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AOK Rheinland/Hamburg

Weltnichtrauchertag: Hamburger erkranken seltener an COPD

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In Hamburg leiden die Menschen seltener an der schweren Lungenerkrankung COPD als in anderen Großstädten

Vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai gibt die AOK Rheinland/Hamburg neue COPD-Zahlen bekannt. Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer eins. Aber auch die Feinstaubbelastung spielt eine Rolle

Hamburg, 18.05.2021 – Im Jahr 2019 waren in Hamburg 62.200 Menschen ab 40 Jahren an COPD erkrankt. Die Abkürzung COPD steht für Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung. Die Prävalenz der Hamburger liegt bei 6,6 Prozent und damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt (7,1 Prozent) und deutlich niedriger als in anderen Metropolregionen. In Großstädten wie Essen (10,2 Prozent), Düsseldorf (9,2 Prozent) oder Berlin (8,6 Prozent) sind wesentlich mehr Menschen betroffen. Das zeigt der „Gesundheitsatlas COPD“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), den die AOK Rheinland/Hamburg vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai veröffentlicht hat.

Tabakrauch gilt als Risikofaktor Nummer eins und auch die Feinstaubbelastung der Luft kann COPD begünstigen. Bei COPD handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Lungen, die zu einer Verengung der Atemwege führt. Zu den typischen Symptomen zählen Atemnot, Husten oder Auswurf. Meist verschlimmert sich die Krankheit im Laufe der Jahre. Experten gehen davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der COPD-Patienten Raucher sind oder waren. Zigarettenrauchen erhöht das Risiko um das 13-Fache.

Die Wahrscheinlichkeit an COPD zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Bei den Männern haben in der Hansestadt 15 Prozent der 85- bis 89-Jährigen die Diagnose COPD bekommen, bei den Frauen sind es 13 Prozent. „Die unterschiedlichen Werte können durch das Rauchverhalten von Männern und Frauen erklärt werden“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg. „Statistiken belegen, dass in den vergangenen Jahren stets mehr Männer als Frauen geraucht haben.“

Der Gesundheitsatlas verdeutlicht diesen Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und den Lungenbeschwerden: Die COPD-Häufigkeit nimmt mit dem Anteil rauchender Menschen in einer Region auffällig zu. „Daher sind Angebote und Kurse zum Rauchverzicht eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung von COPD“, so Thomas Bott. Nach Angaben aus dem Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums rauchen rund 23 Prozent der Bundesbürger regelmäßig. In Hamburg greift ebenfalls fast jeder vierte Erwachsene (23,7 Prozent) zum Glimmstängel.

Neben dem Tabakkonsum spielt auch die Feinstaubbelastung eine Rolle bei den COPD-Erkrankungen: Deutschlandweit beträgt die Prävalenz in den Regionen mit der niedrigsten Feinstaubbelastung laut Gesundheitsatlas lediglich 6,7 Prozent, in Regionen mit der höchsten Belastung dagegen 7,7 Prozent. Laut Umweltbundesamt liegt Hamburg bei der Feinstaubbelastung im Bundesvergleich in der höchsten Kategorie. „Luftschadstoffe können zur Entstehung einer COPD beitragen oder die Symptomatik bei Erkrankten verschlimmern. Die Auswirkungen von Feinstaub auf den Gesundheitszustand und auf die Sterblichkeit bei COPD-Erkrankten sind durch Studien belegt“, erläutert Prof. Dr. med. Georg Sabin, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Experte des Medizinischen Kompetenz Centrums (MKC) der AOK Rheinland/Hamburg.

Zudem zeigt der Gesundheitsatlas auch einen Zusammenhang zwischen der COPD-Häufigkeit und der sozialen Struktur der Regionen: Menschen aus materiell und sozial benachteiligten Regionen sind häufiger betroffen als Menschen aus vergleichsweise wohlhabenden Regionen mit einem hohen sozialen Status. Hier findet sich die Stadt Hamburg im Quintil mit der niedrigsten Deprivation.

Corona: COPD-Patienten zählen zur Risikogruppe

Die AOK Rheinland/Hamburg engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit einer COPD. So ist das Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan“ für COPD-Patienten seit fast 15 Jahren ein fester Bestandteil der Versorgung. „Das wichtigste Ziel bei der Versorgung der Erkrankten ist es, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, sagt Thomas Bott. „Neben dem Rauchverzicht wird im DMP ein körperliches Training angestrebt. Zudem sollen akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands und Krankenhausaufenthalte vermieden werden, sodass Patienten in ihrem Alltag möglichst wenig eingeschränkt sind.“

Im Verlaufe der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass COPD-Patienten zu der Risikogruppe gehören, die häufiger von schweren Corona-Verläufen betroffen ist. Thomas Bott bestätigt: „Es hat sich herausgestellt, dass auch das Risiko für einen Krankenhaus-Aufenthalt bei COPD-Erkrankten leicht erhöht ist. Die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung, der Gabe von Sauerstoff oder einer invasiven Beatmung war etwa doppelt so hoch.“

Gesundheitsatlas liefert Daten bis auf die lokale Ebene

Für den Gesundheitsatlas wurde ein Verfahren verwendet, das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt wurde. Es erlaubt auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung Deutschlands bis auf die regionale Ebene. Ziel dieser Analysen ist es, den Akteuren vor Ort fundierte Informationen über das Krankheitsgeschehen in ihrer Region bereitzustellen.

Der „Gesundheitsatlas Hamburg“ zur chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter www.gesundheitsatlas-deutschland.de

Antje Kusalik
Pressesprecherin
AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse
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