SOS-Kinderdörfer weltweit

Die Halbwaisen von Nepal
Nur langfristige Hilfe stärkt die Entwicklung des Landes

Nepal, Kavre, "Nothilfe-Kita" der SOS-Kinderdörfer: Halbwaisen wie dieser zweieinhalbjährige Junge werden hier betreut. Die Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer haben sofort nach dem Erdbeben am 25.4.2015 mit der Soforthilfe in den betroffenen Regionen begonnen. Ausgehend von den drei SOS-Kinderdörfern in... mehr
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Kavre (ots) - Der zweieinhalbjährige Sujal sitzt auf einem Feldbett im SOS-Nothilfe-Camp in Kavre östlich von Kathmandu. Herabfallende Steine seines Elternhauses haben sein Bein zerschmettert. Sujals Mutter starb neben ihm unter den Trümmern. Sujals Vater war zum Zeitpunkt des Erdbebens in Saudi Arabien.

So wie Babitas Mutter. Sie arbeitete in Kuwait als ihre 10-jährige Tochter im Hause der Großmutter von Trümmern verletzt wurde. Auch die Großmutter wurde verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Babitas Vater war schon vor Jahren gestorben.

Viele Nepalesen arbeiten am Golf. Meist unter schwierigen Bedingungen, wie auf den Baustellen in Katar, und oft für wenig Geld. Aber auch wenig Geld ist mehr als gar keine Verdienstmöglichkeit in der Heimat.

Sujal, seine Brüder und Babita werden jetzt von den SOS-Kinderdörfern in Nepal betreut. "Wir rechnen damit, dass wir noch viele solcher Kinder aufnehmen werden", sagt Shankar Pradhananga, Leiter der zehn SOS-Kinderdörfer in Nepal. Die SOS-Kinderdörfer waren schon vor dem Erdbeben in Nepal, bauten Kinderdörfer und unterstützten mit Schulen, Berufsausbildungszentren und großangelegter Familienhilfe für insgesamt 17.000 nepalesische Kinder und Angehörige die Entwicklung des Landes.

"Nepal ist eines der 20 ärmsten Länder der Welt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 49 Prozent", erklärt Pradhananga. "Aber in den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft sich gut entwickelt mit Wachstumsraten von vier bis fünf Prozent. Das Erdbeben hat uns jetzt leider zurückgeworfen."

Aber Pradhananga hat auch Hoffnung: "Wenn die Menschen jetzt auf Nepal aufmerksam werden, seine Schwächen und seine Stärken, wenn sie uns jetzt helfen, könnte sich Nepal langfristig gut entwickeln. Ich wünsche mir, dass irgendwann die Eltern von Kindern wie Sujal oder Babita nicht mehr außer Landes müssen, um Arbeit zu finden."

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Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
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