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Marktausblick von Roland Berger Strategy Consultants: VISTA-Länder (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und Argentinien) bieten vielversprechende Nutzfahrzeugmärkte

München (ots) -

   - VISTA-Länder werden für Nutzfahrzeuge zunehmend interessant -
     insbesondere als Produktionsstandort 
   - Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW wird 2012 bereits
     bei etwa 150.000 Fahrzeugen liegen 
   - Jährliche Nachfrage wird bis 2015 auf 200.000 Fahrzeuge und
     bis 2020 auf mehr als 250.000 Fahrzeuge steigen 
   - Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am
     langfristigen Wachstum sichern

   Die VISTA-Länder (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und 
Argentinien) werden für die Nutzfahrzeugindustrie zunehmend 
interessant. Die kombinierte Nachfrage nach schweren und 
mittelschweren LKW wird sich 2012 bereits auf etwa 150.000 Fahrzeuge 
belaufen. Die jährliche Nachfrage wird bis 2015 bei 200.000 
Fahrzeugen liegen. Bis 2020 wird sie auf über 250.000 Fahrzeuge 
steigen. Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am
langfristigen Wachstum sichern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse 
eines Marktausblicks von Roland Berger Strateg Consultants mit dem 
Titel "VISTA - New growth opportunities for the commercial vehicle 
industry". 

Die Nutzfahrzeugbranche erlebt derzeit die fundamentalsten Veränderungen in ihrer Geschichte. Der traditionelle Fokus auf die Triademärkte (Nordamerika, Europa und Japan) nimmt ab. Vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) sind neue Märkte und Produktionsstandorte entstanden. Auch wenn die BRIC-Märkte weiterhin eine dominierende Rolle spielen werden, formiert sich mit den VISTA-Staaten (Vietnam, Indonesien, Südafrika, Türkei und Argentinien) bereits eine zweite Welle von Schwellenmärkten. "Die großen, wachsenden Volkswirtschaften von Vietnam bis Indonesien, Südafrika, über die Türkei bis hin zu Argentinien werden die weltweiten Marktanteile künftig verändern und als Produktionsstandorte für OEMs und Zulieferer immer attraktiver werden", sagt Norbert Dressler, Partner und Nutzfahrzeugexperte bei Roland Berger Strategy Consultants.

Boomende Volkswirtschaften und niedrige Lohnkosten

Hauptmotor für die künftige Entwicklung und Attraktivität dieser zweiten Welle von Schwellenländern sind zwei Faktoren: Zum einen schüren die boomenden und großen Volkswirtschaften die Fahrzeugnachfrage. Zum anderen machen niedrige Lohnkosten und günstige Produktionsbedingungen diese Märkte für die nächsten Jahrzehnte zu attraktiven Billigstandorten. Bereits jetzt sind die wirtschaftliche Größe und Entwicklung der VISTA-Märkte enorm. Schon bald wird die Bevölkerung dieser Märkte auf über 500 Millionen Menschen anwachsen. Das kombinierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) übersteigt bereits jetzt das von Brasilien oder Indien und das BIP pro Kopf liegt auf Augenhöhe mit China.

Die rege Produktion von Agrar- und Industrieerzeugnissen für Binnenkonsum und Export heizt die Nachfrage nach Transportlösungen an. Die Inflation ist weitgehend unter Kontrolle, so dass künftige Investitionen und attraktives Wachstum wahrscheinlich sind. "Ausgehend von der aktuellen Wirtschaftslage und ihrer voraussichtlichen Entwicklung liegt die kombinierte Nachfrage nach schweren und mittelschweren LKW bei etwa 150.000 Fahrzeugen im Jahr 2012 und übertrifft damit sogar Brasilien", sagt Dressler. "Bis 2015 wird die jährliche Nachfrage voraussichtlich bei etwa 200.000 Fahrzeugen liegen, bis 2020 wird sie ein Volumen von 250.000 Fahrzeugen deutlich übersteigen." Attraktive Lohnkosten garantieren überdies, dass ein Großteil der Binnennachfrage auf heimischen Märkten produziert wird. Die durchschnittlichen Lohnkosten liegen zwischen 0,5 Euro pro Stunde in Vietnam und etwa 3,0 Euro in Argentinien. Verglichen mit den üblichen Kosten in Regionen wie China (1,5 Euro) oder Brasilien (etwa 4,0 Euro) ist das äußerst attraktiv.

Hersteller müssen vor Ort investieren

Viele Unternehmen haben das Potenzial der VISTA-Länder erkannt. Viele internationale Marken sind bereits in einigen dieser Märkte präsent. Dennoch sind nicht alle in jeder VISTA-Region vertreten. Um sich ihre künftige Marktstellung zu sichern, müssen die Hersteller stärker vor Ort investieren: Zunächst in der CKD-Montage (Completely Knocked Down), anschließend in der vollständigen Fertigung vor Ort. Die derzeitige und künftige Attraktivität dieser Märkte allein kann jedoch nicht den Erfolg einer Markteintritts- oder Wachstumsstrategie garantieren. Jedes VISTA-Land birgt individuelle Chancen und Risiken. Vor massiven Investitionen gilt es zunächst, die politische Stabilität, die lokalen Vorschriften für Unternehmen, die voraussichtliche konjunkturelle Entwicklung, Inflationstrends und den regionalen Wettbewerb unter den Ländern zu sondieren.

Entscheidung in den nächsten fünf Jahren

Einige VISTA-Märkte verfügen zudem derzeit noch nicht über eine ausreichende Zuliefererbasis, um eine massive Fahrzeugproduktion vor Ort zu unterstützen. Der Automobilsektor in Vietnam zum Beispiel konzentriert sich nach wie vor stark auf die Motorrad- und CKD-Montage. Hinzu kommen Probleme in den Bereichen Kompetenz der örtlichen Zulieferer, Kapazität und Produktqualität. Trotz dieser Herausforderungen sind die Größe und das Potenzial dieser Märkte zu bedeutend, um sie zu ignorieren. Nach Auffassung von Roland Berger wird sich die Zukunft dieser Märkte in den kommenden fünf Jahren entscheiden. Dressler: "Internationale Hersteller sollten sich heute Ihren Anteil am langfristigen Wachstum sichern. Ein besseres Verständnis der lokalen Marktbedingungen und des jeweiligen Potenzials jedes einzelnen Nutzfahrzeugherstellers und Zulieferers ist der erste Schritt für den langfristigen Erfolg auf den VISTA-Märkten."

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Rund 2.00 Mitarbeiter haben im Jahr 2009 einen Honorarumsatz von 616 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

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