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13.11.2019 – 09:45

OOP Konferenz für Softwarearchitektur

Deshalb ist Diversität in Forschung- und Entwicklungsteams so wichtig

Deshalb ist Diversität in Forschung- und Entwicklungsteams so wichtig
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München (ots)

Mit einem klaren Bekenntnis zu mehr Diversität in IT-Teams können Unternehmen Fehlfunktionen, Anwendungsproblemen oder unbeabsichtigter Diskriminierung durch Software und Algorithmen entgegenwirken. Die OOP-Konferenz, eine der größten unabhängigen Fachkonferenzen für Software Architektur, will für das Thema sensibilisieren und zeigt in anschaulichen Beispielen, welche Probleme bei fehlender Diversität auftreten können.

In unser aller Leben gibt es immer mehr Berührungspunkte mit Produkten und Anwendungen, die softwaregesteuert sind. Umso wichtiger, dass diese Technologien auch von der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit genutzt werden können. Tatsache aber ist, dass die Technik-Abteilungen dieser Welt vor allem aus männlichen, weißen Personen bestehen. Auch der Kulturkreis dieser Personen ist eher der westlichen oder asiatischen Welt zuzuordnen. Was auf den ersten Blick für viele wenig problematisch aussieht, zeigt im Detail allerdings einige Risiken. Denn fehlende Diversität kann bei der Entwicklung von IT-Produkten zu Problemen führen. Jutta Eckstein, renommierte IT-Expertin und seit vielen Jahren Programmverantwortliche der OOP, erklärt: "Je weniger divers Entwicklungsteams sind, umso eher passieren Fehler, weil Aspekte nicht bedacht werden - völlig unabsichtlich! Nicht die Technologie selbst ist dann das Problem, sondern der ökonomische oder soziale Kontext, in dem die Technologie entwickelt wurde."

Die OOP hat folgende Problemfelder im Zusammenhang mit fehlender Diversität ermittelt:

1. Technik funktioniert nicht bei allen Anwendern

Wenn Tests in homogenen Gruppen durchgeführt werden, fallen Anwendungsprobleme für Nutzer außerhalb dieser Gruppe nicht auf. Berühmtestes Beispiel hierfür ist wohl der automatische Seifenspender, dessen Sensor nur bei weißer und nicht bei schwarzer Haut reagiert. Wäre das Produktentwicklungsteam mit farbigen Menschen besetzt gewesen, wäre dieser Mangel nicht aufgetreten bzw. mindestens frühzeitig aufgefallen.

2. Technik funktioniert unterschiedlich für verschiedene Personengruppen

Gerade bei selbstlernender Software besteht die Gefahr, dass Systeme nicht ausreichend ausgeglichenes Lernmaterial zur Verfügung gestellt bekommen. Gesichtserkennungs-Software etwa kann weiße, männliche Gesichter besser unterscheiden, da sie meist von homogenen Teams bestehend aus weißen Männern entwickelt und vorwiegend mit Bildern weißer Männer trainiert wird.

3. Diskriminierung von Personengruppen durch Algorithmen

Künstliche Intelligenz (KI) entscheidet heute auf Basis von großen Datenmengen z.B. über die personalisierte Ausspielung von Jobangeboten oder Wohnungsanzeigen. Menschen, die in einer sozial schwachen Gegend wohnen, erhalten dann unter Umständen andere Wohnungsangebote als Menschen mit wohlhabenderem Hintergrund. Auch KI-gesteuerte Jobangebote können Menschen diskriminieren, weil sie allein aus der Datenbasis gelernt haben, dass z.B. Frauen viel seltener eine technisch ausgerichtete Stelle annehmen und es daher nicht rentabel ist, sie ihnen überhaupt anzubieten. Divers zusammengesetzte Teams sind sehr viel sensibler für solche unabsichtlichen Fehlentwicklungen und können von vorneherein gegensteuern.

4. Missverständnisse bei der Nutzung von Technik

Männer und Frauen haben unterschiedliche Bedürfnisse bei der Anwendung und Nutzung von Technik. Dennoch ist es nach wie vor so, dass technische Produkte vorwiegend von Männern entwickelt werden - auch dann, wenn das Produkt am Ende vor allem von Frauen genutzt wird. Auch ältere Menschen haben einen anderen Zugang zu Technik als junge. Kurz: Wenn eine junge Frau ein Produkt intuitiv nutzen kann heißt es nicht, dass ein älterer Mann automatisch auch damit klarkommt.

