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10.11.2020 – 10:13

AOK Rheinland/Hamburg

Menschen in Nordrhein leiden überdurchschnittlich häufig unter Asthma

Menschen in Nordrhein leiden überdurchschnittlich häufig unter Asthma

4,7 Prozent der Menschen in der Region sind Asthmatiker. Sie verteilen sich unterschiedlich auf Kreise und Städte, Jungen und Seniorinnen besonders betroffen.

Düsseldorf, 10.11.2020 - Im Rheinland liegt der Anteil der Asthma-Patienten an der Bevölkerung mit 4,7 Prozent leicht über dem bundesweiten Durchschnitt von 4,2 Prozent. Das zeigt der neue "Gesundheitsatlas Nordrhein", in dem das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) die Häufigkeit von Asthma bronchiale für die Bevölkerung der Städte und Kreise des Landes darstellt. Im Land gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Städten: In Mülheim an der Ruhr beispielsweise leben 4,2 Prozent der Einwohner mit vom Arzt diagnostiziertem und medikamentös behandeltem Asthma, während es in Remscheid 6,1 Prozent sind.

Der Gesundheitsatlas zeigt auf Basis von Abrechnungsdaten aus 2018 den Handlungsbedarf in den einzelnen Regionen. "Die Auswertungen mit Kennzahlen auf Kreisebene können Landräten und Bürgermeistern helfen, ihre regionale Situation einzuordnen und Ansätze zu entwickeln, um die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern", sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. "Zur Vermeidung von Neuerkrankungen sollten die verschiedenen Risikofaktoren für Asthma, die beeinflusst werden können, in den Blick genommen werden. Dazu zählen eingeatmete Stoffe, die die Lunge schädigen - auch das Tabakrauchen." Zu den weiteren Risikofaktoren gehören unter anderem Allergien und genetische Veranlagungen.

Insgesamt leben laut Gesundheitsatlas 450.000 Menschen im Rheinland mit Asthma bronchiale. Bundesweit sind es 3,5 Millionen. Betrachtet man die Großstädte mit über 500.000 Einwohnern, zeigt sich, dass Essen mit einem Anteil von 4,9 Prozent vorn liegt, Düsseldorf und Köln liegen mit 4,4 Prozent und 4,3 Prozent fast im Bundesdurchschnitt.

"Insgesamt ist die Asthma-Häufigkeit in den Großstädten im Vergleich zu ländlichen Regionen leicht erhöht. Möglicherweise kann dies mit größerer Luftverschmutzung erklärt werden, denn diese gilt als Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit", erläutert Günter Wältermann.

Jungen und ältere Frauen besonders betroffen

Bei der Krankheitshäufigkeit zeigt der Gesundheitsatlas zudem deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht. Am häufigsten wird die Diagnose Asthma im Rheinland bei Jungen bis 14 Jahren mit 6,0 Prozent und bei Frauen von 70 bis 79 Jahren mit 7,7 Prozent gestellt. "Die höhere Prävalenz bei den Jungen hat vermutlich anatomische Gründe und lässt sich durch die engeren Bronchien erklären. So kommt es leichter zu einer Verengung der Atemwege, wie sie beim Asthma bronchiale vorliegt. Im Erwachsenenalter sind die Bronchiendurchmesser dann bei Männern größer als bei Frauen, was die Umkehrung der Geschlechterverhältnisse erklärt", sagt Prof. Dr. med. Georg Sabin, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Experte des Medizinischen Kompetenz Centrums (MKC) der AOK Rheinland/Hamburg. Weitere Gründe könnten aber auch hormonelle Einflüsse oder geschlechtsspezifische Unterschiede beim Kontakt mit Asthma-auslösenden Substanzen sein.

Prävention von Adipositas

Der Gesundheitsatlas bestätigt auch für das Rheinland einen Zusammenhang, der bereits aus anderen Studien bekannt ist: In Regionen mit einem hohen Anteil von Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) ist auch die Rate der Asthma-Erkrankungen leicht erhöht. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine Gewichtsreduktion bei stark übergewichtigen Asthma-Patienten zu einer Verbesserung der Krankheitskontrolle beitragen kann. Das Abnehmen wird diesen Patienten auch in der Nationalen Versorgungsleitlinie empfohlen, damit sich die Asthma-Symptome bessern.

Strukturierte Behandlung für eine bessere Kontrolle der Erkrankung

Die AOK Rheinland/Hamburg engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung ihrer Versicherten mit Asthma bronchiale. So ist das Disease-Management-Programm (DMP) "AOK-Curaplan" für Asthma-Patienten seit 15 Jahren ein fester Bestandteil der Versorgung. "Für die Therapie von Asthma-Patienten ist ein gutes Management sehr wichtig. Asthma-Patienten sollten die verfügbaren Medikamente nutzen und dies durch nicht-medikamentöse Maßnahmen ergänzen", berichtet Professor Sabin. "Das Ziel, die Asthma-Erkrankung gut unter Kontrolle zu haben, steht daher auch im DMP Asthma im Vordergrund. Asthma-Anfälle sollen möglichst komplett vermieden werden, sodass das Alltagsleben der Patienten nicht durch die Erkrankung eingeschränkt wird."

Schwere Covid-19-Verläufe werden durch Asthma nicht begünstigt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie sei dies besonders wichtig, betont Professor Sabin: "Erste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass bei einem gut kontrollierten Asthma nicht von einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgegangen werden kann."

Der "Gesundheitsatlas Nordrhein" zu Asthma bronchiale steht unter diesem Link zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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