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Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland

Abzocke mit Wahrsagerei: Verbrauchern wird mit Zwangsvollstreckung gedroht

Abzocke mit Wahrsagerei: Verbrauchern wird mit Zwangsvollstreckung gedroht
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Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland erhält verstärkt Anfragen von Verbrauchern, die ungerechtfertigte Zahlungsaufforderungen und Inkasso-Schreiben im Zusammenhang mit einer Wahrsagerin aus Ungarn oder UK erhalten. Betroffene werden zur Zahlung des Rechnungsbetrages gedrängt.

Wahrsager-Dienste wurden nicht in Anspruch genommen

Den Verbrauchern wird die Nutzung von Wahrsagediensten unterstellt, zum Beispiel Astrologie, Horoskope, Zukunftsvoraussagen oder Tarotkarten legen, obwohl sie diese Dienstleistungen nie in Anspruch genommen haben und sich eines entsprechenden Vertragsabschlusses nicht bewusst sind.

Dennoch bekamen sie aus heiterem Himmel Post eines Stuttgarter-Inkasso-Büros. Sie sollen fast 300 Euro inklusive Mahn- und Inkassokosten bezahlen. Darüber hinaus droht das Inkassobüro mit der Einleitung eines Gerichtsverfahrens oder mit einer Zwangsvollstreckung seitens der Wahrsagerin.

Als ein Verbraucher dem Inkasso-Büro mitteilte, dass er den geforderten Betrag nicht bezahlen werde, bekam er einen Vorschlag zur Ratenzahlung. Jetzt lag der zu zahlende Betrag mitsamt einer vermeintlichen Gebühr für die Einigung schon bei über 460 Euro. Und als der Verbraucher beim Inkasso-Büro anrief, bekam er zu hören, dass man ihm am Folgetag einen Besuch abstatten würde. Was natürlich die Angst noch zusätzlich schürte.

Wer keine Dienstleistung nutzt muss auch nicht bezahlen

Und auch wer eine solche Dienstleistung in Anspruch genommen hat, muss nur dann zahlen, wenn er über die Kostenpflicht und die Kostenhöhe informiert wurde.

Außerdem muss der Online–Abschluss des Vertrages mit eindeutigen Worten wie "Hier kostenpflichtig bestellen" oder einer ähnlichen Formulierung gekennzeichnet sein. Bezeichnungen wie "Weiter" oder "Kaufen" sind weder ausreichend noch zulässig.

Wie kommen die Firmen an die Daten der Nutzer?

Betroffene berichten, dass sie keinerlei Kontakt zum Unternehmen hatten. Wieder andere erinnern sich dunkel an eine Werbeanzeige in den sozialen Medien, versichern allerdings, nicht auf die Anzeige geklickt zu haben. Doch auch bei einem neugierigen Klick auf eine Werbeanzeige muss der Kunde über Art, Inhalt und Kosten des Vertrages informiert werden und seinen Abschlusswillen zu diesen Konditionen aktiv zum Ausdruck bringen.

6-Tipps: So können sich Betroffene wehren

  • Lassen Sie sich nicht von Drohungen einschüchtern.
  • Zahlen Sie nicht. Egal, wie unverschämt die Inkasso-Schreiben ausfallen. Das Unternehmen muss Ihnen erst einmal nachweisen, dass Sie tatsächlich einen Vertrag abgeschlossen haben. Und nicht umgekehrt.
  • Unterschreiben Sie nichts.
  • Widersprechen Sie dem Vertrag. Ein Musterschreiben finden Sie auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland.
  • Versenden Sie den Widerspruch per Einwurf-Einschreiben oder per E-Mail oder per Fax mit Eingangsbestätigung, damit Sie dem Unternehmen ggf. den Erhalt Ihres Schreibens nachweisen können.
  • Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

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Für Interview-Anfragen steht Ihnen die Co-Leiterin und Pressesprecherin des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland, Karolina Wojtal, gerne zur Verfügung. Mail: wojtal@cec-zev.eu oder per Telefon: 07851-99148-33.

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Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland
c / o Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e. V.
Bahnhofsplatz 3, 77694 Kehl
T +49 (0) 78 51.991 48-50 | F +49 (0) 78 51.991 48-11 
 info@cec-zev.eu |  www.cec-zev.eu

Diese Pressemitteilung ist aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union finanziert (2014-2020). Der Inhalt gibt die Ansicht des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland wieder und hierfür übernimmt es auch die Verantwortung. Es kann nicht angenommen werden, dass diese Pressemitteilung den Ansichten der Europäischen Kommission und / oder der Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel (CHAFEA) und / oder des Nachfolgers, des Europäischen Innovationsrats und der Exekutivagentur für KMU (EISMEA) oder einer anderen Einrichtung der Europäischen Union entspricht. Weder die Europäische Kommission noch die CHAFEA noch die EISMEA übernehmen Verantwortung für eine mögliche Verwendung dieser Pressemitteilung.