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Korn-Ferry-Experte: Neuer Job in der Corona-Pandemie – So sollte eine zeitgemäße Bewerbung aussehen

Korn-Ferry-Experte: Neuer Job in der Corona-Pandemie – So sollte eine zeitgemäße Bewerbung aussehen
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Die rapide Veränderung der Arbeitswelt durch die Pandemie stellt viele Menschen vor die Herausforderung, sich neu zu bewerben. Die einen, weil sie ihren alten Job verlassen müssen, die anderen, weil sie sich verändern wollen. Bei vielen liegt die letzte Bewerbung Jahre oder Jahrzehnte zurück. Wie sollten exzellente Bewerbungsunterlagen heute aussehen? Darüber gibt Carsten Schaefer, Experte der Organisation- und Personalberatung Korn Ferry, Auskunft.

(1) Begründen Sie kurz und in einfachen Worten, warum Sie an einer möglichen Position Interesse haben, was Sie mitbringen und wie Sie gemeinsam mit Ihrem neuen Arbeitgeber wachsen wollen

„Der Fokus auf das Wesentliche fällt vielen Bewerberinnen und Bewerbern schwer, vor allem wenn sie eine veritable Karriere aufzuweisen haben“, sagt Carsten Schaefer. „Dennoch empfehle ich sich zu verdeutlichen, was der Zweck einer Ansprache ist: Den anderen zu überzeugen, einen persönlich kennen zu lernen. Nicht die literarischen Fähigkeiten in Form eines langen Aufsatzes oder einer nicht enden wollenden Aufzählung von Erfolgen unter Beweis zu stellen.“ Schaefer empfiehlt bei der Erstansprache den Fokus auf drei bis fünf Kompetenzen und Erfahrungen zu setzen, die spezifisch zu der neuen Funktion passen. Carsten Schaefer sagt: „Viele raten dazu, auch die eigenen Erfolge aufzuzählen. Das können Sie auch durchaus erwähnen, aber halten Sie die Balance – und sparen Sie sich weitere Details für Ihren Lebenslauf auf.“ Zuletzt empfiehlt der Experte von Korn Ferry, eine gemeinsame Wachstumsperspektive aufzuzeigen: „Beschreiben Sie, was Sie schon mitbringen. Und beschreiben Sie auch, was Sie darauf in der neuen Funktion aufbauen wollen, wo Sie lernen wollen. Beschreiben Sie eine gemeinsame Wachstumsgeschichte mit Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber. Bedenken Sie dabei: Es geht dabei wirklich um beide Seiten, nicht nur um Sie. Ihr Wachstum muss Ihrem neuen Arbeitgeber nützen, damit es für ihn relevant ist.“

(2) Begründen Sie nachvollziehbar, einfach und selbstbewusst Ihre Wechselbereitschaft – aber verfallen Sie nicht in eine ‚Weg von‘-Argumentation

Auch erfahrenen Managerinnen und Managern fällt es oft schwer zu begründen, warum sie eigentlich wechseln wollen. Oft sind Frustration in der aktuellen Funktion, fehlende Wertschätzung oder nicht ausreichende Wachstumschancen der Grund. „Aber drücken Sie das Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber nicht im Detail aufs Auge“, sagt Carsten Schaefer. „Am Ende interessiert ihn das in der Tiefe auch gar nicht, auch wenn er selbstverständlich die Wechselwilligkeit nachvollziehen möchte. Darum rate ich dazu, wirklich in aller Kürze zu begründen – und das Thema damit abzuräumen. Sie wollen schließlich später nicht Ihr ‚Weg von‘ reflektieren, sondern mit Ihrem neuen Arbeitgeber das ‚Hin zu‘ besprechen. Darauf sollte Ihr Fokus liegen.“ Schaefer ist der Ansicht, dass eine Begründung der Wechselwilligkeit „nachvollziehbar, einfach und selbstbewusst“ formuliert sein sollte. Ein Beispiel: ‚Nach einer erfolgreichen Zeit als Manager, hat mein Arbeitgeber eine neue Position für mich vorgesehen, in der ich meine Stärken nicht voll ausspielen kann. Darum verändere ich mich nun aktiv.‘ Oder: ‚Mein Unternehmen hat die strategische Ausrichtung gewechselt. Aus Sicht des Top-Managements kann ich diesen Wechsel absolut nachvollziehen, möchte mich deshalb aber selbst lieber an anderer Stelle einbringen.‘

