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02.09.2020 – 08:31

Korn Ferry

Korn Ferry: Motivation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sinkt in Coronakrise - Führungskräfte besonders gefordert

Korn Ferry: Motivation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sinkt in Coronakrise - Führungskräfte besonders gefordert
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Korn Ferry: Motivation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sinkt in Coronakrise - Führungskräfte besonders gefordert

Drei von fünf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern fällt es bei fortschreitender Corona-Pandemie schwerer, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Gleichzeitig sagen 67 Prozent, dass sie heute noch mehr Arbeit hätten als vor Beginn der Krise. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 1.064 Menschen durch die Organisations- und Personalberatung Korn Ferry.

Als Grund für die Konzentrationsschwäche haben 45 Prozent der Befragten angegeben, zu viele Verantwortlichkeiten gleichzeitig erhalten zu haben. Fast jeder Dritte fühlt sich durch die Pandemie und ihre Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft mehr und mehr überfordert. Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte (55 Prozent) angegeben haben, dass die neuen Arbeitsbedingungen zu Konflikten mit ihrer Familie geführt haben. In neun Prozent der Fälle sogar zu deutlichen Konflikten. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlen sich zudem wirtschaftlich unsicher: 61 Prozent fürchten sich mehr vor den ökonomischen als den medizinischen Konsequenzen der Krise.

"Das Überstehen der Pandemie und deren Folgen gleicht einem Marathon", sagt Christoph Mât, Leiter Assessment & Succession, von Korn Ferry. "Den Menschen wird zunehmend klar: Ein kurzfristiges Ende ist nicht zu erwarten. Vor 2021 ist mit einer medizinischen und damit auch gesellschaftlichen Erholung kaum zu rechnen. Und das auch nur dann, wenn es signifikante medizinische Fortschritte bei Impfstoff und Behandlung von Covid19 gibt. Da ist bei vielen, wie im Mittelteil eines Marathons, die Luft raus. Das Ziel scheint noch so unerreichbar weit entfernt. Da kommt es jetzt darauf an, nicht aufzugeben und durchzuhalten."

Führungskräfte haben besondere Herausforderung: Sie dürfen die Produktivität nicht einbrechen zu lassen

Diese Durchhaltephase müssen vor allem die Führungskräfte jetzt gestalten. Christoph Mât sagt: "Führungskräfte waren bereits in der ersten Pandemie-Phase vor große Herausforderungen gestellt." Umstellung auf Home Office und Remote-Arbeit, Treffen schwieriger Entscheidungen in kürzester Zeit, Verkündung schwieriger Entscheidungen wie Kurzarbeit, Lohnkürzungen oder gar Entlassungen, fehlender Planungshorizont. "Wer heute führt, macht in kürzester Zeit eine der schwierigsten Phasen seiner Karriere mit, für den ihn bisherige Führungsstrategien und -konzepte kaum ausreichend vorbereitet haben", sagt Christoph Mât.

Der einzige Kontakt, den Führungskräfte und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielen Unternehmen seit Monaten haben, ist der über Telefon und Videokonferenzen. Dementsprechend haben 70 Prozent der Befragten angegeben, beim digitalen Austausch die Kamera häufiger (22 Prozent) oder viel häufiger (48 Prozent) anzuschalten.

"Der physische Kontakt ist auch heute noch vielfach nicht möglich, gerade in globalen Organisationen wird dies vielleicht noch viele weitere Monate so anhalten", sagt Christoph Mât. "Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte ein Vorbild sind und ihre Videofunktion ausreichend nutzen um damit Präsenz zu zeigen. Es ist zudem an ihnen, trotz der physischen Ferne mit jedem einzelnen ihrer Mitarbeiter die größtmögliche Nähe herzustellen: mit so vielen Einzelgesprächen wie möglich, neben Gesprächsrunden in Gruppen. Und wenn das nicht möglich ist, wirkt auch eine aufmunternde SMS vom Chef manchmal große Wunder. Es geht in dieser Phase darum, die Motivation der Teams unbedingt zu erhalten und damit ihr Durchhaltevermögen zu stärken."

Auch Führungskräfte müssen geführt werden: Hohe Unterstützung aus dem Top-Management notwendig

Christoph Mât sagt: "Aber auch Führungskräfte werden geführt - vom Top-Management oder den Aufsichtsorganen. Wir raten diesen obersten Gremien, das bei allen anderen strategischen und operativen Herausforderungen nicht zu vergessen. Auch wenn wichtige Entscheidungen getroffen, Kunden und Stakeholder intensiv gepflegt werden müssen: die eigenen Führungskräfte sind nicht nur das Bindeglied in die Mitarbeiterschaft. Sie sind vor allem auch Menschen, die unter einer besonderen Anspannung stehen. CEOs, Vorstände und Geschäftsführungen sollten hohe Präsenz zeigen, offen auf ihre eigenen Top-Leute zugehen, zuhören und wo es geht versuchen, aus ihrer Position heraus zu helfen. Wer bisher Führung stets als Nebenprodukt von Management gesehen hat, muss spätestens jetzt umdenken. Sonst droht die Stimmung im Unternehmen zu kippen."

Die vollständigen Daten und Zahlen der Untersuchung finden Sie hier:

https://www.kornferry.com/about-us/press/professionals-more-worried-about-economic-fallout-than-threat-of-illness-due-to-pandemic

Über Korn Ferry

Korn Ferry ist ein globales Beratungsunternehmen für Organisation, Talent Management und Development sowie Executive Search. Wir helfen Unternehmen, ihre Geschäfts- und Talentstrategie zu synchronisieren, um Top-Performance zu erzielen. Dazu entwickeln wir neue Strukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten in den Organisationen unserer Klienten und helfen ihnen, mit den richtigen Menschen ihre Strategie mit Leben zu füllen. Wir beraten sie darin, wie sie diese Menschen ansprechend vergüten, persönlich entwickeln und langfristig motivieren können.

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