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bpa kritisiert Mogelpackung der Bundesanstalt für Arbeit / Arbeitsmarkt "Pflege" braucht verlässliche Zahlen

    Bonn (ots) - Die Bundesanstalt für Arbeit ist in die Kritik
geraten. Der Bundesrechnungshof stellte  nach Überprüfung von fünf
Arbeitsämtern zahlenmäßig zu hohe und damit grob fehlerhafte Angaben
zu den erfolgreich vermittelten Arbeitsplätzen fest. Die Art und
Weise der Aufgabenerfüllung durch die Arbeitsämter ist
reformbedürftig. Dies bezieht sich nicht nur auf die Vermittlung
selbst, sondern auch darauf, dass die von den Arbeitsämtern
vorgelegten Zahlen zur Arbeitsmarktsituation die
Beurteilungsgrundlage für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen bilden.
    
    Für den Arbeitsmarkt "Pflege" legen die Arbeitsämter regelmäßig
Zahlen vor, die mit der tatsächlichen Situation wenig gemein haben.
Wenn beispielsweise in einem Arbeitsamtsbezirk in Rheinland-Pfalz
nach offiziellen Zahlen 800 zu besetzenden Stellen 2000
arbeitsuchende Pflegekräfte gegenüberstehen, scheint wenigstens auf
dem Papier der Fachkräftemangel hier kein Thema zu sein. Die Realität
sieht anders aus: Bereits jetzt können Stellen mit dringend
benötigten Pflegefachkräften nicht besetzt werden. Angesichts der
demographischen Entwicklung wird sich diese Situation in Kürze
bundesweit verschärfen, ohne dass die von den Arbeitsämtern
vorgelegten Zahlen dies widerspiegeln.
    
    "Bei der Ermittlung der Anzahl der arbeitsuchenden Pflegekräfte
nehmen die Arbeitsämter eine Differenzierung zwischen Fach- und
Hilfskräften nicht vor. In die Statistik werden alle diejenigen
aufgenommen, die sich bereit erklären, auch Tätigkeiten in einem
Pflegeheim zu übernehmen. Das Ergebnis ist, dass häufig nur weniger
als 10 % der Arbeitssuchenden tatsächlich über eine Qualifikation als
Pflegefachkraft verfügen", so Herbert Mauel, Geschäftsführer des bpa.
    
    "Fatale Wirkung dieser wirklichkeitsfremden Darstellung des
Arbeitsmarktes "Pflege" durch die Arbeitsämter ist, dass die
Dringlichkeit des Handlungsbedarfs aufgrund des Personalmangels im
Pflegebereich angesichts der Statistiken der Arbeitsämter von der
Politik vielfach übersehen werden", so Herbert Mauel weiter.
Forderungen nach jetzt notwendigen ausbildungs- und
arbeitsmarktpolitischen Reformen werden so mit falschen Zahlen
abgewehrt.
    
    Bernd Meurer, Präsident des bpa: "Es ist an der Zeit, die
Aufgabenerfüllung der Arbeitsämter effizienter zu gestalten. Der bpa
fordert, dass auch für den Arbeitsmarkt "Pflege" differenzierte und
verlässliche Zahlen vorgelegt werden, die mit der Wirklichkeit
übereinstimmen. Solange dies nicht geschieht, sind die Statistiken
der Arbeitsämter ein Hemmschuh für die dringend notwendigen Maßnahmen
der Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik im Bereich Pflege. Neben
einer massiven Unterstützung der Ausbildung ist auch der Zugang von
Pflegefachkräften aus Nicht-EU-Ländern notwendig."
    
ots Originaltext: bpa
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Für Rückfragen:
Herbert Mauel
bpa-Geschäftsführer
Tel. (0228) 604380

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