrenze pro Film beim Deutschen Filmförderfonds (DFFF) 4 Millionen Euro, nur in Ausnahmefällen 10 Millionen Euro. Ein Hindernis ist hier auch die mangelnde Planungssicherheit, denn die DFFF-Fördermittel sind haushaltsgebunden und werden daher jährlich neu festgelegt. "Die Förderung der Kinofilmproduktion sollte zum internationalen Standard werden. Wenn eine starke deutsche Kinofilmproduktion gesellschaftlich und politisch erwünscht ist, sollte ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Förderbedingungen gestärkt werden", fasst Ina Wietheger zusammen.

Die Studie können Sie herunterladen unter: www.rolandberger.de/pressemitteilungen

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