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18.10.2019 – 13:42

BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

vdek irrt: Rabattverträge verursachen Lieferengpässe

Berlin (ots)

"Der Verband der Ersatzkassen (vdek) irrt mit seiner Aussage, Lieferengpässe bei Arzneimitteln seien nicht auf Rabattverträge zurückzuführen", sagt Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI). "Das umfangreiche Rechtsgutachten 'Zehn Jahre Arzneimittel-Rabattverträge' (http://ots.de/wrLQid) von März hat bereits das Gegenteil nachgewiesen: Nach der 'Scharfschaltung' der Arzneimittel-Rabattverträge im Jahr 2007 ist im rabatt-vertragsgeregelten Markt eine Marktkonzentration eingetreten, die die Arzneimittelversorgung massiv beeinträchtigt."

Und das sei kein Wunder, so Dr. Joachimsen: "Wer Marktbedingungen schafft, bei denen immer weniger Anbieter auf noch weniger Wirkstoffhersteller zurückgreifen müssen, weil die Payer für mehr nicht zahlen, der schafft Lieferengpässe. Das untersucht die vdek-Analyse zu Lieferengpässen leider nicht. Die Aussage 'Tatsächlich nicht lieferbar war von den gelisteten Medikamenten jedoch nur eine wesentlich geringere Zahl' aus der vdek-Analyse überrascht. Sonst gibt es von Seiten der Kassen eher den Vorwurf, dass die Liste gar nicht alle tatsächlichen Lieferengpässe enthält", so Dr. Joachimsen. Dass der vdek das Positionspapier des CDU-Politikers Michael Hennrich begrüßt, sieht er grundsätzlich positiv. "Vergessen wurde nur der wichtige Teil, in dem gerade auf den Zusammenhang von Rabattverträgen und Engpässen eingegangen wird und Lösungsansätze gemacht werden. In der Tat brauche man Lösungen für das Problem der Marktkonzentration", so Dr. Joachimsen: "Und hier sollten wir zuerst vor der eigenen Tür kehren. Wir müssen Anbietervielfalt erhalten und Rahmenbedingungen schaffen, die mehrere Bieter im deutschen Markt halten. So vermindert man die Abhängigkeit vom Weltmarkt und Ausfällen dort." Der BPI hat Vorschläge zur Neugestaltung der Rabattverträge gemacht, die in der Politik positiv aufgenommen werden. Dr. Joachimsen: "Es sollte grundsätzlich erst Ausschreibungen geben, wenn mindestens vier Anbieter im Markt sind und wenn die Krankenkasse an mindestens drei Anbieter Zuschläge erteilen müssen, von denen mindestens einer den Standort seiner Produktion in der EU nachweisen muss."

Kontakt:

Andreas Aumann (Kommissar. Pressesprecher), Tel. 030 27909-123,
aaumann@bpi.de

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