Technische Universität München
Forschungssprojekt: Bauen ohne Dieselabgase und Fahrzeuglärm
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN
PRESSEMITTEILUNG
Forschungsförderung für die elektrifizierte Baustelle
Bauen ohne Dieselabgase und Fahrzeuglärm
- Erhebliche Klimaschäden durch Bauindustrie
- Alle Baumaschinen und Abläufe vernetzen
- Wissenschaft und Industrie forschen gemeinsam
Baustellen sind nach wie vor geprägt von lauten und stinkenden Dieselmotoren. Zwar gibt es auf dem Markt zunehmend batterieelektrisch betriebene Maschinen und Fahrzeuge, der große Durchbruch hin zur lokal emissionsfreien und energieeffizienten Baustelle scheitert jedoch bislang vor allem am Zusammenwirken und den Abläufen. Dieses herausfordernde Problem soll der neue Forschungsverbund ForBat@Bau lösen, der nun seine Arbeit aufgenommen hat.
Forschungsziel ist ein integriertes Planungs- und Betriebstool für komplexe emissionsfreie Baustellen. Außerdem sollen die Akteure sich vernetzen und gemeinsam an ganzheitlichen Lösungskonzepten arbeiten.
Das Programm unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) gliedert sich in vier Teilbereiche:
- Zielgenau abgestimmte Maschinenantriebskonzepte,
- Entwicklung und Einsatzplanung intelligenter, modularer und multifunktionaler Batteriesysteme,
- softwaregestützte Planung und Steuerung von Bauprozessen und Energieflüssen,
- optimale und flexible Nutzung der Kapazitäten des Baustellennetzanschlusses.
Riesiger ökologischer Fußabdruck der Bauindustrie
Der Gesamtleiter des Projekts, Prof. Markus Lienkamp vom TUM-Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik, betont: „Wir wollen nicht einfach nur die Dieselmotoren in den Baumaschinen ersetzen. Wir betrachten die Baustelle als Ganzes, inklusive der Bauprozessabläufe, des Anschlusses an das Stromnetz und die Zwischenspeicherung in Batterien, um mit Hilfe der Digitalisierung künftig einen wirtschaftlichen elektrischen Baustellenbetrieb möglich zu machen.“
Die Bauindustrie trägt derzeit global ganz erheblich zur Klimaerwärmung bei. Sie ist für 23 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, wobei 5,5 Prozent direkt auf den Baustellenbetrieb und hauptsächlich auf verbrennungsmotorisch angetriebene Maschinen zurückzuführen sind.
Prof. Johannes Fottner vom TUM-Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss, Logistik sagte: „Die bayerische Bau- und Baumaschinenindustrie hat ein enormes Interesse, diese Transformation als Technologieführer zu prägen. Daraus ergeben sich künftig große wirtschaftliche Potenziale, da der Trend weltweit zu mehr Nachhaltigkeit unaufhaltsam und unausweichlich ist.“
Beteiligte Partner
Die Bayerische Transformations- und Forschungsstiftung fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund 1,9 Millionen Euro. Als weitere wissenschaftliche Partner sind die Hochschule der angewandten Wissenschaften Landshut und die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg maßgeblich beteiligt. Von Seiten der Industrie kommen der Bayerische Bauindustrieverband und die Bayerische BauAkademie sowie Unternehmen aus den Bereichen Maschinenhersteller, Baufirmen, Verteilnetzbetreiber sowie Messung und Simulation dazu.
Weitere Informationen:
- Bayerische Transformations- und Forschungsstiftung
- Projektwebseite
- Diese Meldung auf tum.de: https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/bauen-ohne-dieselabgase-und-fahrzeuglaerm
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp
Technische Universität München
TUM School of Engineering and Design
lienkamp@tum.de">lienkamp@tum.de
Kontakt im TUM Corporate Communications Center:
Ulrich Meyer
Pressesprecher
Leiter Media Relations
+49 89 289 22779
ulrich.meyer@tum.de">ulrich.meyer@tum.de
Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 700 Professuren, 52.000 Studierenden und 13.000 Mitarbeitenden eine der weltweit stärksten Universitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Ihr Fächerspektrum umfasst Informatik, Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie handelt als unternehmerische Universität und sieht sich als Tauschplatz des Wissens, offen für die Gesellschaft. An der TUM werden jährlich rund 100 Start-ups gegründet, im Hightech-Ökosystem München ist sie eine zentrale Akteurin. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Büros in Brüssel, Mumbai, Peking, San Francisco, São Paulo und Shenzhen vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinderinnen und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006, 2012, 2019 und 2026 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings wird sie regelmäßig als beste Universität in der Europäischen Union genannt.