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06.08.2020 – 12:30

Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V.

Physiotherapiepraxen: Flächendeckende Versorgung in Deutschland bedroht

Ein Dokument

Die Vergütung, die Physiotherapeuten für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten erhalten, muss im Rahmen der anstehenden Preisverhandlungen deutlich steigen. Nur dann ist langfristig eine wirtschaftliche Praxisführung und somit auch die flächendeckende Versorgung der Patienten mit Heilmitteln möglich, lautet das Fazit der Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen (WAT-Gutachten), die nun veröffentlicht wurde.

Mehr dazu erfahren Sie in der untenstehenden Pressemitteilung des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).

Bei Fragen melden Sie sich gern in der IFK-Pressestelle.

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Gutachten belegt Unterfinanzierung von Physiotherapiepraxen

Flächendeckende Versorgung in Deutschland ist bedroht

Bochum, 06. August 2020. Selbstständige Physiotherapeuten fordern eine deutliche Erhöhung der Vergütung, die sie für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten erhalten. Andernfalls sei es auf Dauer nicht mehr möglich, eine Praxis wirtschaftlich zu führen. Gerade die vielen kleinen, inhabergeführten Praxen seien in ihrer Existenz bedroht.

Um das zu belegen, hat der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) mit weiteren Berufsverbänden ein Gutachten in Auftrag gegeben, das nun veröffentlicht wurde. Darin wurde untersucht, um wie viel Prozent die Vergütung schon 2018 hätte steigen müssen, um einen wirtschaftlichen Praxisbetrieb sicherstellen zu können, verbunden mit einem angemessenen Einkommen für Praxisinhaber und deren Mitarbeiter. Das Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) ging dieser Frage nach und berechnete, dass dazu eine Erhöhung um bis zu 63 Prozent nötig gewesen wäre.

"Die Ergebnisse des IfG belegen deutlich, dass sich dringend etwas ändern muss", betont Ute Repschläger, IFK-Vorstandsvorsitzende. Auch die geringe Vergütung habe bereits dafür gesorgt, dass es in der Branche einen eklatanten Fachkräftemangel gebe. Inzwischen dauert es rund ein halbes Jahr, bis Praxisinhaber eine freie Arbeitsstelle neu besetzen können. "Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für andere Berufe. Uns fehlt der Nachwuchs, weil wir nicht konkurrenzfähig sind", verdeutlicht Repschläger. Denn bei den Verdienstmöglichkeiten in anderen Bereichen könne die Physiotherapie unter den jetzigen Bedingungen einfach nicht mithalten.

Die Folgen für die Patienten sind schon heute spürbar. Vielerorts muss man sich auf Wartezeiten einstellen, ehe ein Termin beim Physiotherapeuten zu bekommen ist. "Unsere Kalender sind voll, und zusätzliches Personal gibt es durch den Fachkräftemangel nicht", klagt Repschläger, die selbst Inhaberin einer Physiotherapiepraxis in Witten ist.

Die Hoffnung der Physiotherapeuten liegt nun auf den gerade begonnenen Vergütungsverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen. Dabei stehen sich vier maßgebliche Physiotherapieverbände und der GKV-Spitzenverband gegenüber. Per Gesetz hat der Bundestag nach einer Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im vergangenen Jahr vorgegeben, dass in den Verhandlungen Preise vereinbart werden sollen, die den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis ermöglichen müssen. Ob die Krankenkassen dem Ergebnis des WAT-Gutachtens folgen werden, bleibt abzuwarten. Wenn sich Physiotherapeuten und Krankenkassen nicht bis Ende September einigen können, wird eine unabhängige Schiedsstelle entscheiden.

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Freundliche Grüße

Maren Letterhaus
Leiterin Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesverband selbstständiger
Physiotherapeuten - IFK e. V.
Gesundheitscampus-Süd 33, 44801 Bochum
Tel. 0234 97745-40, Fax 0234 97745-540
E-Mail: letterhaus@ifk.de, Internet: www.ifk.de
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