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05.03.2019 – 11:24

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

"Sparkurs der Kassen gefährdet ambulante Pflege."
CDU-Pflegepolitiker Dr. Roy Kühne fordert nach Praxiseinsatz bessere Bezahlung der ambulanten Pflege in Niedersachsen

Hannover (ots)

Die niedrigen Vergütungen für ambulante Pflegedienste in Niedersachsen gefährden wichtige Jobs und letztlich die Versorgung von Pflegebedürftigen. Davor hat der CDU-Pflegepolitiker Dr. Roy Kühne bei seinem heutigen Praxistag in der ambulanten Pflege gewarnt. "Wir Politiker haben die Pflicht, Pflegedienste bei ihren Verhandlungen mit den Kassen zu unterstützen, damit endlich die Preise verhandelt werden können, die betriebswirtschaftlich sinnvoll und notwendig sind. Dass die Vergütungen für ambulante Pflege in Niedersachsen bundesweit unterdurchschnittlich sind, ist ein Problem", sagte der Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit dem Team der Apocare im Nordharz.

Zuvor hatte Dr. Kühne die Fachkräfte bei der Versorgung eines Peritonealdialyse-Patienten, einer anspruchsvollen Wundversorgung und verschiedenen weiteren pflegerischen Einsätzen begleitet. "Ich habe innerhalb weniger Stunden medizinisch und pflegerisch komplexe Tätigkeiten, einfühlsame Demenzbegleitung, den Einsatz von Telemedizin und ein Zusammenspiel von Pflege und Ärzten auf Augenhöhe erlebt. Dass wir so hochspezialisierte und attraktive Arbeitsplätze in ländlichen Regionen wie dem Harz haben, ist eine Besonderheit. Die hier tätigen mittelständischen privaten Unternehmen können diese spannenden Jobs direkt vor der Haustür aber nur anbieten, wenn sie wirtschaftlich arbeiten können", so Kühne. "Mit dem gegenwärtigen Sparkurs gefährden die Kassen die pflegerische Versorgung, die sie eigentlich sicherstellen sollen."

Apocare-Geschäftsführer Sebastian Dücker befürwortete im Gespräch Arbeitsvertragsrichtlinien mit höheren und dennoch flexiblen Gehältern. Starre Tarifverträge hingegen lehnt er ab. "In unserem Unternehmen haben wir ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche, von der Pflege über die Medikamentenversorgung bis hin zur Alltagsunterstützung. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wollen wir möglichst individuelle und attraktive Arbeitsbedingungen bieten." Unflexible Regelwerke verhinderten dies. "Lohnsteigerungen werden derzeit von den Kassen ausgebremst. Einem Unternehmen geht es nur gut, wenn es genügend Fach- und Hilfskräfte hat, deshalb müssen und wollen wir angemessene Gehälter zahlen. Sie müssen jedoch von den Kostenträgern auch refinanziert werden."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.200 in Niedersachsen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Henning Steinhoff, Leiter der
bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder 0162/132 16
78, www.bpa.de

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