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18.01.2021 – 13:03

Die Junge Akademie

Online-Masterclass „Refusing to play the 'respectability’ game – rejecting the stereotypical academic persona“

Online-Masterclass „Refusing to play the 'respectability’ game – rejecting the stereotypical academic persona“
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Herzliche Einladung zu unserer zweiten Online-Masterclass „Refusing to play the 'respectability’ game – rejecting the stereotypical academic persona“ im Projekt „Rebellious Teaching“ am 28. Januar 2021 von 16:00 – 17:00 Uhr (MEZ) online via Zoom mit Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray und Madita Oeming.

In der zweiten Masterclass freuen wir uns auf zwei prominente und provokante Akademikerinnen: Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray (Rapperin, promovierte Linguistin) und Madita Oeming (lehrt und forscht zu Porn Studies an der Universität Paderborn). Sie erläutern, was es bedeutet, die akademische „Maske“ im Verhaltenskodex des Wissenschaftsbetriebes fallen zu lassen. Welchen Herausforderungen mussten sie sich stellen, welche Freiheiten eröffnen sich und welche Hindernisse sind zu überwinden? Zudem zeigen sie Möglichkeiten auf, mit Kritik und Vorurteilen umzugehen und dabei widerstandsfähig und offen zu bleiben – bzw. zu werden.

In der akademischen Welt gelten bestimmte Verhaltensregeln. Vor allem Frauen und People of Color fühlen sich häufig dazu gedrängt, durch ihr Verhalten zu „kompensieren“, dass sie keine männlichen, weißen Professoren sind. Viele haben – bewusst oder unbewusst – Verhaltensmechanismen entwickelt, die nicht zu ihrer Persönlichkeit passen, sie aber im Wissenschaftsbetrieb angesehener erscheinen lassen. Was aber passiert, wenn Akademiker*innen sich weigern, sich an diese vermeintlichen Regeln zu halten? Ob online oder offline, Madita Oeming und Lady Bitch Ray scheuen sich nicht davor, offen sie selbst zu sein und scheinbare Verhaltensregeln zu durchbrechen. Mit ihrer oft provokanten und humorvollen Kommunikation lösen sie nicht selten Debatten aus, die in den sozialen Medien und in der Presse kontrovers diskutiert werden.

Die Masterclass soll inspirieren, Werkzeuge liefern und Mut machen, neue Wege und Möglichkeiten der Vermittlung zu entdecken, um eine authentische und gute Lehre (egal in welchem Setting, von Schule bis zum Workshop) zu gewährleisten.

Termin

Donnerstag, 28. Januar 2021 | 16 – 17:00 Uhr (MEZ) via Zoom

Teilnahme

Die kostenlose Veranstaltung findet online via Zoom und in englischer Sprache statt.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: diejungeakademie.de

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Teilnehmer*innen begrenzt ist!

Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray

Dr. Reyhan Şahin, vielen auch bekannt unter dem Künstler*innen-Namen „Lady Bitch Ray“, ist Wissenschaftlerin, ehemalige Rapperin, Performance-Künstlerin, Modedesignerin sowie Bildungsreferentin und Buchautorin. Sie studierte Allgemeine Sprachwissenschaften, Germanistik und Sexualpädagogik in Bremen und promovierte 2012 in Linguistik zum Bedeutungssystem des muslimischen Kopftuchs in Deutschland. Ihre Dissertation „Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs“ ist die erste umfassende Studie zu diesem Gebiet und wurde 2013 mit dem Deutschen Studienpreis ausgezeichnet. Derzeit forscht sie in den Themengebieten Neue Rechte, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Gender. Hip Hop-Forschung führt sie als Hobby ebenso durch. 2012 veröffentlichte sie ihr feministische Pamphlet „Bitchsm“ (VS-Verlag /Panini Books), in dem sie bereits früh auf intersektionell-(queer)feministische Themen, wie etwa islamischen Feminismus, Hip Hop und Feminismus in Deutschland einging und diese in Bezug zu ihrer eigenen Biografie setzte. Ihre zuletzt erschienenen Bücher sind: „Yalla, Feminismus!“ (9/2019 bei Tropen/Klett Cotta) und „Lady Bitch Ray über Madonna“ (04/2020 bei Kiepenheuer&Witsch)

