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10.09.2019 – 09:10

Zweisam

Psychologin: Monogamie ist natürliche Form der Partnerschaft

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Beziehungsexpertin:

Monogamie ist natürliche Form der Partnerschaft

Offene Beziehung und Polyamorie funktionieren nicht / Sex bleibt Exklusivrecht des Partners

München, 10. September 2019 - Polyamorie, offene Beziehung, Freundschaft Plus - immer mehr neue Beziehungskonzepte geistern durch die Medien. Hat die gute, alte monogame Partnerschaft damit ausgedient? "Keinesfalls", sagt Dr. Katharina Ohana, Psychologin und Beziehungsexpertin bei Zweisam.de. "Ideen wie diese führen in die Irre. Der Mensch neigt von Natur aus zur Monogamie, weil Vertrauen das höchste Gut jeder Beziehung ist. Die Annahme, dass man in einer Partnerschaft noch Sex mit anderen haben könne, ohne den Preis der Verunsicherung dafür zu zahlen, ist falsch."

Für Katharina Ohana ist es deshalb kein Wunder, dass man kaum offene Beziehungen beobachten kann, die langfristig funktionieren. "Am Ende scheitern sie daran, dass sich einer doch neu verliebt oder der andere an Eifersucht zugrunde geht." Auch evolutionär mache die Monogamie Sinn. "Ein menschliches Baby ist nach der Geburt vollkommen hilflos, es muss jahrelang von seinen Eltern begleitet werden, um zu einem selbstständigen Wesen heranzureifen. Aus diesem Grund braucht das Baby Eltern, die in einer stabilen liebevollen Beziehung leben." Nur wenn sich diese gemeinsam kümmern, werden die eigenen Gene auch wirklich weitergegeben.

Irgendwann verliebt sich einer

Doch warum kann man nicht in späteren Jahren in einer offenen Beziehung leben? Dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Paare könnten so beides haben: Die Sicherheit und Geborgenheit der Zweierbeziehung und hin und wieder das erotische Knistern mit einem anderen Partner für gewisse Stunden. "Es funktioniert einfach nicht", sagt Dr. Ohana. "Vertrauen ist auch in späteren Jahren wichtig, dann brauchen wir den anderen, wenn es uns schlechter geht, wir schwächer werden. Wir sind Beziehungswesen. Stabile Beziehungen und Vertrauen bestimmen maßgeblich unser Wohlbefinden."

Die vertrauensvolle Zweierbeziehung gerate aber beim Sex mit anderen in Gefahr: "Beim Sex schüttet der Körper das Bindungshormon Oxytocin aus, es ist nicht der einzige Grund, warum wir uns verlieben, aber das Hormon spielt hier eine wichtige Rolle - jeder sexuelle Fremdkontakt ist somit eine Gefahr für die bestehende Beziehung." Eine erotische Begegnung mit jemand anderem sei damit eine Bedrohung für den Fortbestand der Beziehung. "Sex gehört in eine erwachsene Zweierbeziehung. Es ist das Exklusivrecht des Partners. Die Nähe, die beim Sex entsteht, entsteht eben nur beim Sex."

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