BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

BPI: Arzneimittel sind mehr als ein Wirkstoff

Berlin (ots) - Die Vorschläge von KBV und ABDA zur Verbesserung der Therapiesicherheit der Patienten gehen in die falsche Richtung. Eine reine Wirkstoffverordnung wird den Besonderheiten von Arzneimitteln nicht gerecht. Sowohl in der Bioverfügbarkeit, als auch in den Trägerstoffen, als auch in den zugelassenen Indikationen können sich wirkstoffgleiche Arzneimittel deutlich unterscheiden. "Schon jetzt erfolgt der Austausch mit den Rabattverträgen alleine aus Wirtschaftlichkeitserwägungen. Die reine Wirkstoffverordnung würde dies nur weiter verstärken und die Therapiesicherheit und -treue weiter verringern. Es ist unvorstellbar, dass jeder Patient in der Apotheke seine Diagnose erklären muss, damit ein adäquates Arzneimittel ausgewählt werden kann. Die Diagnose gehört in das geschützte Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient", forderte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.

Beschränken sich Ärzte nur noch auf Wirkstoffverordnungen, fördert das in der Realität den Austausch wirkstoffgleicher Präparate. Ein Austausch von Präparaten in einer laufenden Behandlung birgt jedoch auch Risiken. Geradezu gefährlich ist dies für chronisch Erkrankte bei bestimmten Indikationen. Hier können bereits kleine Schwankungen im Wirkspiegel fatale Folgen haben. Man spricht von "kritischen Indikationen" oder einer "geringen therapeutischen Breite" der Wirkstoffe (Critical Dose Drugs). Ein Beispiel sind Medikamente gegen Epilepsie. Hier drohen bei einem Wechsel des Präparates zusätzliche epileptische Anfälle. Weitere Beispiele für kritische Indikationen sind Asthma, Depression, Diabetes und Parkinson. "Auch durch das Medikationsmanagement wie es von KBV und ABDA vorgeschlagen wird, wird dieses Problem nicht behoben, denn nicht alle Patienten werden nur von einem Apotheker versorgt. Auch der Medikationskatalog wirft mehr Fragen auf, als dass er Lösungen böte. Wer entscheidet denn, nach welchen Kriterien welche Medikamente in diesem Katalog enthalten sind und woher nimmt er die Legitimation?", so Fahrenkamp.

Pressekontakt:

Joachim Odenbach
Tel. 030/27909-131
jodenbach@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

Das könnte Sie auch interessieren: