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Parkinson und "Pestizide": Bedenken, keine Beweise

    Frankfurt a. M. (ots) - Steigt das Risiko, an Parkinson zu erkranken, wenn man "Pestiziden" ausgesetzt ist? Alberto Ascherio von der Harvard School of Public Health glaubt Hinweise auf einen solchen Zusammenhang gefunden zu haben. Er wertete eine Krebsstudie aus, die sich über die Jahre 1982 bis 2001 erstreckte. Gut fünf Prozent der zum Schluss noch 143.000 Befragten haben im Beruf oder in Haus und Garten Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Jeder 200. von ihnen entwickelte einen Parkinson; bei den Übrigen war es jeder 300. Für Ascherio stützen diese Ergebnisse die schon häufiger aufgestellte Hypothese, dass Pestizidbelastung ein Risikofaktor für Parkinson ist.

    Die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln werden die Publikation wie alle derartigen Studien zu ihren Produkten gründlich prüfen. Beachtenswert ist die Kommentierung durch das Deutsche Ärzteblatt vom 26. Juni. "Trotz der hohen Fallzahl ist die Studie nicht beweisend", heißt es dort. "Ihre Hauptschwäche besteht darin, dass die Befragten keine Angaben zu Dauer, Häufigkeit und der Intensität der Pestizidexposition gemacht haben. Es ließ sich deshalb keine Dosis-Wirkungs-Beziehung herstellen, die den Zusammenhang untermauert hätte. Deshalb bleibt die Frage letztlich offen, und es dürfte noch weitere Studien in dieser Frage geben."

    Unter dem Begriff "Pestizide" schließlich subsumieren sich mehrere hundert Substanzen mit unterschiedlichsten chemischen Strukturen und Wirkmechanismen. Bei der Befragung im Jahr 1982 wurden außerdem Expositionen von älteren Pflanzenschutzmitteln erfasst, von denen viele heute nicht mehr eingesetzt werden.

    Grundsätzlich werden alle Pflanzenschutzmittel auf internationaler und nationaler Ebene erst nach gründlicher Untersuchung durch die jeweils zuständigen Behörden zugelassen. Voraussetzung ist, dass sich das Produkt bei sachgerechter Anwendung als unbedenklich für Produzenten, Anwender, Konsumenten und Umwelt erwiesen hat.

    Der Industrieverband Agrar e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 50 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

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