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07.05.2019 – 12:24

HKTDC Hong Kong Trade Development Council

Umweltbewusste Unternehmer sorgen für neue Impulse in der Hongkonger Modeindustrie

Umweltbewusste Unternehmer sorgen für neue Impulse in der Hongkonger Modeindustrie
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Umweltbewusste Unternehmer sorgen für neue Impulse in der Hongkonger Modeindustrie

Die Gründer von Startups, die Bekleidung und Accessoires mit einer besseren Umweltbilanz produzieren wollen, sind nicht nur von ihren eigenen Überzeugungen geleitet, sondern bedienen auch eine steigende Nachfrage der Konsumenten. Laut einer Nielsen Studie verkauft sich Nachhaltiges gut und die Kunden sind bereit, mehr für solche Produkte zu zahlen. Nielsen folgert daraus, dass "Käufer mit nachhaltigen Produkten den Wandel kaufen, den sie in der Welt sehen möchten."

Die australische Designerin Alexandra Foster kam 2016 nach Hongkong, um ihr nachhaltiges Streetwear-Label A.C.F zu etablieren. In der Metropole war das Umweltbewusstsein damals noch nicht sehr ausgeprägt. Da sie Hongkong als ideale Geschäftsplattform sah, ließ sie sich davon aber nicht beirren. Allein die Nähe zum chinesischen Festland mache die Stadt zum perfekten Platz, um ein Modelabel zu gründen.

"Ethische und transparente Produktionsprozesse sind ein großer Teil von A.C.F - wir wollen jede Person kennen, die ein Teil der Kollektion näht, und auch jedes Element der Lieferkette. Die Nähe zu unseren Produktionspartnern war daher wesentlich und die Wahl von Hongkong als Standort brauchte keine lange Überlegung. A.C.Fs Fabrik ist nur 40 Minuten von unserem Design-Studio in Hongkong entfernt und ich bin dort jede Woche," erläutert Foster. Nach ihrem Umzug in die Metropole fokussierte sich die Unternehmerin zunächst darauf, die damals noch kleine Gemeinschaft der Umweltinteressierten zusammenzubringen. "Wir begannen mit Laufwettbewerben rund um das Thema bewusster Lifestyle," erinnert sich Foster. Seither habe sich sehr viel im Bereich Nachhaltigkeit und bewusster Konsum getan.

Nachhaltigkeit betonen

Foster rät ähnlich ausgerichteten Startups, die ökologischen Grundlagen ihrer Marken herauszustellen. "Bei A.C.F legen wir vor allem Wert auf die Vermeidung von Textilabfall, der den stärksten Einfluss auf die Umweltverschmutzung in der Modeindustrie hat." Das Unternehmen kaufe seine Stoffe aus nicht mehr benötigten oder überschüssigen Beständen, damit diese nicht auf Deponien landen. Zudem nutzt die Marke keine tierischen Produkte, auch keinen Filz oder Wolle.

Macht dies das Geschäft für eine Modemarke nicht schwieriger? "Die Textilindustrie ist heute erstaunlich," findet Foster. "Wir verarbeiten sehr viel Baumwolle und Leinen sowie die Zellulosefaser Lyocell (Tencel). Es gibt viele verschiedene Optionen, wenn man außerhalb der bisherigen Grenzen denkt." Damit trifft A.C.F ins Schwarze. Die Marke verkauft online in über 75 Länder, darunter die USA als den größten Markt.

Vom ersten bis zum zweiten Jahr erreichte das Unternehmen ein Wachstum von 56 Prozent, bis zum dritten waren es bereits über 1.000 Prozent. "Diese exponentielle Wachstumskurve setzt sich auch in diesem Jahr fort," so Foster. "Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen aus meiner eigenen Tasche finanziert ist, sind wir unglaublich schnell gewachsen."

Nachhaltige Sonnenbrillen aus Papier

Der Hongkonger Unternehmer James Chu hat mit seiner Marke Paper Shades ebenfalls eine Nische gefunden. Seine modischen Sonnenbrillen sind aus recyceltem Papier gefertigt. Nachdem Chu ein Jahrzehnt im Bereich Design gearbeitet hatte, desillusionierten ihn die Fast-Fashion-Produkte und dadurch erzeugten Abfallberge. "Ich wollte etwas Nachhaltigeres kreieren, sowohl in Bezug auf den praktischen Einsatz, als auch auf das Geschäftsmodell," erläutert Chu. Paper Shades wurde 2016 gegründet. "Die Idee hatte ich im Mai und im November kam die Marke auf den Markt. Die Sonnenbrillen in verschiedenen Stilvarianten werden in Hongkong designt und in Partnerunternehmen auf dem Festland gefertigt. "Sie sind Unisex, verstellbar und eignen sich für unterschiedliche Hauttöne und Gesichtsformen," so Chu.

Vertrieben werden die Sonnenbrillen über die eigene Webseite und mehrere Vertriebsplattformen, unter anderem in die USA, nach Deutschland, Frankreich, UK und Spanien.

Profitabel und flexibel

Ein flexibler Herstellprozess ermöglicht Kreativität beim Design, darunter sind auch individuelle Modelle für Firmen mit deren Logo, und eine schnelle Lieferung. Laut Chu können niedrige Produktionsläufe in sieben Tagen profitabel realisiert werden. Ein nachhaltiges Produkt, das Spaß macht und funktional ist, eigne sich perfekt als Geschenk für Firmenevents, ist Chu überzeugt. "Unsere Sonnenbrillen sind aus robustem und haltbarem recyceltem Papier, um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, und bieten zudem einen Schutz von UV400."

Ansprechpartner für die Redaktion:

Christiane Koesling
Hong Kong Trade Development Council (HKTDC)
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60439 Frankfurt, Germany
Tel: 069 - 9 57 72 - 161 
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