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11.02.2021 – 11:48

diagnose:funk

Neuer Review: Ist Mobilfunk-Strahlung Beschleunigungsfaktor für Insektenrückgang?

Pressemitteilung von diagnose:funk vom 11.2.2021

Neuer Review: Ist Mobilfunk-Strahlung Beschleunigungsfaktor für Insektenrückgang?

Insektenschutzpaket der Bundesregierung um Mobilfunkstrahlung erweitern!

Stuttgart, 11.2.2021: Ein neuer Review des spanischen Biologen Alfonso Balmori mit dem Titel „Elektromagnetische Strahlung als neuer Beschleunigungsfakor für den Insektenrückgang“ erscheint peer-reviewed in der bedeutenden Fachzeitschrift Science of the Total Environment (Nr. 767, Mai 2021). Dieser neue Review kommt zum Schluss, dass neben den bekannten Ursachen des Insektensterbens (u.a. industrielle Landwirtschaft, Pestizide) auch elektromagnetische Strahlung, also auch Mobilfunkstrahlung, ein Faktor sein könnte. Daher muss die Bundesregierung bei der laut ARD tagesschau aktuell anstehenden Erarbeitung des Insektenschutzpakets auch Mobilfunkstrahlung als mögliche Ursache anerkennen – im Sinne des Vorsorgeprinzips. Die Folge: Der ungebremste LTE- und 5G-Ausbau müssen gestoppt und Auswirkungen auf die Insektenwelt weiter erforscht werden.

„Das ist innerhalb kurzer Zeit der zweite Review, der auf das Schädigungspotenzial von Mobilfunkstrahlung bei Insekten hinweist“, sagt Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk. „Der neue Review von Alfonso Balmori stützt die Arbeit von Alain Thill, die im September 2020 erschien. Thill führte 72 Studien an, die Schädigungen durch elektromagnetische Felder bei Insekten nachweisen, Balmori fügt vier neue Studien hinzu. Der Biologe fordert folgerichtig in seinem Review, dass das Vorsorgeprinzip der EU angewandt werden müsse und dass 5G-Mobilfunk daher nicht ausgebaut werden dürfe. Diese klare Ansage aus der Wissenschaft gilt auch der Bundesregierung: 5G-Moratorium und Technikfolgenabschätzung statt Verharmlosungsrhetorik! Das aktuell verhandelte Insektenschutzpaket der Bundesregierung muss entsprechend um Mobilfunkstrahlung erweitert werden."

Alain Thill, der Autor des Insekten-Reviews vom September 2020: „Der neue Review macht klar, dass ein dringender Bedarf an weiterer Forschung besteht. Der Faktor EMF muss endlich in der Insektenforschung ernst genommen werden. Viele Übersichtstudien erwähnen das Thema nicht oder nur am Rande, und dies im Kontrast zum mittlerweile ernst genommenen Faktor ‚Kunstlicht‘, der allerdings wissenschaftlich wesentlich weniger gut belegt ist als die Wirkung elektromagnetischer Felder.“

Alfonso Balmori analysiert in seinem Review zahlreiche Labor- und Freilandexperimente, die eine Schädlichkeit von künstlichen elektromagnetischen Feldern (EMF) bei Insekten nachweisen, mit dem speziellen Fokus auf Bienenstudien. Auch die Mechanismen werden dargelegt, wie EMF auf die Zellbiologie einwirken kann. Der Review listet zahlreiche Experimente an Fruchtfliegen, Ameisen und Bienen mit vielfältigen Schädigungen und Beeinträchtigungen auf, u.a.: gestörte Reproduktion und Entwicklung, verringerte Fruchtbarkeit und Nachkommenzahl, verschlechterte Widerstandsfähigkeit der Bienenkolonie, verringerte Eiablage durch die Bienenkönigin. Manche dieser Experimente sind mittlerweile von verschiedenen Forschergruppen vielfach wiederholt. Die vorliegenden alarmierenden Ergebnisse dürfen von der Politik und vom Bundesamt für Strahlenschutz nicht mehr ignoriert werden.

Die Studie im Volltext als PDF-download: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969720384461/pdfft?pid=1-s2.0-S0048969720384461-main.pdf

diagnose:funk unterstützt die Forderung von Alfonso Balmori, dass wegen der Dringlichkeit des Insektensterbens das Vorsorgeprinzip der Europäischen Union Anwendung finden muss. Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk: „Nach diesem neuen Review kann es keine Ausflüchte mehr geben. Um das dramatische Insektensterben zu stoppen, muss der Staat allen Ursachen nachgehen. Die Milliarden Lizenzgebühren für die Mobilfunkfrequenzen dürfen nicht dazu führen, dass die Bundesregierung aus Dankbarkeit die Augen verschließt und mögliche Schädigungen akzeptiert.“

diagnose:funk fordert außerdem, dass das Bundesamt für Strahlenschutz EMF-bedingte Schäden auf die Tierwelt gründlich erforschen lässt, und zwar auch „im Felde“. Bevor weitere LTE- und 5G-Sendemasten sowie öffentliche WLAN-Netze aufgebaut werden, müssen die Risiken für Mensch und Natur gründlich erforscht und gesellschaftlich bewertet werden. Für Naturschutzgebiete brauchen wir ein Mobilfunk-Ausbauverbot.

Die Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“, in der Alfonso Balmori seinen Review veröffentlicht hat, gehört zu den führenden Journals im Fachgebiet Umweltwissenschaften, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Science_of_the_Total_Environment

Review zu EMF und Insekten vom September 2020: Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten

https://www.diagnose-funk.org/1607

Brennpunkt: Heftige Debatte um die Insektenstudie / Klarstellung zum Review „Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Insekten“

https://www.diagnose-funk.org/1631

Kontakt für Rückfragen:

  • Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich Verbraucherschutz, Tel. 0711-250869-1
  • Peter Hensinger, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich Wissenschaft, Tel. 0711-250869-2 oder 0711-6209474
  • Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0711-250869-4 oder 0174-7497868

Presseportal: https://www.presseportal.de/nr/134366

diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation im deutschsprachigen Raum, die sich für den Schutz vor elektromagnetischer Strahlung einsetzt. Dazu klärt diagnose:funk über die gesundheitsschädigenden Wirkungen u.a. von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung auf und fordert zukunftsfähige technische Lösungen für eine gesundheitsverträgliche Telekommunikation.

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