SOS-Kinderdörfer weltweit

SOS-Helferin berichtet aus Nepal

SOS-Helferin berichtet aus Nepal
Elitsa Dincheva, Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/1658 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Hermann-Gmeiner-Fonds/SOS-Archiv"

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München (ots) - SOS-Mitarbeiterin Elitsa Dincheva aus München reiste privat durch Nepal, als sie von dem verheerenden Erdbeben überrascht wurde. Jetzt ist sie im SOS-Kinderdorf Sanothimi, um die SOS-Nothilfe vor Ort zu unterstützen. Im Telefon-Interview spricht sie über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet.

SOS: Frau Dincheva, die erste Frage: wie geht es Ihnen, den Kindern und den Mitarbeitern im Kinderdorf in Sanothimi?

Elitsa Dincheva: Alle Kinder sind wohlauf, alle Mütter, alle Mitarbeiter. Es herrscht jetzt die Stimmung: Jetzt packen wir an und helfen denen, die es getroffen hat. Es gibt viele Menschen, die Hilfe brauchen und wir helfen mit vereinten Kräften.

SOS: Wie müssen wir uns die SOS-Hilfe vorstellen? Geht es auch nach vier Tagen immer noch darum, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen?

Elitsa Dincheva: Jetzt wandelt sich langsam die Hilfe, wir richten Nothilfe-Kitas ein, in denen Kinder betreut werden, die in den Notcamps leben. Kinder werden dort von SOS-Müttern betreut und es werden auch Frauen aus den Camps gesucht, die unter Anleitung von SOS-Mitarbeitern auf die Kinder aufpassen, so dass die Eltern z.B. Essen oder Wasser aus ihren Häusern holen können. Die Eltern sind froh, dass jemand auf ihre Kinder aufpasst, sie können sicher sein, dass ihnen hier nichts passiert und sich um den Wideraufbau kümmern.

SOS: Stichwort Angst: nach wie vor kann es ja Nachbeben geben. Wie leben Sie, wie leben die Menschen im Katastrophengebiet mit dieser Angst?

E.D.: Sobald es ein bisschen wackelt, rennen alle sofort nach draußen. Man lebt nicht in ständiger Angst, dass gleich etwas passiert, und dementsprechend gibt es auch keine Panik. Aber man weiß ganz genau, dass es gleich wieder beben kann. Deshalb ist man bereit, sofort um sein Leben zu laufen.

SOS: Hunderttausende Menschen leben seit dem Beben draußen auf der Straße oder in Notlagern. Experten fürchten, dass dort jetzt Seuchen ausbrechen könnten. Ist das die nächste ganz große Gefahr?

E.D.: Ja, das ist eine der größten Sorgen. Das ganze Wassersystem ist kollabiert. Es ist nicht sicher, woher das Wasser kommt und ob es sauber ist. Es gibt fast keine sanitären Einrichtungen. Die einzige Chance ist, dass viele wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

SOS: Zum Schluss noch eine ganz persönliche Frage an Sie: Sie arbeiten schon etliche Jahre für die SOS-Kinderdörfer. Ist das, was Sie dort erleben, für Sie vorstellbar gewesen, haben Sie schon Vergleichbares gesehen?

E.D.: Nein, ich habe nichts Vergleichbares gesehen. Das ist etwas, was man sich überhaupt nicht vorstellen kann. Ich bin sehr traurig. Ich kam zwei Wochen vor dem Erdbeben hierher und hatte wunderbare Erfahrungen in diesem Land gemacht. Es ist unfassbar, dass so viele Menschen hier jetzt leiden. Ich versuche, aus aller Kraft zu helfen, wo ich kann, damit es den Menschen ein bisschen besser geht nach dieser schrecklichen Katastrophe.

Pressekontakt:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: +49/89/179 14-259
louay.yassin@sos-kd.org

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