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10.10.2019 – 08:47

Korn Ferry

Korn-Ferry-Untersuchung: Im NASDAQ haben Produkt-zentrierte Manager die Führung übernommen, in Deutschland bisher nicht

Korn-Ferry-Untersuchung: Im NASDAQ haben Produkt-zentrierte Manager die Führung übernommen, in Deutschland bisher nicht
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Korn-Ferry-Untersuchung: Im NASDAQ haben Produkt-zentrierte Manager die Führung übernommen, in Deutschland bisher nicht

51 der 100 CEOs der an der amerikanischen Technologie-Börse NASDAQ gelisteten Unternehmen haben eine Karriere im Umfeld von Produkt, Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb absolviert. Nur zwölf Prozent waren vor der Beförderung zum Vorstandschef als Chief Financial Officer (CFO) zuständig für die Finanzen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry. Ein Trend, der auch für deutsche Vorstandsetagen relevant sein wird?

- CEO benötigt künftig ein hohes Gespür für Kundenbedürfnisse, Markt und 
  Innovation
- In den 130 größten deutschen Unternehmen an der Börse führen nur vereinzelt 
  Manager mit maßgeblicher Produkterfahrung
- Wert von Führungskräften mit hoher Produktnähe wird künftig steigen 

16 der heutigen NASDAQ-CEOs waren in ihrer Karriere in herausgehobener Position bereits für Produkte sowie Produktentwicklung verantwortlich. Genauso viele waren, bevor sie das höchste Position im Unternehmen erklommen haben, für Sales und/oder Marketing zuständig. Und 19 der Vorstandschefs sind die Gründer ihres Unternehmens und damit unmittelbar Mit-Erfinder der maßgeblichen Produkte und Dienstleistungen.

"Im Technologie-getriebenen Umfeld des NASDAQ geht es bei vielen Unternehmen darum, die innovativsten Produkte am schnellsten und mit der größtmöglichen, weltweiten Skalierbarkeit anzubieten", sagt Alexander Wink, Senior Client Partner und Leiter der EMEA-Digitaleinheit im Executive Search von Korn Ferry. "Darum ist es für den CEO immens wichtig, ein möglichst gutes Gefühl für Kundenbedürfnisse, Vermarktbarkeit, das gesamte Marktumfeld und Innovation zu entwickeln. Das kann er sicherlich dann am besten, wenn er selbst einmal Produkte entwickelt, verantwortet oder maßgeblich vertrieben hat. Schon seit einigen Jahren gibt es in den USA den 'Chief Product Officer', der vielfach die Kompetenzen im Management-Team in diesem Kontext bündelt."

Bisher dominieren andere Karrierepfade in Deutschland

In Deutschland ist dieser Trend noch nicht spürbar angekommen. Nach einer Untersuchung von Korn Ferry im Jahr 2018 war ein Fünftel der heutigen Chefs eines DAX/MDAX/SDAX/TecDAX-Unternehmens zuvor schon CFO im Laufe der Karriere. Vertriebschefs, die unmittelbar danach zum Firmenlenker aufgestiegen sind, kommen vereinzelt vor, sind aber statistisch nicht relevant (< 2%). Kein einziger von 170 deutschen Vorstandschefs war vor seinem Erstantritt als CEO unmittelbar zuvor 'Chief Marketing Officer' seines Konzerns. Weniger als vier Prozent der heutigen deutschen CEOs haben ihre Laufbahn im Marketing begonnen, immerhin elf Prozent im Vertrieb und 17 Prozent in der Forschung und Entwicklung. Aber: Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Vorstandschefs war zuvor Chef einer operativen Geschäftseinheit, sogar 28 Prozent bevor sie das erste Mal CEO wurden.

"Marktnähe in Verbindung mit General-Management-Erfahrung ist auch in Deutschland in den letzten Jahren durchaus belohnt worden", sagt Alexander Wink. "Eine Produkt-Zentrierung in der Karriere war aber nicht festzustellen - und ist es auch heute noch nicht. Karriere haben in den vergangenen Jahren vielfach Kandidatinnen und Kandidaten aus Strategie, Finanzen, Produktion und operativer Steuerung gemacht. Das war eine logische Folge dessen, dass Deutschlands stärkste Produkte wie das Automobil oder viele B2B-Güter und -Dienstleistungen bereits erfunden waren, es nach einer Ausweitung der Vermarktung vor allem um die Optimierung von Prozessen und Steigerung von Effizienz ging. Es drängt sich der Eindruck auf, dass diese Ära bald vorüber sein könnte, wenn man sich vielfach die Einschläge in alte eingesessene Branchen durch weltweite Tech-Startups anschaut."

Wert von Managern mit Produktnähe wird deutlich steigen

Alexander Winks sagt: "Die Automobilindustrie ist gerade dabei das Automobil und Mobilität neu zu erfinden, der Handel hat vielfach reagiert und sich komplett neu aufgestellt, der Finanzsektor kämpft auf breiter Front. Und alle eint die Herausforderung: Die neuen Bedürfnisse ihrer Kunden möglichst frühzeitig zu erkennen, die entsprechenden Produkte auf diese Bedürfnisse hin sehr rasch zu entwickeln und dann gezielt auf den Markt zu bringen. Da wird es künftig einer deutlich anderen Produktsensibilität bedürfen als in den letzten 20 Jahren deutscher Wirtschaftsgeschichte. Darum ist meine Einschätzung, dass Führungskräfte sich langfristig sinnvoll aufstellen, wenn sie ihre Karriere in maximaler Nähe zu den Produkten des Unternehmens verbringen. Ihr Wert für die Unternehmen wird künftig deutlich steigen."

Über die Untersuchung:

Korn Ferry hat im Q3.2019 die öffentlich ersichtlichen Lebensläufe der 100 NASDAQ-CEOs untersucht und näherungsweise nachgebildet, inwieweit die heutigen Top-Manager maßgeblich Produkt-Verantwortung in ihrer Karriere getragen haben. Zur Untersuchung der deutschen Manager hat Korn Ferry im April 2018 die Lebensläufe von 170 Vorstandsvorsitzenden der Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX ausgewertet, um zu prüfen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die jeweiligen Karrierewege aufweisen. Vereinzelte Veränderungen können sich bis heute ergeben haben.

Über Korn Ferry

Korn Ferry ist ein globales Beratungsunternehmen für Organisation und Executive Search. Wir helfen Unternehmen ihre Geschäfts- und Talentstrategie zu synchronisieren, um Top-Performance zu erzielen. Dazu entwickeln wir neue Strukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten in den Organisationen unserer Klienten und helfen ihnen, mit den richtigen Menschen ihre Strategie mit Leben zu füllen. Wir beraten sie darin, wie sie diese Menschen ansprechend vergüten, persönlich entwickeln und langfristig motivieren können.

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