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Der Kampf ums Kabel: Konzernchefs und Politiker diskutieren auf dem medienforum NRW

    Köln (ots) - Die Deutsche Telekom verkauft ihre Kabelnetze. In der Hoffnung auf hohe Renditen sind deutsche und internationale Investoren bereit, Milliarden zu bezahlen und weitere Milliarden in die technische Aufrüstung zu investieren. Denn: Wer das Kabel besitzt, hat Medien- und Meinungsmacht - und die Aussicht auf sprudelnde Geldquellen. Ob dies gelingt, am Ende gar die Medien- und Meinungsfreiheit auf dem Spiel steht, oder ob das Kabel vielmehr zum multimedialen Millardengrab verkommt, ist Gegenstand eines Symposiums des medienforum NRW am Montag, den 5. Juni in Köln. Die Rednerliste glänzt mit den prominentesten Protagonisten des Kampfes ums deutsche Kabel; einige, wie der US-Investor Richard Callahan, nehmen in Köln erstmals öffentlich Stellung zu ihren Plänen.          Näher betrachtet, stellt sich die Situation im Kabel reichlich verworren dar: Denn was die Telekom verkauft, ist nicht "das" Kabel, sondern nur eine Teilstrecke. Die begehrte "letzte Meile" zum Kunden - die so genannte "Netzebene 4" - unterhalten zumeist private Netzbetreiber, die im Dachverband ANGA organisiert sind. Jede Partei verfolgt eigene Interessen und Konzepte  - und selbst die Deutsche Telekom will auch nach dem Verkauf ihres Netzabschnittes weiter mitmischen, indem sie die technische Hoheit übers Kabel beibehält und ihre Allianz mit der Kirch Gruppe verstärkt. Die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse, Technikkonzepte und kollidierenden Konzerninteressen führen zu einer Zersplitterung des Kabelnetzes.

    Daneben gibt es Betreiber, die ihre Netze bereits völlig unabhängig von der Allianz Kirch/Telekom betreiben - und mit dieser zum Teil in den Konkurrenzkampf treten: Dazu gehört der Netzbetreiber PrimaCom, der seine 1,3 Millionen Haushalte künftig nicht nur mit Free-TV, sondern auch mit eigenem Pay-TV-Angeboten, Multimedia, Internet und sogar Telefondiensten versorgen will.               Zahlt der Zuschauer die Zeche?

    Möglich werden solche Konzepte nicht nur durch enorme
Investitionen in die Aufrüstung der Technik, sondern auch in den
"Content", also Programminhalte und Multimediaangebote. Und hier
bitten sich Netzbetreiber und Programmanbieter gegenseitig zur Kasse:
Für populäre Programme müssen Netzbetreiber zunehmend bezahlen, um
wiederum von anderen Contentanbietern Geld für die Durchleitung oder
Einspeisung zu verlangen. Am Ende der Kostenspirale steht der
Zuschauer. Er soll die Investitionen in die schöne neue Kabelwelt
durch den verstärkten Konsum kostenpflichtiger Angebote wieder
einspielen. Doch wie viel ist er angesichts steigender
Rundfunkgebühren und Bundesliga per Pay-per-View bereit zu bezahlen?
Und: Wem "gehört" eigentlich der Zuschauer? Dem Betreiber der
"letzten Meile"? Dem Signallieferanten? Dem Inhalteanbieter oder
Plattformbetreiber? Nicht nur über diese Frage wird auf dem
medienforum NRW debattiert.
    
    Politischer und wirtschaftlicher Sprengstoff allerorten: Die
privaten Netzbetreiber beklagen eine unzureichende Programmlieferung
durch die Deutsche Telekom. Die Wohnungswirtschaft fürchtet, dass
TV-Zuschauer massenhaft zum preiswerten Sat-Empfang überlaufen und
Gebäudefassaden mit "Schüsseln" verunzieren. Die Medienallianz F.U.N.
Free Universe Network kämpft für offene Decoderstandards und gegen
die Methode der Telekom, selbst Free-TV-Programme fürs Kabel zu
verschlüsseln, um sie somit einzig für die "D-Box" der Kirch Gruppe
empfangbar zu machen. Die Deutsche Telekom plant, sich die
Technik-Tochter des Kirch-Konzerns Beta Research einzuverleiben. Die
Bertelsmann Broadband Group setzt wiederum auf ein völlig anderes,
mit PC-Technik gespicktes Konzept. Daneben erscheinen neue Anbieter
wie die Fremdsprachenplattform FSP auf der Bildfläche, um den
privaten Netzbetreibern eine Programmeinspeisung unter Umgehung der
Telekom-Netze anzubieten. Alle "Player" der Kabelwirtschaft sind zum
medienforum NRW vor Ort - mithin haben sich die Organisatoren der
Kölner Veranstaltung den Zugriff auf eines der am heißesten
diskutierten Medienthemen gesichert.
    
    "Strategische Investitionen im Breitbandkabel und Digitalen
Content in Deutschland" - Ein Symposium des Fachkongress "Agenda
2000" innerhalb des medienforum NRW am Montag, den 5. Juni ab 14:00
Uhr in Köln. Das detaillierte Programm ist im Internet unter
www.medienforum.nrw.de abrufbar.
    
    
ots Originaltext: medienforum NRW
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