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AOK Rheinland/Hamburg fordert: Soziale Faktoren bei der Impfreihenfolge berücksichtigen

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AOK Rheinland/Hamburg fordert Berücksichtigung sozialer Faktoren bei der Impfreihenfolge

Corona-Impfskepsis mit Beratung auf Augenhöhe begegnen

Hamburg, 28.04.2021 Hamburgs Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigt nachhaltige Erfolge: Die Zahl der Infektionen in der Stadt sinkt seit Wochen stärker als in allen anderen Bundesländern. Allerdings ergibt sich innerhalb der Stadt ein unterschiedliches Bild: Während die sozial schwächeren Bezirke Mitte und Harburg überdurchschnittlich hohe Inzidenzen aufweisen, stehen die gut situierten Bezirke Eimsbüttel und Hamburg-Nord deutlich besser da. Die AOK Rheinland/Hamburg unterstützt daher die jüngsten Forderungen aus Wissenschaft und Politik, den Wohnort als weiteren Faktor bei der Festlegung der Impfreihenfolge zu berücksichtigen.

„Soziale Unterschiede beeinflussen die Gesundheitschancen beträchtlich. Das zeigt sich auch in der Corona-Pandemie. In einer Analyse, die wir gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf durchgeführt haben, konnte nachgewiesen werden, dass arbeitslose Menschen ein signifikant höheres Risiko haben, wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden zu müssen“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Mohrmann. „Hier muss die Politik gegensteuern und dafür sorgen, dass Menschen, die in beengten Wohnverhältnissen leben, berufsbedingt nicht ins Homeoffice ausweichen können und überwiegend auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, schnellstmöglich durch flächendeckende Impfungen geschützt werden.“ Darüber hinaus, so Mohrmann, sei es wichtig, Menschen mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten über Infektionsrisiken und geeignete Schutzmaßnahmen aufzuklären und Impfskepsis zu begegnen. „Mit dem Hamburger Gesundheitskiosk haben wir bereits vor Jahren ein Angebot für die Menschen in Billstedt und Horn geschaffen, das ihnen barrierefrei und auf Augenhöhe Gesundheitswissen vermittelt, ihre Gesundheitskompetenz stärkt und Orientierung in der Versorgung vor Ort gibt.“ Das multilinguale und multiprofessionelle Team habe bislang 4.000 Patientinnen und Patienten begleitet. Die jüngste Evaluation zeige, dass solche Angebote großes Potenzial bergen, die Versorgungssituation von Menschen in sozioökonomisch schwächeren Regionen nachhaltig zu verbessern.

Zur Analyse der AOK Rheinland/Hamburg und des Instituts für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Düsseldorf

Anhand der Daten von mehr als 1,3 Millionen Versicherten wurde ausgewertet, ob Menschen in Arbeitslosigkeit (ALG I und ALG II) oder Sozialhilfe häufiger aufgrund einer COVID-19 Erkrankung in einem Krankenhaus behandelt werden mussten als erwerbstätige Versicherte. Für den Untersuchungszeitraum 1. Januar bis 4. Juni 2020 war dies insbesondere bei Langzeitarbeitslosen der Fall, so die Ergebnisse der Analyse. Bezieher von Arbeitslosengeld II hatten ein um 84 Prozent erhöhtes Risiko für einen COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalt. Arbeitslosengeld-I-Empfänger hatten noch ein um 17,5 Prozent erhöhtes Risiko. Diese Ergebnisse gelten unabhängig vom Alter und Geschlecht der Versicherten.

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