Madita Oeming

Madita Oeming erhielt ihren M.A. der Amerikanistik von der Universität Göttingen. Schon mit ihrer Masterarbeit „Moby’s Dick“ betrat sie 2015 die Arena der Porn Studies, in der nun auch ihr Promotionsprojekt an der Universität Paderborn angesiedelt ist: „Pornosucht – Amerikas Moralpanik des Digitalen Zeitalters.“ Sie hat an diversen Unis Porno-Seminare unterrichtet, im Porn Studies Journal publiziert und zahlreiche Vorträge bei nationalen wie internationalen Konferenzen gehalten. Mit dem Anspruch den öffentlichen Diskurs über Pornografie zu verändern betreibt Madita aktiv Wissenschaftskommunikation: sie hat bereits für das Missy Magazin und die VICE geschrieben, etliche Interviews in deutschen und US-amerikanischen Medien gegeben und ist eine enthusiastische Twitter Nutzerin. Außerdem ist Madita mittlerweile gut mit der Pornoindustrie vernetzt, hat unter anderem mit queer porn Ikone Jiz Lee kollaboriert und war Jurymitglied beim Pornfilmfestival 2018. Sie versteht sich als Brückenbauerin.

Nausikaä El-Mecky

Nausikaä El-Mecky ist seit 2017 Mitglied der Jungen Akademie und leitet dort u.a. das Projekt „Rebellious Teaching. Sie ist Tenure-Track-Professorin für Kunstgeschichte und Visuelle Kultur an der Universitat Pompeu Fabra, Barcelona. Ihr Forschungsgebiet sind Angriffe auf die Kunst - von Ikonoklasmus bis Selbstzensur - in historischen und zeitgenössischen Kontexten. Sie widmet sich auch der Entwicklung künstlerischer und innovativer Ansätze für den Unterricht und der Wissenschaftskommunikation. Nach ihrer Promotion in Kunstgeschichte an der Universität Cambridge hatte sie Postdoc-Stipendien an der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Heidelberg inne, bevor sie ihre aktuelle Stelle in Barcelona antrat. Sie wurde mit dem Maria-Gräfin-Preis für originelle Beiträge in den Geisteswissenschaften ausgezeichnet und gewann mit „Rebellious Teaching“ ein Stifterverband/InnoSci FutureLab-Stipendium.

Über „Rebellious Teaching“

„Rebellious Teaching“ ist eine wachsende Gemeinschaft von Lehrpersonen, Künstler*innen, Aktivist*innen und Forscher*innen und allen, die daran interessiert sind, mit subversiven, ausgefallenen Methoden zu unterrichten. „Rebellious Teaching“ glaubt daran, dass Inklusivität und Kreativität grundlegende Bestandteile von Bildung sind und dass jede*r ein*e Vermittler*in sein kann. „Rebellious Teaching“ ist an keine bestimmte Disziplin oder Unterrichtsform gebunden und begrüßt alle ungewöhnlichen Ansätze für die Vermittlung in jeder Umgebung: von der Grundschule bis zur Universität, vom Museum bis zur Zoom-Konferenz. Die Erfahrungen aus der Praxis der Gemeinschaft rebellischer Lehrer*innen zeigen, dass viel mehr möglich ist, als wir vielleicht denken - und dass Unterstützung für Regelverstöße von dort kommen kann, wo man es am wenigsten erwartet. „Rebellious Teaching“ ist ein Projekt der Jungen Akademie unter der Leitung von Nausikaä El-Mecky. Im Rahmen des Projektes Projekt wurde ein internationales Netzwerk professioneller und potenzieller Educators aufgebaut. Über das Projekt wurde in der Presse unter anderem in The Scotsman, im Deutschland Funk und im Bayerischen Rundfunk berichtet.

Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
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