Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Bologna-Prozess: bpt lehnt "Tierarzt light" ab

    Frankfurt/Main (ots) - Der tierärztliche Beruf ist ein Heilberuf auf wissenschaftlicher Basis, und das soll auch so bleiben. Die praktizierenden Tierärzte in Deutschland gewährleisten durch ihre qualifizierte medizinische Versorgung von Hobby- und Nutztieren nicht nur hohe Tierschutzstandards, sondern sichern auch die Produktion von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Damit und durch ihre Tätigkeit in der Lebensmittelkontrolle sorgen sie für die Gesundheit der Verbraucher.

    Mehr als 65 Prozent der tiermedizinischen Studienabgänger in Deutschland sind nach ihrem Studium in Deutschland als praktizierende Tierärzte tätig. Damit sie ihre anspruchsvollen Aufgaben erfüllen können, ist nach Ansicht des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt) eine umfassende Ausbildung erforderlich. Der bpt lehnt deshalb die Einführung von "Bachelor"- und "Master"-Abschlüssen entsprechend der so genannten Bologna-Erklärung von 1999 in der tierärztlichen Ausbildung ab.

    "Die damit angestrebte Berufsfähigkeit nach dreijährigem Studium würde die Struktur des Gesamt-Curriculums tiefgreifend verändern", erklärt Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des bpt. In der kurzen ersten Studienphase müsste nach Auffassung des Verbandes entweder weitgehend auf wissenschaftliche Vertiefung verzichtet werden oder eine starke Reduzierung der Lerninhalte erfolgen. Eine derartige Veränderung der gesundheits- und verbraucherpolitisch sensiblen tierärztlichen Ausbildung gefährdet nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern birgt ein hohes Risiko an unerwünschten Folgen.

    "Wir sehen daher für künftige "Veterinär-Bachelor" keine Möglichkeit, tierärztlich verantwortlich arbeiten zu können. Eine solche Ausbildung läuft völlig am Arbeitsmarkt vorbei. Die angestrebte Mobilität innerhalb der Europäischen Union ist bereits auf Grundlage der existierenden EU-Gesetzgebung in der Tiermedizin, auch ohne Einführung von "Bachelor"- und "Master"-Abschlüssen, gegeben", erläutert Hans-Joachim Götz. "Bereits im Studium gilt es die Weichen richtig zu stellen. Deshalb ist das Staatsexamen als Qualitätsgarantie für die tierärztliche Ausbildung unverzichtbar. Einen "Tierarzt light" lehnen wir ab."

    Der bpt fordert deshalb die zuständigen Ministerien und Institutionen auf, statt über die Einführung von "Bachelor"- und "Master"-Abschlüssen im Tiermedizinstudium nachzudenken, endlich eine umfassende Studienreform voranzutreiben, die sicherstellt, dass den Studierenden die für eine Berufsausübung als praktizierende Tierärztin und praktizierender Tierarzt dringend erforderlichen praktischen Fähigkeiten im Studium besser vermittelt werden. "Das ist zurzeit das vordringlichste Anliegen, damit Tierärzte auch künftig qualifiziert für die Gesundheit von Mensch und Tier sorgen können", so Götz.

    Ansprechpartner für diese Meldung:      
    Dr. Hans-Joachim Götz, bpt-Präsident T. 01 71 / 6 82 35 55        
    Heiko Färber, bpt-Geschäftsführer, T. 0 69 / 66 98 18 - 10

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