bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Sächsisches Sozialministerium verlangt weiter Schulgeld für Altenpflegeausbildung /Politik setzt Ankündigungen nicht um, Altenpflegeschüler zahlen die Zeche/Fachkräftemangel in Sachsen wird verschärft

Leipzig (ots) - Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) ist verärgert über die mangelnde Umsetzung der Ankündigungen des Sächsischen Sozialministeriums bei einer der wichtigsten Aufgaben der sächsischen Pflegebranche. Der Grund dafür ist, dass Sachsens Auszubildende zum Altenpfleger - trotz Fachkräftemangels im Freistaat - auch in diesem Jahr wieder Schulgeld zahlen müssen. Damit bricht das Ministerium ein gegebenes politisches Versprechen. "Jedem Auszubildenden im Handwerk oder der Industrie wird ein kostenloser Berufsschulplatz zur Verfügung gestellt und auch das Medizinstudium ist kos-tenlos. Es ist ein Skandal, dass gleichzeitig Altenpflegeschüler für ihren Schul-platz zahlen müssen. Das gibt es in keiner anderen Branche und gehört endlich abgeschafft", sagt Dr. Matthias Faensen, Vorsitzender des bpa Sachsen.

Die Mitgliedsunternehmen des bpa werben seit Jahren für die Ausbildung in der Altenpflege in Sachsen und müssen potentiellen Bewerbern auch für das an-stehende Schuljahr 2015/2016 erneut vermitteln, dass ein Schulgeld zwischen 50 bis 150 Euro monatlich aufzubringen ist.

"Es ist eine Farce. Seit Jahren setzt sich der bpa dafür ein, die Schulgeldpflicht in Sachsen abzuschaffen. Bereits 2013 sagte dies die damalige Sächsische Sozialministerin Christine Clauß zu und formulierte im Jahr 2014 eine entsprechende Aussage in der Initiative "Pro Pflege Sachsen". Darüber hinaus waren sich auch die Regierungsfraktionen nach der Landtagswahl 2014 in dieser Frage einig und verankerten im Koalitionsvertrag die Abschaffung des Schulgeldes. Und jetzt müssen wir erfahren, dass es das Sächsische Sozialministerium auch in diesem Jahr nicht schafft, die Auszubildenden von den finanziellen Belastungen in der Berufsausbildung zum Altenpfleger zu befreien und verweist auf das kommende Jahr", so Dr. Faensen und ergänzt: "Pflegefachkräfte sind ein anerkannter Mangelberuf, alle Pflegeeinrichtungen suchen dringend Fachkräfte, um die Versorgung der pflege- und hilfebedürftigen Menschen gewähr-leisten zu können, und das Sächsische Sozialministerium verschärft den Fachkräftemangel durch seine Untätigkeit."

Für weitere Verstimmung sorgt, dass offenbar auch im nächsten Jahr nicht geplant ist, das Schulgeld gänzlich abzuschaffen, sondern vielmehr ein Förder-topf installiert werden soll, aus dem dann die Azubis ihr Schulgeld per Antrag zurückfordern können. Faensen: "Auf diese Weise wird unnötige Bürokratie geschaffen, die Auszubildenden müssten in Vorleistung gehen. Statt Schulabgänger für einen Beruf in der Pflege zu motivieren, werden sie so eher abgeschreckt."

Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe sieht anders aus und setzt zumindest einen kostenlosen Schulplatz für Altenpflegeauszubildende voraus. Der bpa Sachsen erneuert deshalb noch einmal seine Forderung, das Schulgeld für die Ausbildung in der Altenpflege gänzlich abzuschaffen - sofort, ohne Kompromisse und unnötige Bürokratie.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon beinahe 500 in Sachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Jacqueline Kallé, Leiterin der
bpa-Landesgeschäftsstelle Sachsen, Tel.: 0341/211 05 30, Mobil:
0162/134 135 6, www.bpa.de

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