bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Todesstoß für Altenpflegeausbildung?
Unterschriftenaktion zum Erhalt des Berufs auf Altenpflege-Messe in Hannover

Berlin/Hannover (ots) - Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht eine Reform der Pflegeausbildung vor. Danach sollen künftig die bisher separaten Ausbildungsgänge in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zu einem einzigen neuen Pflegeberuf mit einer generalistischen Ausbildung verschmelzen. "Die generalistische Pflegeausbildung würde jedoch das Aus für die Altenpflege bedeuten", ist sich Peter Dürrmann, Vorsitzender des Bündnisses für Altenpflege, sicher: "Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass sich bei einer generalistischen Pflegeausbildung die meisten Absolventen eher für eine Tätigkeit im Krankenhausbereich und weniger für die Altenpflege interessieren." Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), ergänzt: "Die Abschaffung des spezialisierten Berufs Altenpflege würde weder den Pflegeberuf attraktiver machen noch den Fachkräftemangel beseitigen. Dies ist für die wachsende ältere Bevölkerung und die Sicherstellung der Versorgung eine gefährliche Entwicklung."

Im Rahmen der Altenpflege-Messe in Hannover startet das Bündnis für Altenpflege heute eine groß angelegte Unterschriftenaktion gegen die generalistische Pflegeausbildung: Bis zum 27. März 2014 können die über 30.000 Messebesucher Postkarten an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe unterzeichnen und damit ein deutliches Zeichen für den Erhalt der Altenpflegeausbildung setzen. Daneben wird die Möglichkeit geboten, sich unter www.buendnis-altenpflege.de an der Aktion zu beteiligen.

Schon heute fehlen Tausende examinierte Altenpfleger/-innen. Neueste Untersuchungen gehen davon aus, dass sich der Personalbedarf in der Altenpflege verdoppeln wird. Ohne den spezialisierten Beruf des Altenpflegers/der Altenpflegerin wird unser Land die Herausforderungen des demografischen Wandels nur schwer bestehen. Deshalb engagieren sich Auszubildende, Altenpfleger, Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste für die Weiterentwicklung der Altenpflege und gegen die Generalistik. Vor diesem Hintergrund hat sich das Bündnis für Altenpflege gegründet. Dieses vertritt zwischenzeitlich die überwiegende Mehrheit der Altenpflegeeinrichtungen, der Altenpflegeschulen, den Berufsverband der Altenpflegekräfte und den Verband der Leitungskräfte der Altenpflege sowie diverse weitere Organisationen.

Das Bündnis für Altenpflege (www.bündnis-für-altenpflege.de) repräsentiert schon heute über die Hälfte aller Pflegeeinrichtungen. Beteiligt sind: Arbeitskreis Ausbildungsstätten Altenpflege, Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Deutsche Akademie für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V., Deutscher Berufsverband für Altenpflege e.V., Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e.V., Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V., Deutscher Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen, Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V., Wohnstifte im Paritätischen. Unterstützt wird die Zielsetzung des Bündnisses zudem vom Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen.

Pressekontakt:

Susanne van Cleve, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des bpa, Tel.:
030/30 87 88 60, www.bpa.de

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