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23.01.2004 – 15:20

Forum Moderne Landwirtschaft

Noch Fragen offen
Wird die grüne Gentechnik auf der IGW 2014 zur Normalität gehören?

    Berlin (ots)

Die Erwartungen der Teilnehmer an einer Diskussionsrunde zum Thema "Grüne Gentechnik - eine Perspektive für die deutsche Landwirtschaft?" auf dem ErlebnisBauernhof anlässlich der diesjährigen IGW waren vielfältig: Heike Moldenhauer vom BUND verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, im Jahr 2014 werde die Landwirt- schaft in Deutschland "nur noch Ökolandbau und gentechnikfrei" sein. Demgegenüber prognostizierte Dr. Manfred Lückemeyer vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zukünftig das Miteinander von ökologisch und konventionell angebauten sowie gentechnisch veränderten Kulturpflanzen. Heinrich Kemper, Landwirt aus Ostwestfalen, wünschte sich vor allem Wahlfreiheit, und zwar nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für die Landwirte: Die Möglichkeiten zur Nutzung der grünen Gentechnik sollten nicht verbaut werden. Dr. Hans-Theo Jachmann von der Syngenta Agro GmbH zeigte sich überzeugt, dass grüne Gentechnik in zehn Jahren zum Alltag gehören werde. So sei beispielsweise im Bereich Phytofarming, d.h. in der Züchtung und dem Anbau von Arzneimittelliefernden Pflanzen auch für die Verbraucher ein direkt erkennbarer Nutzen zu erwarten.          Mit Blick auf das aktuell diskutierte Modell der Koexistenz konventioneller und gentechnisch veränderter Pflanzen zeigte sich Dr. Lückemeyer überzeugt, dass der zurzeit vorliegende Gesetzentwurf einschließlich der noch zu gestaltenden Verordnungen dafür Sorge tragen werde, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausreichend zu regeln. Das Gesetz werde entsprechend der EU Freisetzungsrichtlinie, zu deren Umsetzung Deutschland im Rahmen des europäischen Rechts verpflichtet sei, den Anbau ermöglichen.          Heinrich Kemper verwies jedoch darauf, dass sich die Politik seiner Meinung nach aus der Verantwortung gestohlen habe, indem sie die Haftungsfragen auf die Landwirtschaft verlagert habe. Da kein Versicherer bereit sei, dieses Haftungsrisiko abzudecken, halte er die Koexistenz - und damit auch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen - derzeit für gefährdet. Demgegenüber vertrat Heike Moldenhauer den Standpunkt, dass wohl niemand diese Technologie wolle oder gar brauche, denn ihrer Kenntnis nach lehnten rund 70 % der Verbraucher und Landwirte gentechnisch veränderte Pflanzen heute noch ab.          Dr. Jachmann machte seinerseits deutlich, dass die derzeit verfügbaren Sorten tatsächlich im Wesentlichen Vorteile für die Landwirte böten. So habe der Verbraucher beispielsweise von einer Herbizidresistenten Pflanze keine unmittelbaren Vorteile. Allerdings sei zu erwarten, dass in Zukunft auch Sorten verfügbar seien, die direkte Vorteile für die Verbraucher böten. Entsprechende Forschungsvorhaben seien angestoßen.          Einheitlich hielten die Teilnehmer der Veranstaltung jedoch fest, dass die Koexistenz, also das Nebeneinander konventioneller und gentechnisch veränderter Pflanzen sichergestellt sein müsse, um auch in Zukunft für Produzenten und Konsumenten die Wahl zwischen den verschiedenen Anbauformen und Produkten zu gewährleisten.          Der ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche ist eine gemeinsame Initiative der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft mbH, des Deutschen Bauernverbandes e.V. (DBV), der information.medien.agrar e.V. (i.m.a) und der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. (FNL).


ots Originaltext: Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V.
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Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V.
Konstantinstraße 90, 53179 Bonn
Tel.: 0228 / 97993-34, Fax: 0228 / 97993-40
www.fnl.de, E-Mail: a.frangenberg@fnl.de
verantwortlich: Dr. Jürgen Fröhling, Dr. Andreas Frangenberg

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