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21.02.2020 – 15:41

Usedomer Musikfestival

Plädoyer gegen einfache Wahrheiten: Sasa Stanisic erhält Usedomer Literaturpreis 2020

Plädoyer gegen einfache Wahrheiten:  Sasa Stanisic erhält Usedomer Literaturpreis 2020
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Feierliche Preisverleihung am 4. April, 12 Uhr in Seebad Ahlbeck durch die Jury mit Rede und Lesung des Preisträgers aus seinem Roman "Herkunft", moderiert von Dr. Andreas Kossert

Seebad Heringsdorf, 21. Februar 2020. Die Usedomer Literaturtage zeichnen mit dem 1978 in Visegrad (Jugoslawien) geboren Sasa Stanisic eine wichtige zeitgenössische literarische Stimme Europas aus. Die Jury - Denis Scheck (Vorsitzender), Dr. Andreas Kossert und Dr. mult. Manfred Osten - verleiht den 10. Usedomer Literaturpreis für den Roman "Herkunft" stellvertretend für das Gesamtwerk von Sasa Stanisic. Der Autor würde in seinem Roman, der "ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Nationalismus und Populismus" sei, existentielle Fragen aufwerfen: "Wann ist man angekommen? Wann gehört man dazu und vor allem, wer entscheidet darüber? Und was passiert mit denen, die nach dem Willen eines exklusiven 'Wir' nicht dazugehören dürfen?" Es sei Sasa Stanisics eigene Biografie, geprägt von ungeplanten Zäsuren durch Krieg und Gewalt im ehemaligen Jugoslawien, die "Herkunft" auch zu einem "wichtigen literarischen Weckruf" machten, und das gerade "in einer Welt, die sich erneut nach einfachen Wahrheiten sehnt".

Der Usedomer Literaturpreis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der Zwei-Länder-Insel Usedom verbunden. Er richtet sich an Autorinnen und Autoren, die sich in herausragender Weise um den europäischen Dialog verdient gemacht haben. Gestiftet wird der Usedomer Literaturpreis von den Seetelhotels Usedom und den Usedomer Literaturtagen. Die feierliche Preisverleihung findet am 4. April, 12 Uhr im Seetelhotel Ahlbecker Hof in Seebad Ahlbeck unter Anwesenheit der Jury statt. Der Geehrte wird in der von Dr. Andreas Kossert moderierten Lesung auch aus "Herkunft" lesen.

Über Sasa Stanisic

"Gerade auf Usedom ausgezeichnet zu werden, einem gesellschaftlich und geografisch extrem interessanten, mannigfaltigen Ort, finde ich wirklich sehr schön im Zusammenhang mit meinem zerklüfteten, brüchigen Werdegang, in dem sich so viele Einflüsse wie eben auf Usedom niederschlagen", sagt der Autor, der nach der Besetzung seiner Heimatstadt durch bosnisch-serbische Truppen gemeinsam mit seinen Eltern im Jahre 1992 nach Heidelberg geflohen ist. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Sasa Stanisic erhielt u. a. den Preis der Leipziger Buchmesse für "Vor dem Fest" und zuletzt für "Herkunft" den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Über den Usedomer Literaturpreis

Basierend auf der thematischen Ausrichtung der Usedomer Literaturtage, werden mit dem Usedomer Literaturpreis jährlich Literaten ausgezeichnet, die sich in hohem Maße dem europäischen Dialog in Geschichte und Gegenwart verpflichtet fühlen. Eine Jury, bestehend aus Denis Scheck (Vorsitzender), Dr. mult. Manfred Osten, Dr. Andreas Kossert, Dr. Doris Lemmermeier (bis 2011), Thomas Schulz (bis 2013) und Prof. Dr. Hellmuth Karasek (?) (bis 2016) wählten 2011 die tschechische Autorin Radka Denemarková und deren Übersetzerin Eva Profousová aus, 2012 folgte die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk und 2013 erhielt der Darmstädter Autor Jan Koneffke die Auszeichnung. 2014 konnte sich der tschechische Literat Jaroslav Rudis und 2015 die deutsche Schriftstellerin Ulrike Draesner freuen. 2016 erhielt die Bestsellerautorin Dörte Hansen und 2017 die polnische Schriftstellerin Joanna Bator den Preis. 2018 übernahm der Schriftsteller Ilija Trojanow den Preis und 2019 die Autorin Jenny Erpenbeck. Mit dem Usedomer Literaturpreis soll auch in Zukunft der Gedankenaustausch gefördert und die literarische Tradition auf der Insel Usedom, verbunden u. a. mit Maxim Gorki, Hans-Werner Richter, Theodor Fontane und Thomas Mann, fortgeführt werden.

Weitere Informationen und Karten unter www.usedomerliteraturtage.de, an allen Touristinformationen der Insel Usedom oder telefonisch unter 038378-34647.

Pressekontakt: Alexander Datz, Pressesprecher, Usedomer Literaturtage, Mobil: 
+49 176 741 61 157, a.datz@usedomer-musikfestival.de, 
www.usedomerliteraturtage.de