(3) Bennen Sie namentlich ein bis zwei Referenzen, die Sie exzellent einschätzen können

Carsten Schaefer sagt: „Viele bieten Referenzen auf Nachfrage an. Abheben können sich Bewerberinnen und Bewerber damit, dass sie ihre ein bis zwei wirklich wichtigen Referenzgeber direkt namentlich benennen. Und damit dem neuen Arbeitgeber schon einen Eindruck geben, wer sich verbürgen würde.“ Zum Namen gehören die korrekte, vollständige Funktion, der Name des Unternehmens mit Rechtstitel, Email-Adresse und im besten Fall die Handy-Nummer. „Und vergessen Sie nicht mögliche akademische Titel“, rät Carsten Schaefer. „Im Optimalfall sind die Referenzgeber Personen, die die Bewerberin oder den Bewerber aus direkter Berichtslinie beurteilen können. Das kann ein ehemaliger, aber auch ein aktiver Vorgesetzter sein.“ Grundsätzlich gilt: Je höher Referenzgeber in der Hierarchie stehen, desto stärker fällt ihr Wort ins Gewicht. „Natürlich können Sie im mittleren Management damit überzeugen, wenn nicht nur Ihr Bereichsleiter für Sie sprechen würde – sondern sogar ein Mitglied der Geschäftsleitung oder des Vorstands. Achten Sie nur darauf, keine Gefälligkeitsreferenzgeber nur aufgrund ihrer Titel zu bitten. Geschickte Interviewer erkennen sofort, ob jemand Sie wirklich einschätzen kann.“

(4) Konzentrieren Sie sich in Ihrem Lebenslauf auf Ihre individuellen Erfolge – und denken Sie daran: Es geht nicht um Ihre Vergangenheit, sondern um Ihre Zukunft

Viele Lebensläufe listen mit vielen Bullet-Points Tätigkeiten auf, ohne diese hinsichtlich ihrer Relevanz oder gar der Ergebnisse zu qualifizieren. „Ein Arbeitgeber weiß dann zwar, was sie ungefähr so gemacht haben“, sagt Carsten Schaefer. „Aber er kann überhaupt nicht einordnen, ob die erzielten Ergebnisse zu seiner Erwartungshaltung an eine Tätigkeit passen.“ Darum rät Carsten Schaefer, konkrete Ergebnisse im Lebenslauf zu benennen. ‚Senkung der Kosten um 15 Prozent in einer Warengruppe‘, ‚Erhöhung der Kundenkontaktquote um 20 Prozent‘ oder ‚Implementierung von SCRUMM als neue Projektmanagementmethode‘ können solche Ergebnisse sein. Carsten Schaefer sagt: „Natürlich zählen auch qualitative Ergebnisse. Aber denken Sie daran, stets auch quantitative Erfolge anzuführen. Die Wirtschaft tickt am Ende doch nach Zahlen. Sie können auch in Funktionen, in denen Sie nicht unmittelbar für Gewinn und Verlust verantwortlich waren, quantitative Erfolge beschreiben.“ Die benannten Ergebnisse sollten zudem zur angestrebten Funktion passen. „Ich rate immer dazu, die eigenen Erfolge im Hinblick auf die neue Funktion zu reflektieren“, sagt Schaefer. „Fragen Sie sich: Welche dieser Erfolge könnten Sie in neuer Funktion wiederholen oder übertreffen? Welche Erfolge verhelfen Ihnen in der neuen Funktion zu wachsen? Definieren Sie den Inhalt Ihres CVs individuell und ausgehend von Ihrem Ziel – sehen Sie ihn nicht als starres Dokument, der Punkt für Punkt Ihre Vergangenheit beschreibt. Schließlich geht es um Ihre Zukunft.“

