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Der Tagesspiegel: CDU-Bundestagsabgeordneter wirbt im Wahlkampf mit Parole von Vichy-Regime und NPD
Heftige Kritik von Grünen und SPD an Henry Nitzsche

Berlin (ots)

Berlin -Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete
Henry Nitzsche gerät erneut in heftige Kritik. Nitzsche, der wieder 
für den Bundestag kandidiert, verkündet auf seiner Homepage als 
Wahlkampfmotto die bei Rechtsextremisten beliebte Parole "Arbeit, 
Familie, Vaterland". Dieser Spruch war das Credo des französischen 
Regimes, das unter Führung von Marschall Pétain im Zweiten Weltkrieg 
mit Hitler-Deutschland kollaborierte. Das "Vichy-Regime" beteiligte 
sich unter anderem an der Deportation von Juden in die 
Vernichtungslager der Nazis. Nitzsches Parole verwandte außerdem die 
NPD im vergangenen Jahr als Motto ihres Bundesparteitags in der 
thüringischen Kleinstadt Leinefelde.
    Die härteste Kritik an Nitzsches Wahlkampfmotto äußerte die 
Grünen-Vorsitzende Claudia Roth. "Die Sprüche von Herrn Nitzsche sind
eine Schande für die sächsische CDU", sagte Roth am Donnerstag dem 
Tagesspiegel. Es liege jetzt an der CDU, gegen solche Parolen 
vorzugehen "und ein klares Zeichen zu setzen: Wer bei der NPD 
abschreibt, hat im Bundestag nichts verloren", so Roth. Auch Niels 
Annen vom SPD-Bundesvorstand attackierte Nitzsche. Dessen Motto sei 
"der Versuch einer Anbiederung an ein rechtes Wählerklientel". Von 
einem Mitglied des Bundestages könne man größere Sensibilität 
erwarten, sagte Annen.
    Nitzsche, Direktkandidat im Wahlkreis 
Kamenz-Hoyerswerda-Großenhain, war für eine Stellungnahme nicht zu 
erreichen.Die NPD zeigte sich im Internet erfreut, "dass nun sogar 
unser Parteitagsmotto übernommen wird". Ende 2003 hatte Nitzsche 
schon Ärger verursacht, als er behauptete, eher werde einem Muslim 
"die Hand abfaulen", als dass er CDU wähle.
Die Informationen stehen Ihnen bei Nennung der Quelle Tagesspiegel
zur Verfügung.

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Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
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