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02.03.2020 – 15:11

Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland

Pressemitteilung: Inkasso-Forderung aus dem EU-Ausland

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Eine neue Inkasso-Studie der Europäischen Verbraucherzentren Deutschland, Frankreich und Österreich zeigt, dass viele Verbraucher aus Angst Inkassoforderungen bezahlen, obwohl sie die Forderung für unberechtigt halten. Erfolgt die Geldeintreibung aus dem Ausland, führt dies zu einer noch stärkeren Verunsicherung und damit zu einem noch größeren Zahlungsdruck. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland gibt Tipps für Betroffene.

Kehl- Empfänger von Inkassoschreiben sollten zunächst ruhig bleiben und nicht in Panik verfallen. Anschließend ist zu prüfen, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht.

Bei berechtigten Forderungen: Verbraucher sollten prüfen, ob tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt. Wer nicht in Verzug ist, sollte nur die Hauptforderung begleichen und den Inkassogebühren schriftlich widersprechen. Ist man im Zahlungsverzug, sollte die Hauptforderung bezahlt und ggf. der Höhe der Inkassogebühren widersprochen werden.

Bei unberechtigten Forderungen: Betroffene sollten der Forderung schriftlich widersprechen. Weitere Schreiben können ignoriert werden, sofern diese in der Sache keine neuen Erkenntnisse bringen. Über den vermeintlichen Gläubiger und das Inkassounternehmen sollten Verbraucher Erkundigungen einholen. Bei Betrug sind diese meist einschlägig bekannt.

Bei unsicheren Forderungen: Wenn die Forderung nicht zugeordnet werden kann, sollten Verbraucher der Forderung vorsorglich schriftlich widersprechen und einen Beweis anfordern, z. B. die Rechnung der Firma. Wer keinen Beweis erhält, kann weitere Schreiben ignorieren.

Betroffene sollten immer prüfen, ob die Höhe der Inkassogebühren den zulässigen Höchstsätzen entspricht (eine Tabelle auf den Seiten 16-18 der Inkasso-Studie gibt Auskunft darüber, welche Kosten in Österreich und Deutschland erlaubt sind). In Frankreich dürfen die Inkassokosten von Gesetzes wegen nicht dem Schuldner aufgebürdet werden, sie sind allein vom Gläubiger zu tragen – eine Regelung, die das EVZ Deutschland sehr befürwortet.

Die komplette Studie “Gewerbliches Inkasso in Frankreich, Österreich und Deutschland” steht als PDF-Download zur Verfügung.

Ansprechpartner für die Presse: Peter J. Koop / + 49 7851 991 48 – 30 / koop@cec-zev.eu

Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland

Bahnhofsplatz 3 | 77694 Kehl | F +49 (0) 78 51.991 48 11

www.evz.de

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