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AOK Auswertung: Krankenstand in Hamburg im ersten Pandemiejahr gestiegen

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Covid-19: Lockdown und Homeoffice belasten die körperliche und seelische Gesundheit der Beschäftigten

Krankenstand in Hamburg im ersten Pandemiejahr angestiegen

Hamburg, 08.03.2021 – Zu den Nebenwirkungen der Corona-Pandemie zählen zunehmend auch körperliche und seelische Belastungen, wie die Arbeitsunfähigkeitsdaten des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-I) der AOK Rheinland/Hamburg zeigen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausfallzeiten aufgrund von Rückenschmerzen 2020 in Hamburg um 15,5 Prozent an, bei Schulterproblemen waren es sogar 30,2 Prozent. Auch die Diagnosen zu psychischen Erkrankungen spiegeln die Entwicklungen des vergangenen Jahres wider. Bei den AOK-versicherten Beschäftigten in der Hansestadt erhöhten sich die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von nichtorganischen Schlafstörungen um 24,4 Prozent. Bei depressiven Störungen (plus 5,2 Prozent), Belastungsstörungen (plus 8,6 Prozent) und anderen Angststörungen (plus 25,6 Prozent) verzeichnete die Gesundheitskasse ebenfalls einen Anstieg der Ausfalltage.

„Die Unsicherheiten während des ersten Pandemiejahres stellen für viele Beschäftigte und deren Familien eine Herausforderung dar, gerade psychisch instabile Menschen sind besonders betroffen. Aber auch die Einschränkungen im Homeoffice sowie in Freizeitgestaltung und Sport wirken sich zunehmend negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen aus“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg.

Pflege, Gesundheitswesen und Erziehungsberufe am stärksten von Covid-19 betroffen

In Hamburg gab es unter den AOK-versicherten Beschäftigten 2020 insgesamt 2.696 Covid-19-Fälle, im Durchschnitt waren die Betroffenen 9,4 Tage arbeitsunfähig. Beschäftigte in der Pflege, im Gesundheitswesen sowie in Lehr- und Erziehungsberufen waren stärker betroffen als andere Berufsgruppen: Die Pflegebranche verzeichnete mit 3,2 Arbeitsunfähigkeits-Fällen je 100 ganzjährig Versicherten den höchsten Wert, im Gesundheitswesen waren es 2,3 Fälle sowie im Bildungsbereich 1,8 Fälle je 100 Versicherte. Beschäftigte im Gastgewerbe erkrankten selten an Covid-19 (0,3 Fälle je 100 Versicherte), die niedrigen Infektionszahlen in dieser Branche hängen unter anderem mit den flächendeckenden Schließungen von Bars und Restaurants zusammen. In der Gesamtbetrachtung aller Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg erkrankten weibliche Beschäftigte etwas häufiger an Covid-19 als männliche (2,9 Fälle bzw. 2,3 Fälle je 100 Versicherte), da insbesondere Frauen in den am stärksten betroffenen Branchen arbeiten (Frauenanteil im Gesundheitswesen über 80 Prozent, in der Pflege knapp 80 Prozent, in Erziehung und Unterricht nahe 70 Prozent).

Weniger Krankheitsfälle, längere Ausfallzeiten

Während die Zahl der AU-Fälle im vergangenen Jahr um 14 Prozent gesunken ist, stieg die Dauer der Arbeitsunfähigkeit pro Fall im gleichen Zeitraum um 16 Prozent und somit um mehr als zwei Kalendertage an. Insgesamt erkrankten somit weniger Menschen, aber wer krank wurde, fiel im Durchschnitt länger aus.

Der Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage ist unter anderem auf eine deutlich längere Ausfalldauer bei Atemwegserkrankungen zurückzuführen. Durch die angestiegenen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen sowie Muskel- und Skeletterkrankungen erhöhten sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten ebenfalls. Zugleich gingen durch die Corona-Hygienemaßnahmen die Fallzahlen in vielen anderen Diagnosegruppen zurück: Magen-Darm-Infekte reduzierten sich um 30 Prozent, Grippefälle sanken um 23 Prozent und Bronchitis-Fälle um 40 Prozent.

Antje Kusalik
Pressesprecherin
AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse
Unternehmenssteuerung
Stabsbereich Presse
Pappelallee 22-26
22089 Hamburg 
Telefon: 040 2023 1401
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