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12.10.2016 – 06:30

Mercedes-Benz

Mirko Slomka: "Wir haben ganz tolle Spieler" - Dritter Sieg der DFB-Elf in der WM-Quali - Im Mercedes-Benz Sportpresseclub analysiert Bundesligatrainer Mirko Slomka die Stärken Nationalmannschaft

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Hannover (ots)

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Das war ein Traumstart der deutschen Nationalmannschaft in die WM-Qualifikation: Drittes Spiel, dritter Sieg. Die Mannschaft hat auch gestern Abend in der HDI-Arena eine sehr gute Leistung gezeigt. War Nordirland bei der EM in Frankreich noch ein schwerer Gegner, gegen den es nur zu einem 1:0-Sieg gereicht hatte, so mussten sich die Nordiren dieses Mal mit 2:0 geschlagen geben. Im Mercedes-Benz Sportpresseclub war Bundesligatrainer Mirko Slomka Talkgast. Mit ihm haben wir uns über Stärken und Schwächen der Mannschaft von Joachim Löw unterhalten:

1. Frage: Mirko Slomka, drei Spiele, drei Siege. Wie gut ist die Nationalmannschaft derzeit? Ja, man sieht es ja sehr deutlich nach dem Spiel in Hamburg und nach den Analysen, dass sie sehr flexibel geworden ist, nicht nur von der Spieleröffnung der beiden Innenverteidiger her, diesen traumhaften 50-, 60-Meter-Pässen, die sie auf den Punkt genau gespielt haben, eine Mannschaft überspielt haben. Eine Mannschaft, die eine taktische Einstellung gewählt hat, die Tschechen, wo es Räume gab, wo sie sich einfach extrem flexibel gezeigt hat. Darüber hinaus muss ich sagen, dass die Positionen mit so Pärchen besetzt wurden: Also beide Innenverteidiger, das habe ich gerade schon gesagt, Boateng Hummels, ein absoluter Traum diese beiden, also in allen Bereichen. Wir haben auf der linken Seite Hector Draxler gehabt, zwei Spieler mit extremer Power nach vorne, sehr schnell. Auf der rechten Seite mit Kimmich und Müller zwei Spieler, die nicht nur im Verein zusammenspielen, sondern auch noch sehr kreativ sind, beide extrem torgefährlich. Auf der Doppelsechs Khedira und Kroos, was will man mehr im deutschen Fußball? Und davor noch zwei Spieler, die nicht ausrechenbar sind, mit Özil und Mario Götze. (0:57)

2. Frage: Und dann noch mit Jogi Löw ein Trainer, der eine ganz neue Lockerheit an den Tag legt? Nach der Weltmeisterschaft, nach der gewonnenen WM, glaube ich, kann man auch ein bisschen locker sein. Aber er hat seinen Fokus nicht verloren, das finde ich sehr erstaunlich. Er ist enorm griffig, was die Zusammenstellung der Mannschaft angeht, er ist permanent auf Tagungen mit seinem Trainerteam, das weiß ich, wir treffen uns und telefonieren auch ab und zu mal. Und ich glaube, dass er auch auf die WM in Russland fokussiert ist, um das diesen Titel zu verteidigen. Was ja bisher, ich glaube, erst einer geschafft hat, wenn überhaupt, das weiß ich gar nicht so genau. Jogi ist entspannter, aber auch fokussiert auf den nächsten Titel. (0:33)

3. Frage: In der Gruppe C gibt es - so viel ist jetzt schon sicher - keinen Gegner, den die deutsche Nationalmannschaft fürchten muss. Liegt darin eine kleine Gefahr? Das ist eine kleine Gefahr, das muss ich auch sagen, weil die Gruppe ist einfach zu schwach besetzt. Die Tschechen waren auch für mich die stärkste Mannschaft in dieser Gruppe, die haben wir jetzt mit 3:0 sowas von dominiert, sie waren chancenlos und das wird auch in Tschechien nicht anders sein. Deswegen glaube ich schon, dass sich die Deutschen ganz, ganz souverän qualifizieren. Wie gesagt, ab und zu muss man mal so ein Bollwerk wie heute bei den Nordiren mit Kombinationsspiel durchbrechen, aber dafür sind die Typen genau richtig, die auf dem Platz sind. Die Mannschaft funktioniert, sie funktioniert auch, weil Jogi Löw sie im Griff hat und weil er auch Situationen schafft, in denen auch die einzelnen Spieler ein bisschen unter Druck geraten. Die beiden Sechser zum Beispiel, Khedira und Kross, können nicht so ganz frei aufspielen, weil natürlich im Rücken zum Beispiel Gündogan auf seinen Einsatz wartet, der in seinem Passspiel nach vorne eine besondere Qualität hat. (0:50)

4. Frage: Sie gelten als Entdecker von Manuel Neuer. Sie waren sein Trainer, als er 2006 sein Bundesligadebüt bei Schalke feierte. Damals war Manuel gerade mal 20. Haben Sie da schon geahnt, dass er der beste Torhüter der Welt wird? Nein, das kann man nicht ahnen. Das war auch nicht einfach ihn ins Tor zu stellen, weil Frank Rost war schon eine Größe auf Schalke und auch jemand, dessen Wort Gewicht hatte. Ich war nicht überzeugt von Frank Rost, ich war jetzt auch nicht total überzeugt von Manuel, der hatte erst drei Spiele in der Bundesliga gemacht, als Frank Rost verletzt war. Und dann kam er gegen Bayern München ins Tor, zu Hause, wir standen sowieso unter Druck und Manu hat das super souverän gemacht, wie auch im Training. Er ist ein überragender Fußballer gewesen, hat immer draußen mitspielen müssen, wenn wir mal einer zu wenig oder einer zu viel waren und das hat ihm unheimlich gutgetan. Und er ist eine tolle Persönlichkeit, ein Mensch geblieben, mit dem man immer reden kann, der ganz charmant ist und der überhaupt nicht abgehoben ist. Und das liegt sicherlich auch an seiner tollen Familie. (0:47)

5. Frage: Jetzt ist Manuel Kapitän der Nationalmannschaft. Zurecht? Unbedingt, unbedingt. Ich bin immer so ein bisschen zwiespältig, ob ein Torhüter der richtige Mann ist, der kann nicht so richtig eingreifen auf dem Platz. Aber Manuel ist eine tolle, eine fantastische Persönlichkeit. Wir haben ganz viele davon in der Nationalmannschaft, deswegen glaube ich auch, dass Jogi Recht hat, wenn er sagt: "Wir brauchen eigentlich nicht diesen einen Kapitän, sondern wir haben viele Persönlichkeiten, die eingreifen können." Manuel trägt die Binde, macht die Platzwahl, sein Wort wird sonst sicherlich auch Gewicht haben, aber wir haben ganz viele tolle Spieler. (0:27)

Abmoderation:

Deutschland hat Nordirland gestern Abend mit 2:0 geschlagen. Gast beim Talk im Mercedes-Benz Sportpresseclub waren Mirko Slomka und Ex-Nationalspieler (3 Einsätze) Jan Schlaudraff.

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