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Roland Berger Studie zur Bedeutung von Messen für die Hotellerie: Besonders kleinere Städte profitieren von zusätzlichen Arbeitsplätzen

München (ots) -

   - Fast sieben Millionen Übernachtungen an den zehn größten 
     deutschen  Standorten 
   - Im Zeitraum 2005-2008 Anstieg um durchschnittlich 356 Tausend 
     Übernachtungen (+5,4%) im Vergleich zu den vier Jahren davor 
     (2001-2004) 
   - Gewichteter Auslastungsbeitrag der Messen auf die Hotellerie von
     7,2 auf 7,6 Prozent gestiegen 
   - Düsseldorf und Hannover profitieren besonders 
   - Speziell in kleineren Städte entstehen durch  Messen neue 
     Arbeitsplätze, Berlin und München spüren kaum Auswirkungen 

Die Bedeutung der Messen für die Hotellerie hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Von 2001 bis 2008 haben die FKM-geprüften Messen (Gesellschaft zur freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen) in Düsseldorf, Hannover, Frankfurt, München, Köln, Berlin, Nürnberg, Essen, Leipzig und Stuttgart durchschnittlich pro Jahr etwa 6,8 Millionen Übernachtungen bewirkt. Die Hotellerie in Düsseldorf profitiert mit mehr als 1,4 Millionen Übernachtungen am stärksten von den Messen. Messen in Hannover wiederum wirken sich am stärksten auf das Umland aus. Insgesamt stellen Messen und Ausstellungen ein wichtiges Instrument dar, um zusätzliche Nachfrage für das Hotel- und Gaststättengewerbe zu schaffen und positive gesamtwirtschaftliche Effekte (Umwegrentabilität) zu bewirken. Das ist das Ergebnis der Studie "Die Bedeutung der Messen für die Hotellerie" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Messen werden für die Hotellerie immer wichtiger", sagt Norbert Stoeck, Leiter der Practice Group Mega Events&Trade Fairs bei Roland Berger Strategy Consultants. Von 2001 bis 2008 haben die FKM-geprüften Messen an den zehn wichtigsten deutschen Messeplätzen (Düsseldorf, Hannover, Frankfurt, München, Köln, Berlin, Nürnberg, Essen, Leipzig und Stuttgart) zu etwa 6,84 Millionen Übernachtungen pro Jahr geführt. Im Vergleich zum Zeitraum 2001 bis 2004 hat der Beitrag der Messen zur Kapazitätsauslastung der Beherbergungsbetriebe in den vergangenen vier Jahren von 7,2 Prozent auf 7,6 Prozent zugenommen. Der auf den ersten Blick nur geringe Bedeutungsanstieg erklärt sich vor allem durch den deutlichen Anstieg der Bettenkapazität um 19 Prozent - vor allem in Berlin.

Düsseldorfer Hotellerie profitiert am meisten

In Düsseldorf profitiert die Hotellerie am meisten: Die Stadt kann nicht nur die meisten Messe-Übernachtungen insgesamt vorweisen (1,4 Millionen), sondern die Messen tragen hier auch mit 18,2 Prozent (bezogen auf die jährliche Zimmerkapazität) am meisten zur Kapazitätsauslastung bei. Hannover erreicht ebenfalls rund 1,35 Millionen Übernachtungen. Wegen der relativ großen Veranstaltungen in Verbindung mit der begrenzten Kapazität in der Stadt selbst erzielt die Deutsche Messe dort die mit Abstand größten Effekte für das Umland. Mit 709.000 Übernachtungen (von 870.000 insgesamt) weist München die höchste messeinduzierte Übernachtungszahl bezogen auf die Stadt auf. Auf etwas geringerem Niveau kommen die Städte Leipzig, Nürnberg, Essen und Stuttgart auf die höchsten Steigerungsraten bei den messeinduzierten Übernachtungszahlen. Diesen Städten gelingt es zunehmend, ein international attraktives Messeprogramm zu etablieren. Im Durchschnitt führt ein Quadratmeter Nettofläche zu 1,1 Übernachtungen (Topwerte: Düsseldorf: 1,51 und Hannover: 1,44).

Messen als Instrument der regionalen Wirtschaftförderung

In München und Berlin tragen Messen nur unterproportional und immer weniger zur Hotelauslastung bei - dennoch weisen diese Städte trotz des massiven Kapazitätsanstiegs die höchsten Bettenauslastungen auf. Offensichtlich gelingt es München und Berlin besonders gut, Hotels und Pensionen auch durch touristische Attraktionen und Kongresse zu füllen. "Insgesamt beweist unsere Untersuchung zwar, dass Messen und Ausstellungen erheblich dazu beitragen, zusätzliche Nachfrage und damit substanzielle gesamtwirtschaftliche Effekte (Umwegrentabilität) für eine Region zu erzeugen", sagt Stoeck. "Das gilt aber besonders für Städte aus der ,zweiten Reihe', die keine Touristenmagneten sind." "Gerade für diese Städte sind Messen ein wichtiges wirtschaftspolitisches Mittel, um Einkommen und Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Roland Berger Experte Felix von Grega. Stoeck ergänzt: "Deshalb wäre es aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoller, vor allem die Messeplätze in den kleineren Städten zu stärken und sie vor dem massiven Subventionslauf zu schützen. In ohnehin beliebten Touristenziele wie Berlin oder München leisten Messen nur einen relativ geringen Beitrag zur Hotelauslastung und die Tendenz, sich gegenseitig Veranstaltungen abzuwerben, ist am Ende für alle ein Nullsummenspiel". Eigentlich profitiere davon niemand wirklich außer den Messeausstellern: "Durch den harten Konkurrenzkampf der Standorte sind die Quadratmeterpreise bei hoher Qualität nirgends auf der Welt so günstig wie in Deutschland", sagt Stoeck.

Aufenthaltsdauer der Fachbesucher nahezu konstant

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fachbesucher ist in den vergangenen vier Jahren mit 1,66 Tagen (2001-2004: 1,68 Tage) nahezu konstant geblieben. In einzelnen Städten wie Frankfurt, Berlin, Nürnberg, Essen und Düsseldorf nahm sie sogar zu. 2008 lag die Aufenthaltsdauer bei den untersuchten Messestandorten bei durchschnittlich 1,58 Übernachtungen. In Düsseldorf blieben Besucher durchschnittlich 2,24 Tage, in Frankfurt 2,06 und in Berlin und Köln jeweils 1,71 Tage. "Ein wesentliches Argument für Investitionen in Messestandorte sind die gesamtwirtschaftlichen Effekte der Veranstaltungen. Unsere Studie zeigt deutlich, dass zum Beispiel Hotel- und Gaststätten enorm von Messen profitieren", sagt Stoeck.

Die komplette Studie können Sie kostenfrei herunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases

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