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03.06.2013 – 10:45

A.T. Kearney

Mobile Health: Kassenpatienten profitieren vorerst nicht

Düsseldorf (ots)

A.T. Kearney erwartet starkes Wachstum für Mobile Health

Mobile Technologien haben den Alltag revolutioniert und werden auch im Gesundheitswesen ankommen. Das zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Markt für Gesundheitsdienstleistungen mit mobilen Technologien bis 2017 verdreifachen wird. Obwohl Mobile Health großes Potenzial hat, das Gesundheitssystem zu vereinfachen, wird der Einsatz in der medizinischen Versorgung allerdings ausgebremst. Hürden bei Zulassung, Regulierung und Erstattung durch die Krankenkassen hemmen die Entwicklung in der medizinischen Grundversorgung. Gut positionierte Anbieter werden dennoch Chancen nutzen können: Mobile Health wird zunächst den konsumentennahen und rezeptfreien Gesundheitsmarkt mit der Zielgruppe der 20- bis 45-Jährigen Selbstzahler erobern. Das nach Umsatz wichtigste Segment ist die Hardware (mobile Sensoren und Geräte). Eine gut durchdachte Mobile-Health-Strategie ist für alle Beteiligten - Unternehmen, Krankenversicherer und Krankenhausbetreiber - unabdingbar, wenn sie zu den Gewinnern der Mobile-Health-Transformation gehören wollen.

Mobile Health wird den Umgang mit Gesundheit verändern - und ist heute schon an vielen Stellen Realität. Die Unternehmensberatung A.T. Kearney, sieht zweistellige Wachstumsraten für den Mobile-Health-Markt: Er wird von etwa 900 Millionen Euro im Jahr 2012 auf bis zu drei Milliarden im Jahr 2017 anwachsen. Dr. Oliver Scheel, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Pharma & Healthcare, erläutert: "Es ist wichtig, zu verstehen, dass klug eingesetzte mobile Technologien das komplexe Gesundheitssystem einfacher und effizienter machen können. Das Wachstum des Mobile-Health-Marktes wird die Gesundheit daher nicht verteuern, sondern günstiger machen."

Kassenpatienten werden als Letzte profitieren

Doch obwohl Mobile Health viele Probleme des komplexen deutschen Gesundheitssystems lösen kann, wird der Einsatz mobiler Technologien in der medizinischen Grundversorgung ausgebremst. Langsame Innovationszyklen im Gesundheitssystem, unklare regulatorische Rahmenbedingungen und Schwierigkeiten bei den Vergütungsstrukturen lassen erwarten, dass die Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen die Letzten sein werden, die von Mobile-Health-Innovationen profitieren können. Scheel: "Gewicht online überwachen, Ernährungstipps recherchieren, Produkte mobil bestellen - all das können Patienten heute schon mit ihrem Smartphone tun. Aber für die nächste Schachtel eines Blutdruckmedikaments müssen sie sowohl zum Arzt als auch zum Apotheker." Für Kassenpatienten wird es also wenig Fortschritt geben.

Wachstumstreiber Hardware

Gleichzeitig wächst Mobile Health außerhalb der medizinischen Grundversorgung - die Gruppe der heute 20- bis 45-Jährigen nutzt mobiles Internet als Selbstverständlichkeit. Mit mobilen gesundheitsbezogenen Produkten und Dienstleistungen werden heute schon etwa 90 Millionen Euro Umsatz gemacht - davon entfallen 47 Prozent auf Hardware (mobile Sensoren und Geräte) und 36 Prozent auf Transaktionen, also mobilen Handel mit Produkten und Software (z.B. in-App-Käufe).

Mobile-Health-Strategie unverzichtbar

A.T. Kearney ist überzeugt, dass Mobile Health jenseits der prognostizierten Marktzahlen einen tiefgreifenden Effekt auf die Prozesse im Gesundheitswesen haben wird. Das mobile Internet hat sich bereits im Alltag der meisten Menschen etabliert, und die Mobilfunkpenetration in Deutschland liegt inzwischen bei über 140 Prozent. Früher oder später werden Abläufe und Prozesse des Gesundheitssystems ins mobile Internet wandern. Dennoch haben sich einige Akteure davon entmutigen lassen, dass der große Durchbruch von mobilen Gesundheitsdiensten in Deutschland bisher ausgeblieben ist. Das ist nach Meinung von A.T. Kearney gefährlich - denn wer Mobile Health ignoriert, verliert die Chance, die Struktur des zukünftigen Gesundheitsmarktes mitzugestalten.

"Es ist längst keine technologische Frage mehr, vielmehr geht es darum, die Chancen für ein einfacheres und effizienteres Gesundheitssystem zu nutzen", so Scheel. "Es wäre daher für die heutigen Anbieter aus Pharma und Medizintechnik ebenso wie für Krankenhäuser fahrlässig, keine Mobile-Health-Strategie zu entwickeln."

Pressekontakt:

Anika Martin
Marketing & Communications
A.T. Kearney GmbH
Kaistraße 16A
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