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„Wie viel haben Sie denn vorher verdient?“ – Welche Fragen im Vorstellungsgespräch tabu sein sollten

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Medienmitteilung

„Wie viel haben Sie denn vorher verdient?“ – Welche Fragen im Vorstellungsgespräch tabu sein sollten

Bremen, 01.09.2021. Vorheriges Gehalt, Schwangerschaft, Herkunft: Es gibt Themen, die in einem Vorstellungsgespräch tabu sein sollten. Die Arbeitsrechtskanzlei Wittig Ünalp weiß, was zulässig ist – und was nicht.

Grundsätzlich sind in einem Vorstellungsgespräch nur Fragen erlaubt, die für die konkrete Tätigkeit, um die es geht, entscheidungsrelevant sind. Andere Informationen darf das Unternehmen nicht erfragen. Hier hat das Persönlichkeitsrecht Vorrang. Werden dennoch unzulässige Fragen gestellt, darf die Bewerberin oder der Bewerber sie unwahr beantworten oder die Antwort verweigern. Dies ist das sogenannte Lügerecht.

Familienstand, Kinderwunsch und Schwangerschaft

Fragen nach dem Familienstand, Kinderwunsch und Schwangerschaft sind im Vorstellungsgespräch immer unzulässig. Das gilt auch, wenn es nur um eine vorübergehende Einstellung oder um einen Arbeitsplatz geht, auf dem keine Schwangeren eingesetzt werden dürfen – zum Beispiel als Röntgenassistentin oder beim Umgang mit gefährlichen Chemikalien.

Herkunft

Auch die Frage nach dem Herkunftsland ist unzulässig und muss nicht beantwortet werden. Wenn eine Interessentin sie dennoch beispielsweise mit „Türkei“ beantwortet und nach dem Gespräch abgelehnt wird, drohen dem Unternehmen sogar Schadensersatzansprüche wegen Diskriminierung gemäß dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Schwerbehinderung

Die Frage nach einer bestehenden Schwerbehinderung ist im Vorstellungsgespräch ebenfalls unzulässig. Erstmalig müssen Schwerbehinderte sie nach Ablauf von sechs Monaten nach der Einstellung wahrheitsgemäß beantworten.

Vorverdienst

„Was haben Sie denn in Ihrem alten Job verdient?“ – Das dürfen Unternehmen bei der Einstellung nicht fragen. Bewerberinnen und Bewerber müssen also nicht wahrheitsgemäß antworten und dürfen einen höheren Verdienst angeben, als sie tatsächlich hatten.

Vorstrafen

Die Frage nach Vorstrafen kann zulässig sein, wenn sie für die Tätigkeit relevant ist. Sollte beispielsweise ein Kassierer wegen Diebstahls oder sonstigen Vermögensdelikten vorbestraft sein, muss er wahrheitsgemäß antworten.

Qualifikationen

Die Frage nach den beruflichen Qualifikationen ist für die konkret auszuübende Tätigkeit relevant und deshalb in jedem Fall zulässig. Wenn eine Person hierzu falsche Angaben macht, ist der Arbeitsvertrag anfechtbar, und zwar noch Jahre nach dem Vorstellungsgespräch.

„Wir raten Unternehmen dazu, sich wichtige Antworten schriftlich zu notieren. So können sie im Zweifelsfall später Täuschungen nachweisen“, sagt Maximilian Wittig, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner der Kanzlei Wittig Ünalp. „Grundsätzlich sind Vorstellungsgespräche am vielversprechendsten, wenn Unternehmen das Persönlichkeitsrecht der Bewerberinnen und Bewerber respektieren und diese wahrheitsgemäß antworten. Alles andere stört die Beziehung vom ersten Tage an. Das ist keine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Weitere Informationen unter www.ra-wittig.de.

Über Wittig Ünalp:

Die Wittig Ünalp Rechtsanwälte PartGmbB gehört zu den größten Kanzleien für Arbeitsrecht in Deutschland. Sie wurde 1998 gegründet und berät vornehmlich Unternehmen und Führungskräfte in allen Fragen des Arbeitsrechts. Für die Kanzlei arbeiten mehr als 35 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, davon 18 Fachanwältinnen und Fachanwälte für Arbeitsrecht. Wittig Ünalp ist deutschlandweit tätig und unterhält Standorte in Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Köln, München und Nürnberg. www.ra-wittig.de

Medienkontakt:

Christoph Kommunikation
Telefon: 040 609 4399-30 wittig-uenalp@christoph-kommunikation.de
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