bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Hessen gefährdet eigene Erfolge beim Pflegenachwuchs
bpa fordert Einsatz des Landes für den Erhalt der Altenpflegeausbildung

Wiesbaden (ots) - "Die hessische Landesregierung ist dabei, die eigenen Erfolge für mehr Fachkräfte in der Altenpflege zu gefährden", warnt der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Jochen Rindfleisch-Jantzon angesichts der Pläne der Bundesregierung für eine Zusammenlegung der drei Pflegefachberufe zu einer generalistischen Ausbildung. "Die Grünen im Bundestag warnen vor dramatischen Folgen für die Altenpflege, doch in Hessen scheint dies nicht zu gelten. Die Grünen hier im Land schweigen zu Gunsten des Koalitionsfriedens."

Geplant ist ein neues Pflegeberufsgesetz auf Bundesebene: Aus den drei unterschiedlichen Berufen Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege je mit dreijähriger Ausbildung soll bei gleicher Dauer einer entstehen. Der Altenpflegeberuf würde damit abgeschafft, und das trotz der steigenden Ausbildungszahlen. Minister Grüttner hat erst letzte Woche zu Recht stolz verkündet, dass im letzten Schuljahr mit 2.238 Anfängern noch einmal deutlich mehr junge Menschen in den Altenpflegeberuf gestartet sind", so der bpa-Landesvorsitzende. Dabei habe der Minister die Anstrengungen der Pflegeeinrichtungen und ihrer Verbände gelobt und weitere gemeinsame Kraftanstrengungen gefordert, um dem steigenden Fachkräftemangel zu begegnen.

"Der bpa und seine fast 1.000 hessischen Mitgliedseinrichtungen sind dazu gerne bereit, wir befürchten allerdings einen dramatischen Einbruch der Ausbildungszahlen, wenn die generalistische Pflegeausbildung kommen sollte", kritisiert Rindfleisch-Jantzon. Aktuelle Untersuchungen erwarten nämlich einen bundesweiten Verlust von etwa 50.000 Ausbildungsplätzen, weil gerade kleine Pflegeheime und Pflegedienste aufgrund bürokratischer Anforderungen und zusätzlicher Kosten kaum noch ausbilden könnten. Zudem bekämen die Unternehmen nach drei Jahren Absolventen, die kaum mehr Praxiserfahrung in der Altenpflege hätten.

Auch der eigenen Verpflichtung, die pflegerische Versorgung im Land sicherzustellen, könne Hessen nicht mehr nachkommen, wenn noch mehr Fachkräfte in der Altenpflege fehlten, warnt Rindfleisch-Jantzon. "Wenn die schwarz-grüne Landesregierung nicht deutlich im Bundesrat für den Erhalt der eigenständigen Altenpflegeausbildung kämpft, trägt sie anschließend die Verantwortung für fehlende Fachkräfte, ein schlechteres Ausbildungsniveau und eine schwindende Versorgung vor Ort."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 950 in Hessen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

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Für Rückfragen: Manfred Mauer, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle
Hessen, Telefon: 0611 - 34 10 790, www.bpa.de

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