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01.12.2009 – 11:20

journalist - Magazin für Journalist*innen

"Jeder hat drei blöde Sachen bei Google stehen" - Stefan Niggemeier über Kritik im Netz und wie Journalisten damit umgehen sollten

Remagen (ots)

Immer häufiger sind Journalisten harschen
Angriffen im Internet ausgesetzt. Ein unglücklicher Auftritt im 
Fernsehen, eine umstrittene Veröffentlichung oder eine Abmahnung an 
einen Blogger, der zu üppig aus dem eigenen Text zitiert hat - schon 
stehen Berichterstatter am digitalen Pranger. Wie viel Kritik und 
Beleidigung sind zumutbar? "Bei Kritik gilt: jede. Beleidigungen: gar
nicht", sagt Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Blogger, im 
Gespräch mit dem Medienmagazin journalist. "Grundsätzlich muss ich 
aber hinnehmen, dass andere Leute entscheiden, wie groß sie meinen 
Fehler aufblasen wollen."
Ein Patentrezept für den Umgang mit den Kommentar- und Mailfluten 
gibt es laut Niggemeier nicht. Je nach Mentalität und Thema könne es 
besser sein, sich auf eine Diskussion mit den Usern einzulassen oder 
auch mal "alles an sich abtropfen zu lassen". Schützen könne man sich
jedoch nicht: "Man kann nur überlegen, wie man damit umgeht." Dass 
der Stein des Anstoßes dauerhaft im Netz bleibt, ist für Stefan 
Niggemeier ein handhabbares Problem. "Es ist völlig normal, dass 
jeder von uns drei blöde Sachen bei Google stehen hat", sagt der 
Berliner Journalist. "Wir werden lernen müssen, damit umzugehen, dass
die eigene Geschichte so leicht zugänglich ist."
Das Blog stefan-niggemeier.de ist für seine kritischen Beiträge 
und bissigen Userkommentare bekannt. Die Verantwortung für den 
Tonfall der Debatten sieht Stefan Niggemeier zum Teil bei sich 
selbst: "Wenn ich einen Eintrag wirklich scharf formuliere und an die
Grenze dessen gehe, was ich an Kritik zulässig finde, ist das 
gelegentlich für einige Kommentatoren Ansporn, noch einen 
draufzusetzen und damit zumindest meine Grenze des Zulässigen zu 
überschreiten. Daraus muss ich selbstkritisch schließen: Eigentlich 
hätte ich nicht so weit vorlegen dürfen."
Den kompletten Themenschwerpunkt zur öffentlichen Rolle von 
Journalisten lesen Sie in der Dezemberausgabe des Medienmagazins 
journalist. Diese Vorabinformation ist mit Quellenangabe zur 
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:

journalist - Das deutsche Medienmagazin
Anna von Garmissen / Matthias Daniel
Chefredaktion
Telefon: +49(0) 228 20172-24
Fax: +49(0) 228 20172-33
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