SOS-Kinderdörfer weltweit

Kindernachricht: Millionen Kinder müssen schwer arbeiten um zu leben
Zum Welttag gegen Kinderarbeit am Freitag, 12. Juni

Schuhputzer in Addis Abeba: Noch immer müssen weltweit 160 Mio Kinder Kinderarbeit leisten, 80 Mio davon schwere oder gefährliche Arbeit. Die SOS-Kinderdörfer weltweit weisen zum Tag gegen Kinderarbeit (12.6.) auf diesen schweren Missstand hin. Die Organisation setzt sich für Kinder ein, damit sie Schulen... mehr

München (ots) - Sie schuften in Bergwerken und Steinbrüchen. Sie nähen Jeans und T-Shirts oder knüpfen Teppiche. Sie sind billige Erntehelfer auf Bananen-, Kakao- oder Kaffeeplantagen oder müssen auf den Feldern ihrer Familien mit anpacken. Sie stehen stundenlang am Fließband in der Fabrik. Sie putzen, kellnern, kochen, spülen: Über 160 Millionen Kinder auf der Welt arbeiten regelmäßig viele Stunden am Tag. 80 Millionen Jungen und Mädchen haben gefährliche Jobs, in denen sie ausgebeutet werden: Sie arbeiten an gefährlichen Orten wie zum Beispiel Bergwerken oder Abwasserkanälen. Sie arbeiten mit giftigen Stoffen. Sie arbeiten viel zu oft und viel zu lang, am Wochenende oder in der Nacht. Oder sie werden wie Sklaven gehalten. Das ist zwar in fast allen Ländern der Welt verboten. Aber oft wird dieses Verbot nicht eingehalten.

Der 12. Juni ist der Welttag gegen Kinderarbeit. An diesem Tag wird auf das Schicksal der Kinderarbeiter aufmerksam gemacht. Und die Menschen in den reichen Ländern der Welt werden daran erinnert, dass auch sie etwas gegen die Ausbeutung der Kinder in den armen Ländern tun können. Kinderarbeit kann in vielen Produkten und Waren stecken, die es bei uns zu kaufen gibt: vom Bleistift bis zum Orangensaft. Leider sieht man das den Sachen nicht einfach so an. Aber es gibt verschiedene Abzeichen oder Siegel, an denen ihr Produkte erkennt, die ohne Kinderarbeit hergestellt werden. Das bekannteste ist das Siegel "Fairtrade".

Die SOS-Kinderdörfer kämpfen wie viele Hilfsorganisationen gegen die Ausbeutung der Kinder. Die SOS-Experten wissen: Wer Eltern hilft, schützt damit direkt Kinder! Die SOS-Kinderdörfer unterstützen weltweit 100.000 Familien mit Aus- und Fortbildung, Mikrokrediten und kostenlosen Medikamenten, damit ihre Kinder in die Schule gehen können. In 282 SOS-Schulen und Ausbildungszentren bekommen über 122.00 Kinder und junge Menschen weltweit eine Ausbildung, die ihnen später einen guten Job ermöglicht.

Auch die Kinderarbeiter selbst kämpfen für ihre Interessen: für gute Arbeitsbedingungen und Schulbildung, für gerechte Löhne und klare Regeln. Sie und viele Experten unterscheiden zwischen der ausbeuterischen Arbeit von Kindern, die überall und ohne Ausnahme verboten werden soll. Sie betonen aber auch, dass es sinnvolle Arbeit gibt, die Kinder verrichten. Für viele Kinder ist es selbstverständlich, im Haus, auf dem Feld und im Geschäft der Eltern mitzuarbeiten. Auch bei uns dürfen Jugendliche über 13 Jahren mit leichten Arbeiten ihr Taschengeld aufbessern: zum Beispiel Zeitungen austragen, Nachhilfe geben, Babysitten oder in Vereinen mithelfen. Freiwillig natürlich!

Steckbrief Kinderarbeit:

Wer? Etwa 160 Millionen Kinder auf der Welt. Die Hälfte davon - 80 Millionen Kinder - schuftet unter schlimmsten Bedingungen. In diesen Fällen spricht man von ausbeuterischer Kinderarbeit Was? Schwere, stundenlange Arbeit auf Feldern, Plantagen, in Bergwerken und Fabriken, im Tourismus (Küchenhilfen, Straßenverkäufer), in privaten Haushalten (Dienstmädchen). Viele Kinder müssen ihren Körper für sexuelle Dienste verkaufen.

Wo? Besonders in Afrika südlich der Sahara, in Asien und in Lateinamerika: Wo viel Armut ist, ist auch viel Kinderarbeit

Warum? Extreme Armut ist die häufigste Ursache für Kinderarbeit. Die Familien brauchen den Lohn der Kinder, um zu überleben. Kinder werden nicht als gleichberechtigt angesehen.

Was kann man dagegen tun? Organisationen unterstützen, die sich für benachteiligte Familien in armen Ländern einsetzen und damit direkt die Kinder schützen: Wenn Eltern ein sicheres Einkommen haben, können ihre Kinder zur Schule und müssen nicht arbeiten gehen. Produkte kaufen, die nicht in Kinderarbeit hergestellt wurden. Man kann sich zum Beispiel dafür einsetzen, dass der O-Saft im Schulkiosk oder andere Produkte in öffentlichen Einrichtungen aus fairem Handel stammen.

Pressekontakt:

Claudia Singer
SOS-Kinderdörfer weltweit
Kommunikation
Telefon 089/179 14 -234
E-Mail: Claudia.singer@sos-kd.org

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