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02.07.2013 – 17:49

bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

bpa begrüßt Peer Steinbrücks Ankündigung, im Falle eines Wahlsiegs 125.000 neue Arbeitsplätze im Pflegebereich zu schaffen

Berlin (ots)

Die SPD will nach den Worten von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Falle eines Wahlsiegs in der kommenden Legislaturperiode rund 125.000 neue Arbeitsplätze im Pflegebereich schaffen. "Wir brauchen mehr Pflegepersonal, weil die Pflegebedürftigen mehr Zeit für Zuwendung brauchen", begründete Steinbrück im Gespräch mit der "Rhein-Zeitung" den Vorstoß. Die zusätzlichen tariflich entlohnten Stellen sollen demnach mit einer Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte einhergehen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat diese Ankündigung von Peer Steinbrück positiv aufgenommen. "Für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen stellt die Gewinnung von Fachkräften die größte Sorge dar", sagt bpa-Präsident Bernd Meurer. "In der Altenpflege könnten sofort 50.000 Fachkräfte eingestellt werden." Studien vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln gehen davon aus, dass die Lücke bis zum Jahr 2025 sogar auf 200.000 Vollzeitkräfte steigen könnte. "Wo sollen diese Kräfte herkommen?", fragt Meurer. "Selbst wenn jeder dritte Schulabgänger sich für den Pflegeberuf entscheidet, reicht dies nicht aus."

Der bpa fordert die Bundesregierung auf, ein Sicherungsprogramm Pflege zu beschließen und es dem Parlament so rasch es geht zuzuleiten. Bei einem absehbaren Bedarf von bis zu 200.000 Pflegefachkräften in den anstehenden Jahren ist absehbar, dass diese Größenordnung auf dem heimischen Arbeitsmarkt nicht zu gewinnen sein wird. "Bei dieser Zahl geht es nur um die zusätzlichen Pflegekräfte, darüber hinaus müssen wir unsere Pflegekräfte entlasten und mehr Zeit für die Pflege zur Verfügung stellen. Hierbei schafft der Vorschlag von Herrn Steinbrück Entlastung", so Meurer weiter.

Ziel eines Sicherungsprogrammes muss es daher sein, mindestens 50.000 Pflegefachkräfte in anderen Ländern anzuwerben. "Ein solches Anwerbeprogramm in Ländern mit einem Überschuss an gut ausgebildeten Pflegefachkräften würde endlich die nötige Entlastung für die Pflegekräfte vor Ort, die Angehörigen, Pflegedienste und die Pflegeheime bringen", so Präsident Meurer.

Es hätte bei einem staatlichen finanziellen Aufwand von rund einer halben Milliarde Euro auch eine merkliche konjunkturelle Wirkung, weil Investitionen in Pflegeeinrichtungen vorankämen und über Löhne, Steuern sowie Sozialabgaben eine dauerhaft hohe Wertschöpfung erreicht würde. Die Sicherung der Pflege sollte Regierung und Parlament dies wert sein.

Für den bpa-Präsidenten steht fest: "Neben der verstärkten Ausbildung und Qualifizierung sowie der Steigerung der Berufsverweildauer ist die Zuwanderung ausländischer Pflegefachkräfte aus EU- wie auch aus Nicht-EU-Staaten unverzichtbar." Der bpa fordert eine stärkere Willkommenskultur und bittet die Politik um Unterstützung, die viel zu hohen Sprachhürden an ausländische Pflegefachkräfte zu reduzieren. Der bpa fordert zudem konkrete Verbesserungen für die schnellere und einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und vereinfachte Zuwanderungsverfahren.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca. 18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030-30878860

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