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20.11.2015 – 10:53

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Regelverschärfung statt Antworten auf den Fachkräftemangel
bpa fordert innovativen Umgang mit der Fachkraftquote in der Pflege

Mainz (ots)

"Auf den wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege antwortet die Landesregierung nicht mit Innovationen, sondern mit schärferen Regeln für die Einrichtungen." Der Präsident und rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, hat das Land Rheinland-Pfalz aufgefordert, zukunftsweisende Vorschläge für den Einsatz von Fachkräften in der Pflege zu machen. "Die geplante Weiterentwicklung des Landesgesetzes über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) beschäftigt sich nicht mit der Frage, wie eine moderne Pflege mit den zur Verfügung stehenden Fachkräften sichergestellt werden kann, sondern droht den Pflegeheimen lediglich schärfere Konsequenzen bei nicht besetzten Fachkraftstellen an."

Der Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, David Langner, erklärte, die Landesregierung stehe an der Seite der privaten Anbieter, wenn es um die Sicherung der Fachkräfte in der Pflege geht. Mit der "Fachkräfte- und Qualifizierungsinitiative Gesundheitsfachberufe 2012-2015" begegnen wir dem Fachkräftebedarf gemeinsam mit allen relevanten Akteuren des rheinland-pfälzischen Gesundheitswesens und der Pflege. Außerdem brauchen wir für ein qualitativ hochwertiges Angebot für Menschen, die auf Leistungen des Gesundheitswesens und der Pflege angewiesen sind und ihre Angehörigen, die privaten Anbieter."

bpa-Präsident Meurer kritisierte konkret eine geplante Neuregelung, nach der sich Pflegeeinrichtungen künftig selbst einen Belegungsstopp verordnen sollen, wenn sie die vorgeschriebene Personalausstattung auch nur kurzzeitig nicht erfüllen. "Die Aufsichtsbehörden wissen ganz genau, dass sie mit solchen Maßnahmen dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und deren Angehörige unter Umständen keine Plätze mehr finden. Jetzt sollen die Einrichtungen den schwarzen Peter bekommen und sich selbst bestrafen." Meurer forderte stattdessen, wissenschaftlich untersuchen zu lassen, wie viele Fachkräfte für eine qualitativ hochwertige Pflege notwendig sind. "Für die überall geltende Fachkraftquote von 50 Prozent gibt es keine fachliche Begründung."

Die Landtagsabgeordnete Hedi Thelen sprach sich im Dialog mit dem bpa-Präsidenten für mehr Vertrauen in die Pflegeunternehmen aus: "Wir wollen, dass Pflegebedürftige und deren Angehörige flächendeckend hochwertige Pflegeangebote finden. Das können die Kommunen nicht im Alleingang sicherstellen."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast 450 in Rheinland-Pfalz) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Jutta Schier, Landesbeauftragte, 06131 - 88 032 0,
www.bpa.de

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