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19.03.2020 – 07:01

The Asian Vision Institute

Kambodscha und seine Abhängigkeit von Handelspartnern: Eine Analyse des Asian Vision Institute

Phnom Penh, Kambodscha (ots/PRNewswire)

- Die Wirtschaft Kambodschas wird in den kommenden Monaten und Jahren unter den Auswirkungen zweier harter Schläge leiden. Der erste Rückschlag liegt in der Ankündigung der Europäischen Kommission, das präferenzielle Handelsabkommen "Alles Außer Waffen" (Everything But Arms, EBA) mit Kambodscha zurückzufahren, und der zweite steht im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus-Pandemie (COVID-19).

Diese Ereignisse legen die strukturellen Schwächen der kambodschanischen Wirtschaft offen, die in Bezug auf Marktzugang von der Europäischen Union und in Bezug auf Produktionskapazitäten, Investitionen und Tourismus stark von China abhängig ist. Besonders schutzbedürftige Bürger Kambodschas, insbesondere Frauen, die in der Bekleidungsindustrie arbeiten, sowie gering qualifizierte Arbeitskräfte und diejenigen, die besonders armutsgefährdet sind, werden die Hauptlast der Folgen zu spüren haben.

Sowohl die Asiatische Entwicklungsbank als auch die Weltbank haben die politischen Entscheidungsträger vor der prekären Situation der "armutsgefährdeten Bevölkerung" in Kambodscha gewarnt. Nach offiziellen Schätzungen liegt die aktuelle Armutsquote unter 10 Prozent (gegenüber 47,8 Prozent im Jahr 2007). Obwohl die Nation große Erfolge im Kampf gegen extreme Armut erzielt hat, leben immer noch mehr als 70 % der Kambodschaner von weniger als 3,20 US-Dollar pro Tag.

Die Königliche Regierung hat Ende Februar 2020 kurzfristige Maßnahmen eingeführt, um den Arbeitgebern zu helfen, ihre Betriebe aufrechtzuerhalten, Arbeitnehmern zu helfen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder deren Arbeit ausgesetzt wurde, und um kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen, die das Rückgrat der Wirtschaft sind. Dies sind lobenswerte Schritte der Königlichen Regierung. Die Existenzsicherung ist eine wichtige Komponente im Schutz der Menschenrechte.

Die Maßnahmen umfassen Steuererleichterungen, direkte Unterstützung, Ausbildungsprogramme, Zollerleichterungen und reduzierte Regierungsausgaben. Beispielsweise müssen Eigentümer von Fabriken, die ihre Produktion wegen Rohstoffmangels vorübergehend einstellen, 40 % der Löhne weiterzahlen, während die Regierung weitere 20 % übernimmt.

Weitere Reformen mit mittel- bis langfristigen Maßnahmen werden von der Regierung im Rahmen des 19. Government-Private Sector Forum am 1. April 2020 bekanntgegeben. In der Zwischenzeit möchte das Asian Vision Institute (AVI) der Regierung gegenüber folgende Punkte hervorheben.

Es sollten Maßnahmen zur Unterstützung der Diversifizierung der Märkte, der Quellen für ausländische Direktinvestitionen, der industriellen Grundlagen und der inländischen Neugründungen und KMU besonders in den Vordergrund gestellt werden. Zu diesem Zweck sollten klare Leistungskennzahlen (KPI) formuliert werden, um die Leistung der Ministerien und Behörden bewerten und verbessern zu können.

Zweitens sind robuste interne Regierungsreformen erforderlich, um grundlegende Herausforderungen anzugehen, die bereits lange vor der Einführung der Pandemie und den EBA-Anpassungen vorhanden waren. Diese Reformen sollten sich besonders auf jene Schwachstellen konzentrieren, die bereits im Ease of Doing Business Index der Weltbank für Kambodscha dargelegt wurden: Gründung von Unternehmen, Umgang mit Baugenehmigungen, Anschluss an das Stromnetz, Registrierung von Immobilien, Darlehen und Kredite, Steuern, grenzüberschreitender Handel, Durchsetzung von Verträgen, Insolvenzen und vieles mehr. Kambodschas Bewertung im "Global Competitiveness Report" des Weltwirtschaftsforums sollte stärker berücksichtigt werden.

Drittens sollten zusätzliche Anreizsysteme, die auf bestimmte Industriesektoren abzielen, formuliert werden, um die Diversifizierung zu unterstützen.

Schließlich müssen regelmäßige Fortschrittskontrollen durchgeführt werden, um die effektive Umsetzung von Maßnahmen und Reformen sicherzustellen. Ministerien und Behörden sollten einen Bottom-up-Ansatz verwenden und Verantwortung für ihre eigenen technischen Reformen und Maßnahmen zur Verbesserung und Unterstützung der wirtschaftlichen Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit Kambodschas übernehmen.

Kambodscha befindet sich seit geraumer Zeit in einer Periode des Friedens, was für die Geschichte des Landes beispiellos ist. Um das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, ist es unerlässlich, rasch Maßnahmen und Reformen umzusetzen, die energisch und entschlossen sind.

Das Asian Vision Institute (AVI) https://www.asianvision.org/ ist ein unabhängiger Think-Tank mit Sitz in Kambodscha.

Pressekontakt:

Dr. Chheng Kimlong
Telefon: +855-6121-1800
Email: admin@asianvision.org

Original-Content von: The Asian Vision Institute, übermittelt durch news aktuell