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Joachim Löw: "Deutschland musste sich fußballerisch weiterentwickeln, sonst hätten wir heute keine Chance mehr"

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Berlin (ots) - Die Nationalmannschaft verliert im letzten Länderspiel vor der Kadernominierung gegen Brasilien mit 0:1 MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN JOACHIM LÖW, GIOVANE ELBER UND CACAU

Anmoderation:

Es war das erste Aufeinandertreffen mit Brasilien nach dem 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale der WM 2014 und das letzte Länderspiel vor der Kadernominierung am 15. Mai für die WM 2018 in Russland. In einem ausgeglichenen Spiel siegten die Brasilianer durch ein Tor in der ersten Halbzeit mit 1:0. Joachim Löw nutzte das Spiel, um Spieler wie Brandt, Plattenhardt, Sané oder Süle die Gelegenheit zu geben, sich für den WM-Kader zu empfehlen. Was denen im Großen und Ganzen gelungen ist. Doch die Fußballexperten im Olympiastadion waren sich einig, dass der Bundestrainer die wichtigsten Posten schon vergeben hat und bereits eine Strategie für die WM im Kopf hat. Das war - trotz fehlender Stammspieler wie Özil, Müller, Khedira oder Hummels - im Spiel gegen die die Selecao deutlich sichtbar.

O-Ton Joachim Löw

In Deutschland, in den früheren Jahren, haben wir immens von Kampf und von Einsatz und von unserem unglaublichen Willen gelebt. Das brauchen wir heute auch noch, aber Deutschland musste sich fußballerisch weiterentwickeln, sonst hätten wir heute keine Chance mehr, weil der Fußball sich in eine ganz andere Richtung bewegt hat. Und heute steht Deutschland glaube ich auch für Kreativität, für Spielfreude, für eine klare Spielphilosophie, für Offensive, für diese Tugenden, die früher vielleicht nicht so ausgeprägt waren, wie sie heute sind. (0:34)

Im Mercedes-Benz Sportpresse waren zwei Vollblutstürmer zu Gast. Der gebürtige Brasilianer und ehemalige deutsche Nationalspieler Cacau und der Brasilianer Giovane Elber. Der ist fest davon überzeugt, dass der brasilianischen Nationalmannschaft in acht Wochen in Russland nicht noch einmal so etwas passiert, wie das 1:7 gegen Deutschland vor vier Jahren:

O-Ton Giovane Elber

Klar, das kriegt man nicht schnell aus dem Kopf oder man wird das nie aus dem Kopf kriegen. Wer das miterlebt hat, das hat schon weh getan das Ergebnis, aber das war untypisch. Aber ich glaube nicht, dass das wieder passieren kann, ein so hohes Ergebnis bei einer WM. Also Deutschland hat uns schon gezeigt, wie gut sie waren und deswegen sind sie ja auch später verdient Weltmeister geworden. (0:24)

Schon im Vorfeld des Brasilien-Spiels hatte Joachim Löw deutlich gemacht, dass es für ihn nicht ausreicht, dass seine Spieler gute Länderspiele abliefern. Er erwartet höchsten Einsatz und Topleistungen von denen, die mit nach Russland wollen ebenso in den Ligaspielen, in der Champions League oder im Pokal. Cacau weiß als ehemaliger Nationalspieler, was das in den kommenden Wochen für die Spieler bedeutet:

O-Ton Cacau

Die Spieler, die sicher dabei sein werden, die wissen Bescheid. Die Anderen müssen ein Stück weit bangen und man bangt bis zum letzten Moment und es gehört dann dazu, diesen Druck auszuhalten. Aber man versucht da ruhig zu sein, um diesen wichtigen Moment dann auch zu erwarten und am Ende war es für mich dann doch gut. (0:21)

Bei der WM in Russland kann es schon im Achtelfinale zur Begegnung Deutschland gegen Brasilien kommen. Giovane Elber wird dann mit der ganzen Familie vor dem TV-Gerät sitzen - im Deutschlandtrikot...

O-Ton Giovane Elber

Also meine beiden Kinder für Deutschland, das war auch 2014 so, ich bin für Deutschland gewesen 2014, nur meine Frau war auf brasilianischer Seite und sie war dann nach dem Spiel untröstlich. Es wird wieder so sein, ja, weil Deutschland haben die im Herzen. Meine Kinder sind hier geboren, alles was ich mit Fußball erreicht habe, war in Deutschland, und deswegen schaue ich nur deutsche Liga, deutschen Fußball, die brasilianische Liga interessiert mich überhaupt nicht. (0:34)

Abmoderation:

Das Spiel Deutschland gegen Brasilien im Berliner Olympiastadion endete mit einer 0:1-Niederlage für das deutsche Team. Für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw war das nach dem 1:1 gegen Spanien ein weiterer Härtetest auf dem Weg zur WM in Russland.

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