BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

Und jährlich grüßt der AVR

Berlin (ots) - Mit seiner jährlich wiederkehrenden einseitigen Betrachtung der Arzneimittelausgaben versucht der Arzneiverordnungsreport die Welt einfach zu erklären. Obwohl sich die Arzneimittelausgaben im Jahr 2008 in den Grenzen bewegen, die zwischen Krankenkassen und Ärzten verhandelt worden sind. "Wer den AVR liest, kann den Eindruck gewinnen, dass Ausgaben für Arzneimittel per se schlecht sind. Sie sind aber der Versorgung geschuldet, sparen Ausgaben in anderen Bereichen und verbessern die Lebensqualität von Menschen. Das sind Aspekte, die der AVR gerne unter den Tisch fallen lässt" erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie. "Es ist schade, dass diese sehr ausführliche Datenerhebung Jahr für Jahr die Chance vergibt, eine Versachlichung der Debatte zu erreichen".

Insbesondere die platte Subsumierung von allen Schrittinnovationen unter dem Wort Analogpräparate macht deutlich, dass der AVR ein Krankenkassenprodukt ist und sich nicht die Mühe macht, tatsächlichen Fortschritt auch zu benennen. Beispielhaft ist ein Retardprodukt zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen, das erst vor wenigen Jahren von einem mittelständischen Familienunternehmen entwickelt wurde. Damit wurde die mittägliche Einnahme (in Schulen, Horten etc.) überflüssig, was einen großen Fortschritt in der Arzneimitteltherapiesicherheit bedeutet. Wer dies abwertend als Analogpräparat bezeichnet, um Geld einzusparen, hat nicht verstanden was Fortschritt bedeutet.

Zudem werden beispielsweise die Anstiege im Bereich der Tumortherapeutika um 235 Millionen EUR beklagt. Dass dieses Geld eingesetzt wird, um die Versorgung von schwerstkranken Menschen, zum Teil am Lebensende, zu verbessern und ihnen Lebensqualität und Würde zu geben, wird verschwiegen. Auch werden die Zahlen in keine Relation gesetzt. Alleine die Reduktion der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel würde die Krankenkassen um 2,5 Mrd. EUR entlasten.

Positiv ist, dass der AVR zumindest ansatzweise deutlich gemacht hat, dass die 29 Mrd. Euro nicht nur für Arzneimittel, sondern für Arzneimittel und ihre Distribution sowie die Mehrwertsteuer ausgegeben werden. Wenn ein Generikum 1 EUR als Herstellerabgabepreis kostet, bezahlt die Krankenkasse nach allen Handelsstufen und dem Zugriff des Finanzministeriums 11 EUR. Zudem wurde deutlich, dass die Rabattverträge zu einem Chaos für Ärzte, Versicherte und Apotheker führen und als zusätzliches Steuerungsinstrument überflüssig sind.

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Tel.: 030/27909-131,
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