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23.10.2015 – 16:58

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

"Der Markt ist ein Pfadfinder der Bedürfnisse"
Dr. Norbert Blüm unterstreicht auf bpa-Fachtag die Bedeutung der privaten Pflegeunternehmen
Experten warnen vor Unterversorgung

Düsseldorf (ots)

"Eine der größten Errungenschaften der Pflegeversicherung sind Sie." Mit diesem klaren Bekenntnis zur Bedeutung der privaten Pflegeunternehmen hat der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Dr. Norbert Blüm den Fachtag der nordrhein-westfälischen Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) eröffnet. Mit Blick auf die Geschichte der Pflegeversicherung und ihre künftige Entwicklung sagte Blüm: "Der Markt ist einer der Pfadfinder, um Bedürfnisse aufzuspüren." Er halte einen Wettbewerb in der Pflege für wichtig, bei dem sich die durchsetzen, "die das gute Herz mit Wirtschaftlichkeit verbinden."

Die nordrhein-westfälische Landespolitik versuche jedoch, die Pflegelandschaft zu gestalten, ohne auf die Erfahrungen der Branche und die Voraussagen der Wissenschaftler zu hören, kritisiert der bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann. Beide seien sich einig, dass auch in Zukunft alle Versorgungsformen gebraucht würden, um eine Wahlfreiheit für Pflegebedürftige und deren Angehörige aufrecht zu erhalten. "Die Politik müsste das eigentlich wissen, schädigt die stationäre Pflege aber trotzdem mit untauglichen Vorgaben", ärgert sich Beckmann. Die Befürchtungen des bpa wurden jüngst erneut durch ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bestätigt, das bereits für das Jahr 2030 fast 50.000 zusätzliche stationäre Pflegeplätze für notwendig erachtet. Auch das Gutachten von IEGUS und RWI im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft sagt einen entsprechenden Trend voraus.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, unterstrich neben einem notwendigen Ausbau von ambulanten Strukturen und der Tagespflege auch die Bedeutung von stationärer Versorgung, wo eine Pflege innerhalb der Familie nicht möglich sei. Mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren zum 2. Pflegestärkungsgesetz erklärte Laumann, mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff werde auch eine kritische Überprüfung der derzeit geltenden Personalausstattung notwendig. "Wenn wir Pflegebedürftige und deren Bedarfe realistisch einstufen, dann muss das auch zu einer realistischen Personalbemessung führen."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast 1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der Landesgeschäftsstelle
Nordrhein-Westfalen, Telefon: 0211 - 311 39 30, www.bpa.de

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