Was für IT-Teams eine große Bedeutung hat, gilt aber auch für Unternehmen im Allgemeinen. Denn seit Albert Einstein wissen wir, dass Probleme nicht mit denselben Denkweisen gelöst werden können, durch die sie letztendlich entstanden sind. Mit der Forderung nach mehr Diversität in Unternehmen soll genau diese Problematik angegangen werden. Denn: Je vielfältiger ein Team hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Alter, kulturellem Hintergrund, Denkweise, Fähigkeit und Berufserfahrung ist, desto umfassender und innovativer sind seine Lösungsansätze.

Zahlreiche Studien belegen heute klar den Zusammenhang zwischen Diversität und Geschäftserfolg. McKinsey etwa zeigt in seiner internationalen Studie "Why Diversity Matters", dass Unternehmen mit besonders ausgeprägter ethnischer Vielfalt eine um 33 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein. Sogar Fonds-Gesellschaften machen Aktivitäten in diesem Bereich zur Bedingung für ihre Anlageentscheidung. Sie reagieren damit auf die Erkenntnis, dass Unternehmen mit Diversity-Aktivitäten eine verbesserte Performance aufweisen.

Die OOP 2020 findet vom 3. bis 7. Februar 2020 im ICM in München statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Into the Unknown". Hier ist das Programm der fünftägigen Veranstaltung: https://www.oop-konferenz.de/oop2020/programm.html

Über die OOP Konferenz

Bereits seit fast 30 Jahren ist die OOP Konferenz in München fester Bestandteil der Software-Engineering Community im deutschsprachigen Raum. Mit mehr als 2.500 erwarteten Teilnehmern, über 200 Experten aus dem In- und Ausland ist die fünftägige OOP inzwischen eine der größten unabhängigen Fachkonferenzen für Software Architecture. Das Themenspektrum ist weit gefächert und bietet neben rein fachlichen Themen wie Software Architecture Maintenance, Product Discovery oder Business Agility auch Platz für kritische Denkanstöße mit gesellschaftsrelevanten IT-Themen wie z.B. Ethik in der IT. Das Programm der Konferenz wird jedes Jahr in enger Zusammenarbeit mit der Software-Engineering Community erstellt. Für die OOP 2020 haben elf Track Chairs gemeinsam mit 95 Reviewern insgesamt 410 Themen-Einreichungen gesichtet und daraus ein Programm aus 170 Vorträgen und Workshops zusammengestellt.

Die OOP 2020 findet vom 03.-07. Februar 2020 im ICM in München statt und adressiert mit ihren Workshops und Vorträgen technische als auch fachliche Experten, Projektleiter und IT-Führungskräfte aus dem Bereich Software Engineering. Die OOP Konferenz ist eine Veranstaltung von SIGS DATACOM. www.OOP-Konferenz.de

Über den Veranstalter SIGS DATACOM GmbH

SIGS DATACOM ist ein führender Weiterbildungsanbieter für die Themenbereiche Software-Architektur und -Entwicklung sowie Business Intelligence und Analytics (TDWI) und Artificial Intelligence. Das Leistungsspektrum umfasst neben den Konferenzen OOP (München), SEACON(Hamburg), German Testing Day (Frankfurt), The Architecture Gathering (München), TDWI Konferenzen (München und Zürich), AI4U (München) und verschiedenen Seminarreihen, auch die Print Publikationen AIspektrum, OBJEKTspektrum, JavaSPEKTRUM und BI-SPEKTRUM. Online bietet die SIGS DATACOM Wissens-Bibliothek umfangreiche Fachinformationen zu verschiedenen Themenbereichen an. www.sigs-datacom.de

Pressekontakt:

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Vera Vaubel
Vaubel Medienberatung GmbH
Tel.: 089-98103987
E-Mail: medienberatung@vaubel.de

Beate Friedrichs
SIGS DATACOM GmbH
Tel.: 02241.2341-500
E-Mail: beate.friedrichs@sigs-datacom.de

Original-Content von: OOP Konferenz für Softwarearchitektur, übermittelt durch news aktuell

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