(5) Reichen Sie Ihre Unterlagen bei der richtigen Person über den richtigen Weg ein – beschäftigen Sie dazu im Vorfeld intensiv mit dem neuen Arbeitgeber und seinem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit

Entscheidungsstrukturen von Unternehmen sind heterogen. Wo an der einen Stelle die Personalabteilung eine bedeutende Rolle in der Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten spielt, ist sie an anderer Stelle nur prozessbegleitend aktiv. Wo in dem einen Unternehmen eher eine machtvolle Einzelperson die Entscheidung trifft, gibt es im anderen Unternehmen Gremienentscheidungen. Wo Sie die eine Person problemlos in Social Media anschreiben können, sollten Sie es bei der anderen tunlichst unterlassen. „Eins ist klar: den einen Weg zur Eröffnung der eigenen Bewerbung gibt es nicht“, sagt Carsten Schaefer. „Die Vorbereitung auf eine neue Funktion und einen neuen Arbeitgeber sollte darum abseits der Inhalte für die Funktion damit beginnen: Wer ist der richtige Ansprechpartner? Indizien können Presse- und Medienberichte, das Auftreten im Internet und auf sozialen Medien, die Website, öffentliche Auftritt auf Foren und verschriftliche Erfahrungswerte von früheren Bewerberinnen und Bewerbern im Internet sein. Im Zweifel zahlt es sich aus, direkt einen Entscheider anzusprechen – und nicht den Weg über die Personalabteilung zu wählen. Entscheidend ist: Recherchieren Sie ausführlich, machen Sie sich ein Bild, treffen Sie eine Entscheidung. Und stellen Sie damit unter Beweis, dass Sie sich voll auf Ihren neuen Arbeitgeber konzentrieren werden.“

(6) Seien Sie mutig und versuchen Sie einen ganz anderen Weg – aber nur, wenn er wirklich zu Ihnen, Ihrer angestrebten Rolle und ihrem potenziellen zukünftigen Arbeitgeber passt

„Kreative Bewerbungen müssen heute nicht mehr Konfetti im Umschlag sein“, sagt Carsten Schaefer. „Zu vielen Industrien und Funktionen passt das überhaupt nicht. Darum sollte Kreativität durchaus breiter gedacht werden.“ Kreativ zu sein kann zum Beispiel heißen, das Anschreiben komplett handschriftlich zu verfassen. Schaefer sagt: „Das kann vor allem Unternehmen mit tradierten Führungsstrukturen und einer senioren Führung ansprechen, weil es heute so gut wie gar nicht mehr vorkommt.“ Kreativ zu sein kann auch heißen, einen inhaltlichen Beitrag unter einen Internet-Post des potenziellen Entscheiders zu einem Thema zu verfassen – und damit den eigenen Namen ins Spiel bringen, bevor man überhaupt über eine mögliche Beschäftigung spricht. „Aber nicht jeder muss aus dem Standard ausbrechen. Grundsätzlich ist es in vielen Funktionen und bei vielen Arbeitgebern bis heute besser, die ‚Basics‘ richtig gut und sauber zu machen – allein dadurch wird man auffallen. Wer aber für sich entscheidet, einen mutigen Ansatz zu wählen, der muss darauf achten, dass dieser Ansatz sowohl zum neuen Arbeitgeber als auch wirklich zu einem selbst passt. Fehlende Kongruenz zwischen dem Bild, das man transportieren möchte, und der Realität werden sonst schnell im persönlichen Gespräch aufgedeckt. Und Enttäuschung ist die denkbar schlechteste Emotion Ihres Gegenübers, wenn Sie mit ihm über Ihre gemeinsame Zukunft sprechen wollen.“

Über Korn Ferry

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